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Nachrichtenübersicht

Original-Research: EverYield AG (von GBC AG): Management-Interview

08.06.2026 - 16:00:17
^
Original-Research: EverYield AG - von GBC AG

08.06.2026 / 16:00 CET/CEST
Veröffentlichung einer Research, übermittelt durch EQS News - ein Service
der EQS Group.
Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Einstufung von GBC AG zu EverYield AG

     Unternehmen:              EverYield AG
     ISIN:                     DE000A4EVPH1


     Anlass der Studie:        Management-Interview
     Empfehlung:               Management-Interview
     Letzte Ratingänderung:
     Analyst:                  Cosmin Filker


"Wir machen aus einem regulatorischen Entsorgungsproblem eine skalierbare
Infrastrukturplattform"

Im Rahmen der aktuellen Anleiheemission der EverYield AG hat Cosmin Filker,
Analyst der GBC AG, mit Mario Mildner, CEO von EverYield, über das
Geschäftsmodell, die geplante Infrastrukturplattform sowie die geplante
Anleihefinanzierung gesprochen. Im Fokus des Gesprächs standen insbesondere
die Themen Klärschlammverwertung, Phosphorrückgewinnung,
Energy-Campus-Konzept, Managementkompetenz, Eigenkapital-Commitment sowie
die Frage, ab wann erste operative Umsätze aus dem Modell erwartet werden
können. Die Gesellschaft plant den Aufbau einer Infrastrukturplattform rund
um die thermische Behandlung und Verwertung von Klärschlamm, Pelletierung,
Phosphorrückgewinnung sowie ergänzende Energie- und Infrastrukturmodule.

GBC AG: Herr Mildner, EverYield positioniert sich nicht als klassischer
Immobilienentwickler, Energieversorger oder Entsorgungsdienstleister. Wie
würden Sie das Geschäftsmodell in einfachen Worten beschreiben?

Mario Mildner, CEO EverYield AG: EverYield entwickelt eine
Infrastrukturplattform rund um Klärschlamm, Phosphor, Energie und regionale
Wertschöpfung. Der Ausgangspunkt ist ein sehr konkretes Problem: Kommunen
und Kläranlagenbetreiber müssen Klärschlamm zunehmend regulatorisch sauber
verwerten und gleichzeitig Phosphor als wichtigen Rohstoff zurückgewinnen.
Wir wollen diesen Entsorgungsstrom in ein planbares Infrastrukturmodell
überführen.

Im Kern entwickeln wir sogenannte Energy-Campus-Projekte. Dort soll
Klärschlamm übernommen, getrocknet, pelletiert, thermisch verwertet und
perspektivisch auch zur Rückgewinnung von Phosphor genutzt werden. Daraus
entstehen mehrere mögliche Erlösquellen: Entsorgungs- bzw.
Contracting-Gebühren, Energieerlöse aus Strom und Wärme, die Verwertung von
Klärschlamm-Pellets sowie künftig zusätzliche Produkt- und Rohstofferlöse.
Wir betrachten Klärschlamm nicht als Abfall, sondern als Ausgangspunkt für
Infrastruktur, Energie und Rohstoffsicherung.

GBC AG: Was ist aus Ihrer Sicht der wesentliche Markttrend, der EverYield
unterstützt?

Mario Mildner: Der Markt wird vor allem durch Regulierung getrieben. In
Europa steigt der Druck, Klärschlamm nicht mehr einfach zu deponieren oder
unstrukturiert zu entsorgen, sondern thermisch zu verwerten und Phosphor
zurückzugewinnen. Gleichzeitig stehen viele Kommunen vor der
Herausforderung, dass sie diese Infrastruktur nicht vollständig selbst
entwickeln, finanzieren und betreiben wollen oder können.

