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ROUNDUP 2/Brände: Griechenland kämpft - Situation ansonsten besser

01.08.2026 - 16:35:33
ISTANBUL/ATHEN/BORDEAUX/MADRID (dpa-AFX) - Hunderte gelöschter Waldbrände in der Türkei, bis zu 100 verbrannte Häuser in einem griechischen Küstenort, 1.000 brennende Hektar zwischen Marseille und Cannes sowie 46 aktive Brände in Spanien - die diesjährige Waldbrandsaison hält Einheimische und Urlauber in Atem.

* GRIECHENLAND

Besonders schlimm hat es zuletzt eine Region rund 60 Kilometer westlich von Athen erwischt: Noch am Morgen wurden die verbliebenen Einwohner des Ortes Porto Germeno von der Küstenwache am Strand aufgenommen und über das Meer in Sicherheit gebracht, dann brannten gut 100 Häuser nieder.

Die Situation des Feuers ist zwar besser, doch noch längst dürfen die Menschen nicht zurück in den Küstenort im Nordosten des Golfs von Korinth. Auch etliche andere Dörfer in der Region bleiben evakuiert. "Aufgrund der starken Winde können derzeit keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Wir hoffen, dass der Wind nachlässt. Es gibt keine andere Möglichkeit", sagte ein Vizebürgermeister dem Nachrichtensender Ertnews. Die zwei brennenden und schwelenden Flächen haben auf Satellitenbildern jeweils ungefähr die Größe von sechs mal sechs Kilometern - mithin rund 5.000 Fußballfelder.

Den großen Waldbrand im Süden der Urlaubsinsel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile im Griff. Allerdings seien weiterhin rund 220 Feuerwehrleute im Einsatz, um wieder aufflammende Glutnester zu bekämpfen, berichtete die Zeitung "Kathimerini". Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Brandursache; es wird gemutmaßt, dass das Feuer durch Schäden an Strommasten entstanden sein könnte. Kleiner Lichtblick: Der beliebte Palmenwald von Preveli - einer der wenigen natürlichen Palmenwälder Europas - wurde nur zum Teil von den Flammen beschädigt.

Zudem soll sich das Wetter bessern, die Winde werden etwas schwächer. Die Prognose der Waldbrandgefahr des Zivilschutzes liegt zwar für weite Teile des Landes immer noch bei "hoch" bis "sehr hoch", aber nicht mehr auf der höchsten Alarmstufe rot.

* FRANKREICH

Nach mehr als einer Woche Dauereinsatz von Feuerwehrleuten bei den massiven Bränden im Südwesten Frankreichs gibt es für die Region an der Atlantikküste gute Nachrichten: Das Feuer dort ist nach Angaben von Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez unter Kontrolle. Es gebe jedoch noch "aktive Zonen", so der Minister. Nach der Verbesserung der Lage werden demnach mehr als 10.000 weitere Menschen in ihre Wohnungen zurückkehren können. Bislang durften 198.000 der 224.000 Betroffenen wieder nach Hause.

Dagegen gibt ein wieder aufgeflammtes Feuer im südfranzösischen Département Var, das zwischen Marseille und Cannes liegt, weiterhin Anlass zur Sorge. Innerhalb weniger Stunden hatte es sich am Freitag auf einer Fläche von mehr als 1.000 Hektar ausgebreitet. Laut Nuñez handelt es sich um ein Hochrisikogebiet, besonders wegen erwarteter starker und trockener Winde am Nachmittag. Nach Angaben der Präfektur sind 1.500 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von 6 Löschflugzeugen und 5 Helikoptern.

* SPANIEN

Die verheerenden Waldbrände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt. Das Portal "Incendios España", das Daten aus allen 17 autonomen Regionen Spaniens und den 2 autonomen Städten auswertet, verzeichnet derzeit 46 aktive Waldbrände, darunter in Kastilien-León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha. Einsatzkräfte kämpften unter anderem in der nordwestlichen Provinz Zamora bei Fermoselle nahe der Grenze zu Portugal weiter gegen die Flammen.

Die Lage dort habe sich am Samstagmorgen nach den Einsätzen in der Nacht leicht gebessert, auch sei die Luftfeuchtigkeit gestiegen, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Regionalregierung von Kastilien-León. Allerdings sollte sich das Wetter zum Nachmittag hin wieder verschlechtern, mit erstarkenden Winden bei gleichzeitig hohen Temperaturen. Auch in der Provinz León, die zur selben autonomen Region gehört, waren noch Feuer aktiv, etwa in Vega de Espinareda.

Grund zur Erleichterung gibt es in der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia, bei dem mehr als 9.500 Hektar zerstört wurden, breitete sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden in Spanien inzwischen aufgehoben.

* TÜRKEI

In der Türkei kämpften Einsatzkräfte am Samstag den vierten Tag in Folge gegen die zahlreichen Waldbrände und waren auch nachts im Einsatz. 258 der 260 Feuer im ganzen Land - vornehmlich im Westen und Süden - konnten unter Kontrolle gebracht werden, wie Landwirtschafts- und Forstminister ?brahim Yumakli in Istanbul mitteilte. "Derzeit gibt es keine Brände mehr, die eine Gefahr darstellen", sagte Yumakli vor Reportern. Starke Winde erschweren seinen Worten zufolge jedoch die Löscharbeiten. Da sich einige Brände rasch ausbreiteten, ließen die Behörden vorsorglich weitere Orte evakuieren.

So wurden in der Ägäis-Provinz Ayd?n im Westen des Landes 550 Einwohner in Sicherheit gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am späten Freitag den Gouverneur Osman Varol zitierte./axa/DP/zb


Quelle: dpa-AFX
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