APA ots news: Allianz Global Insurance Report 2026: Wachstum trotz fragmentierter Weltwirtschaft
München/Wien (APA-ots) - - Anstieg des globalen Versicherungsprämienpools
2025 um +7,1 % - ein
Plus von 456 Milliarden Euro
- In Österreich kräftiges Wachstum von +4,5 % - Krankenversicherung
mit stärkstem Zuwachs, Sachversicherung als solider Wachstumstreiber,
Lebensversicherung erholt sich nur langsam
- Ausblick: Steigendes Bedürfnis nach privater Absicherung - stabiles
jährliches Wachstum von +5,3 % in den nächsten zehn Jahren
Die Versicherungsbranche ist im Jahr 2025 weltweit um
schätzungsweise +7,1 % gewachsen. Das zeigt der aktuelle Allianz
Global Insurance Report 2026, der die Entwicklung der weltweiten
Versicherungsmärkte jährlich analysiert. Dem Bericht zufolge ist die
Versicherungsbranche global stärker gewachsen als in Österreich (+4,5
%). Insgesamt konnten Versicherer weltweit ein Prämienplus von 456
Milliarden Euro verzeichnen und erzielten 6,9 Billionen Euro an
Einnahmen.
Zwtl.: Österreich: Krankenversicherung verzeichnet stärkstes
Wachstum, Lebensversicherung liegt im westeuropäischen Durchschnitt
hinten
Der österreichische Versicherungsmarkt erzielte 2025 ein solides
Wachstum von +4,5 % - rund doppelt so viel wie im langfristigen
Durchschnitt. Das Gesamtprämienvolumen lag bei 24 Milliarden Euro.
Damit bestätigt Österreich seinen Platz als stabiler, wachsender
Versicherungsmarkt im europäischen Vergleich.
Die Krankenversicherung verzeichnete mit +8,4 % das stärkste
Wachstum aller Sparten - ein klares Signal für das im
Gesundheitsbereich gestiegene Absicherungsbedürfnis der Bevölkerung.
Die Schaden- und Unfallversicherung legte dank anhaltender
Prämienanpassungen um +4,9 % zu. Deutlich verhaltener entwickelte
sich die Lebensversicherung: Mit einem Wachstum von lediglich +0,9 %
bleibt die Erholung weit hinter jener vergleichbarer Märkte in der
Region zurück. Besonders auffällig ist der strukturelle Rückgang der
Marktdurchdringung: Binnen einer Dekade hat sich die
Lebensversicherungsquote in Österreich auf nur noch 1 % halbiert -
gegenüber einem westeuropäischen Durchschnitt von 4,3 %. Dieser
Rückstand verdeutlicht den erheblichen Nachholbedarf und das
langfristige Wachstumspotenzial des Segments.
Für die kommende Dekade erwartet Allianz Research für Österreich
ein durchschnittliches jährliches Wachstum von +3,1 % in der Schaden-
und Unfallversicherung, +1,2 % in der Lebensversicherung und +5,0 %
in der Krankenversicherung.
Daniel Mati, CEO der Allianz Österreich , betont: "Die aktuellen
Zahlen bestätigen, was wir im Markt spüren: Das Bedürfnis nach
Sicherheit und Verlässlichkeit bleibt in unserer Gesellschaft hoch.
Besonders die Krankenversicherung mit einem Zuwachs von +8,4 % zeigt,
wie sehr die Menschen bereit sind, in ihre gesundheitliche
Absicherung zu investieren. In der Lebensversicherung hingegen haben
wir als Branche noch viel Arbeit vor uns, denn da liegen wir deutlich
hinter dem westeuropäischen Schnitt zurück.
Zwtl.: Globaler Markt: Wachstum normalisiert sich auf hohem Niveau
Weltweit blieb die Lebensversicherung mit 2.861 Milliarden Euro
das größte Segment, gefolgt von der Schaden- und Unfallversicherung
mit 2.320 Milliarden Euro sowie der Krankenversicherung mit 1.688
Milliarden Euro.
Die weltweiten Lebensversicherungsprämien stiegen 2025 um +6,9 %,
nach einem außergewöhnlich starken Zuwachs von +11,3 % im Jahr 2024,
lagen damit aber weiterhin komfortabel über historischen
Durchschnittswerten. Die Abschwächung wurde vor allem durch
Nordamerika verursacht, wo der durch höhere Zinsen ausgelöste
Rentenversicherungsboom an Schwung verliert. Asien hat sich
unterdessen wieder zum wichtigsten Wachstumsmotor der Branche
entwickelt: Dort stiegen die Lebensversicherungsprämien 2025 um +9,9
%, wobei allein China um +11,4 % zulegte. Asien bleibt der weltweit
größte Lebensversicherungsmarkt - getragen von der demografischen
Alterung, hohen Sparquoten und weniger umfassenden öffentlichen
Rentensystemen.