Das schafft einen Markt für professionelle Infrastrukturpartner. EverYield
will hier genau ansetzen: Wir bieten keine reine Entsorgungsdienstleistung,
sondern ein strukturiertes Infrastruktur- und Contracting-Modell. Für
Kommunen bedeutet das Planbarkeit, regulatorische Erfüllung und eine
langfristige Lösung. Für Investoren entsteht dadurch ein Geschäftsmodell,
das weniger von klassischen Konjunkturzyklen abhängig ist, sondern von
langfristigen gesetzlichen und infrastrukturellen Anforderungen.

GBC AG: Welche Rolle spielt die Pelletierung im Geschäftsmodell?

Mario Mildner: Die Pelletierung ist ein zentraler technologischer Baustein.
Klärschlamm ist in seiner ursprünglichen Form schwer handhabbar, schwer
lagerbar und logistisch anspruchsvoll. Durch Trocknung und Pelletierung soll
daraus ein standardisiertes, transportfähiges und energetisch nutzbares
Produkt entstehen.

Damit wird aus einem Entsorgungsproblem ein verwertbarer Energieträger und
zugleich die Grundlage für weitere stoffliche Nutzung, insbesondere für die
Phosphorrückgewinnung. Die Pellets können innerhalb des eigenen
Energy-Campus-Konzepts eingesetzt oder, sofern wirtschaftlich sinnvoll, auch
extern an kommunale, industrielle oder energetische Abnehmer vermarktet
werden. Dadurch entsteht ein flexibles Modell, das interne Nutzung und
externe Vermarktung miteinander verbinden kann. Wir sehen die Pelletierung
als Schlüsseltechnologie, durch die Klärschlamm lagerfähig, transportfähig,
energetisch nutzbar und stofflich weiterverwertbar werden soll.

GBC AG: EverYield befindet sich noch in einer frühen Unternehmensphase.
Welche Managementkompetenzen bringen Sie und das Team für die Umsetzung mit?

Mario Mildner: Das ist ein wichtiger Punkt, weil das Modell nur
funktioniert, wenn Kapitalmarktverständnis, Projektentwicklung, öffentliche
Infrastruktur, Energie- und Industriekompetenz zusammenkommen. Mein eigener
Hintergrund liegt insbesondere in Immobilien-, Projekt- und
Beteiligungsstrukturen. Das ist für den Aufbau einer Plattform sehr
relevant, weil Standorte gesichert, Projekte strukturiert,
Finanzierungslösungen entwickelt und langfristige Partner eingebunden werden
müssen.

Gleichzeitig bauen wir die Managementstruktur gezielt aus. EverYield ist
kein Ein-Mann-Projekt, sondern wird als skalierbare Plattform mit klaren
Verantwortlichkeiten, industriellen Partnern und professioneller
Projektsteuerung aufgebaut. Derzeit bin ich noch das einzige
Vorstandsmitglied und bringe mehr als 25 Jahre Erfahrung in der
Immobilienwirtschaft mit Fokus auf Projektentwicklung, Akquisition und
Finanzierungsstrukturierung ein.

Mit Wirkung zum 1. September 2026 wurden zudem Florian Wurz und Mag.
Christoph Kaltenbacher zu weiteren Vorstandsmitgliedern bestellt. Florian
Wurz war über viele Jahre Vorstand im Raiffeisen-Dachverband und
verantwortete dabei die Zusammenarbeit mit mehr als 300 selbstständigen
Raiffeisenbanken, über 1.800 Bankstellen in Österreich, acht
Raiffeisen-Landeszentralen sowie rund 24.700 Mitarbeiter:innen. Darüber
hinaus verfügt er über umfassende Erfahrung in den Bereichen
Projektentwicklung, Immobilien, Digitalisierung und Projektmanagement.

Mag. Christoph Kaltenbacher bringt umfassende Expertise in den Bereichen
Energie, Konzernfinanzierung, Controlling sowie großvolumige Wind- und
Photovoltaikfinanzierungen mit.

GBC AG: Warum wird zur Finanzierung eine Anleihe eingesetzt und wofür sollen
die Mittel verwendet werden?

