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Brauerei Ott kämpft nach Insolvenzantrag ums Überleben

17.06.2026 - 14:39:41
BAD SCHUSSENRIED (dpa-AFX) - Die finanziell angeschlagene Schussenrieder Brauerei Ott wird vorerst fortgeführt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthäus Rösch sagte, er sei optimistisch, das Familienunternehmen stabilisieren zu können. Durch das Insolvenzausfallgeld seien die Gehälter der 40 Beschäftigten für Juni, Juli und August gesichert. Der Rechtsanwalt kündigte an, dass er einen Investor für das kleine Unternehmen mit Sitz in Bad Schussenried (Kreis Ravensburg) suchen wolle. Es hatte beim Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt.

Rösch sagte, er müsse sich nun erst einmal einen genaueren Überblick über Situation verschaffen. Eine Aussage zum Anlass der Insolvenzanmeldung konnte er noch nicht machen. Das deutsche Insolvenzrecht unterscheidet zwischen drei Gründen: Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Familienbrauerei mit langer Geschichte

Die Brauerei im Landkreis Biberach gehört seit 120 Jahren der Familie Ott. Ihre Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück. Das Unternehmen, mittlerweile in vierter Generation geführt, produziert jährlich etwa sechs Millionen Liter Bier und ungefähr drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Beliefert werden die Regionen Oberschwaben, Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart.

Die Insolvenz reiht sich in einen bundesweiten Markttrend ein. Der Bierabsatz in Deutschland ist 2025 auf ein Rekordtief gefallen - ein Minus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Brauereien schrumpft: Nach dem Höhepunkt im Vor-Corona-Jahr 2019 haben viele Betriebe aufgegeben.

Als Hauptursachen für die Schwierigkeiten der Branche gelten neben dem sinkenden Bierkonsum auch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie eine allgemeine Kaufzurückhaltung. Auch in Baden-Württemberg ist die Lage angespannt: Erst im Herbst war die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum in die Insolvenz gerutscht. Im März wurde zwar ein Investor gefunden - allerdings um den Preis eines deutlichen Stellenabbaus./ols/DP/stw


Quelle: dpa-AFX
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