Das Wachstum in der Schaden- und Unfallversicherung lag im
vergangenen Jahr bei +3,8 % und damit deutlich unter den +8,5 % des
Vorjahres sowie unter der durchschnittlichen Wachstumsrate der
vergangenen zehn Jahre von +5,6 %. Hintergrund ist das Auslaufen des
Preiszyklus mit beginnender Stabilisierung der Schadeninflation.
Nordamerika blieb mit 52 % der weltweiten Prämieneinnahmen der
dominierende Markt, auch wenn sich das Wachstum deutlich von +9,7 %
im Vorjahr auf +2,2 % im Jahr 2025 abschwächte. Westeuropa zeigte
sich mit einem Wachstum von +5,3 % vergleichsweise robust, während
der asiatische Markt mit lediglich +4,0 % weniger dynamisch
expandierte.
Die weltweiten Krankenversicherungsprämien stiegen 2025 um +12,3
% und damit so stark wie zuletzt im Jahr 2014. Treiber waren alternde
Bevölkerungen, steigende Gesundheitskosten und der zunehmende Druck
auf öffentliche Gesundheitssysteme, die die Nachfrage nach privatem
Schutz weiter erhöhten. Allein Nordamerika wuchs um +14,9 %, da sich
die medizinische Inflation weiter beschleunigte; die USA stehen
inzwischen für mehr als 70 % der weltweiten
Krankenversicherungsprämien. Das langfristige Wachstumspotenzial
bleibt insbesondere in Asien hoch, da die Versicherungsdurchdringung
im Gesundheitsbereich in nahezu allen Märkten weiterhin unter 1 %
liegt.
"Eine stärker fragmentierte Weltwirtschaft macht das Risikoumfeld
komplexer, doch sie schafft gleichzeitig neue Wachstumschancen. Die
Nachfrage nach Absicherung, Resilienz und spezialisierten
Risikotransferlösungen steigt, gerade in Bereichen wie Infrastruktur,
Energiesicherheit und politischen Risiken. Als Versicherer müssen wir
unsere Geschäftsmodelle weiterentwickeln: mit regional resilienteren
Strukturen, einer tieferen Integration geopolitischer Analysen ins
Underwriting und neuen Produkten für neue Risiken", unterstreicht
Mati .
Zwtl.: Ausblick: Versicherungsindustrie bleibt eine Wachstumsbranche
Der globale Versicherungsmarkt dürfte in der kommenden Dekade mit
einer jährlichen Rate von +5,3 % wachsen und und damit die
gesamtwirtschaftliche Leistung leicht übertreffen. In absoluten
Zahlen entspricht das einem zusätzlichen weltweiten Prämienvolumen
von 5.260 Milliarden Euro.
Den größten Anteil daran hat die Lebensversicherung mit 1.991
Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte dieses Zuwachses wird in Asien
entstehen (1.004 Milliarden Euro) - und damit mehr als in Nordamerika
(416 Milliarden Euro) und Westeuropa (402 Milliarden Euro) zusammen.
In der Schaden- und Unfallversicherung werden 44 % der zusätzlichen
Prämien von 1.505 Milliarden Euro aus Nordamerika stammen. Die
Krankenversicherung dürfte mit einem jährlichen Wachstum von +6,7 %
das dynamischste Segment bleiben; die erwarteten Zusatzprämien von
1.764 Milliarden Euro entfallen überwiegend auf den US-Markt.
Die globale Versicherungslandkarte verschiebt sich dabei
schrittweise nach Osten: Indien und China werden zusammen fast vier
Prozentpunkte Marktanteil hinzugewinnen, während Nordamerika mit rund
46 % global führend bleibt. Westeuropa verliert weiter relativ an
Gewicht - wenngleich langsamer als in der vergangenen Dekade, als
noch 5,3 Prozentpunkte Marktanteil verloren gingen.
"Die geopolitische Fragmentierung kehrt viele der Annahmen um,
die die Weltwirtschaft jahrzehntelang geprägt haben", sagte Ludovic
Subran, Chefvolkswirt der Allianz . "Da Handel, Kapitalströme und
Regulierung zunehmend fragmentiert werden, ersetzt Resilienz
zunehmend Effizienz als dominierendes Ordnungsprinzip. Dadurch wird
das operative Umfeld komplexer und kostspieliger - und erhöht damit
den Druck, Versicherungen bezahlbar zu halten. Nicht weniger als die
strategische Bedeutung der Versicherungsbranche steht auf dem Spiel:
nicht nur als Instrument des Risikotransfers, sondern auch als
entscheidender Ermöglicher von Investitionen, Innovation und
wirtschaftlichem Vertrauen."
Die interaktive "Allianz Global Insurance Map finden Sie auf
unserer Homepage . Den aktuellen Global Insurance Report finden Sie
hier .
Ansprechperson zur Studie:
Arne Holzhausen
Head of Outreach, Allianz Investment Management SE
arne.holzhausen@allianz.com
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Rückfragehinweis:
Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: presse@allianz.at
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Quelle: dpa-AFX