Mario Mildner: Die Anleihe passt aus unserer Sicht zur Natur des
Geschäftsmodells. Wir entwickeln reale Infrastruktur mit langfristigem
Charakter. Dafür braucht es in der Anfangsphase Kapital für
Standortakquisition, Projektentwicklung, technische Planung,
Genehmigungsprozesse, Aufbau der Plattform und die Vorbereitung der ersten
Energy-Campus-Projekte.

Die Anleihemittel sollen also nicht für ein abstraktes Wachstumsthema
verwendet werden, sondern für den Aufbau einer konkreten
Infrastrukturplattform. Geplant ist insbesondere die Startfinanzierung für
erste Standorte und die frühe Entwicklung der Energy-Campus-Infrastruktur.
Mit zunehmender Reife der Projekte soll daraus eine Basis entstehen, die
später projektfinanzierungsfähig, refinanzierungsfähig und für
institutionelle Infrastrukturinvestoren interessant werden kann.

Die Fremdkapitalfinanzierung soll nicht isoliert stehen. Neben der Anleihe
ist ein substanzielles Eigenkapital-Commitment vorgesehen. Die
Alleingesellschafterin hat eine Barkapitalerhöhung über 10 Mio. EUR zugesagt,
deren gesellschaftsrechtliche Umsetzung nach den Prospektangaben im Gange
ist. Dieses Eigenkapital ist aus unserer Sicht ein wichtiges Signal, weil es
zeigt, dass das Projekt auch von der Gesellschafterseite substanziell
getragen wird.

GBC AG: Erzielt EverYield heute bereits operative Umsätze? Und wann rechnen
Sie mit ersten Erlösen aus dem operativen Modell?

Mario Mildner: Das potenzielle Projekt Steiermark wird in unserer
Modellrechnung separat betrachtet, da dort bereits eine Photovoltaikanlage
sowie eine Holzgas-Erzeugungsanlage bestehen. Für diesen Standort wird ein
jährlicher Umsatzbeitrag von rund 11 Mio. EUR angesetzt. Die Umsätze der Jahre
2026 und 2027 reflektieren daher primär den potenziellen Beitrag des
Standorts Steiermark.

Darüber hinaus befindet sich EverYield aktuell noch in der Aufbau- und
Projektentwicklungsphase. Wesentliche operative Umsätze aus dem
standardisierten Energy-Campus-Modell erwarten wir nach aktueller Planung ab
2028, sobald weitere Projekte schrittweise in Betrieb gehen. Bis dahin liegt
der Fokus auf Projektentwicklung, Genehmigungen, Finanzierung und dem Aufbau
der Plattform.

GBC AG: Was sollten Investoren in den kommenden 12 bis 24 Monaten besonders
beobachten?

Mario Mildner: Die wichtigsten Meilensteine liegen in der Konkretisierung
der Projektpipeline. Entscheidend wird sein, welche Standorte gesichert
werden können, welche Genehmigungs- und Vertragsfortschritte erzielt werden
und wie die technische sowie finanzielle Struktur der ersten
Energy-Campus-Projekte final ausgestaltet wird.

Für Investoren sind aus unserer Sicht vier Punkte zentral: Erstens die
Umsetzung des Eigenkapital-Commitments, zweitens der erfolgreiche Aufbau der
Projektgesellschaften und Standorte, drittens belastbare Vertragsstrukturen
mit Kommunen, Partnern und Abnehmern, und viertens der Fortschritt Richtung
Bau und Inbetriebnahme der ersten Anlagen.

Wir sehen EverYield als langfristiges Infrastrukturthema. Der Investment
Case entsteht nicht über kurzfristige Projektumsätze, sondern über den
Aufbau wiederholbarer, regulierungsgetriebener Cashflows. Wenn es gelingt,
die ersten Anlagen erfolgreich umzusetzen und daraus ein standardisierbares
Modell abzuleiten, entsteht die eigentliche Plattformlogik: aus Klärschlamm
wird Energie, aus Energie wird Infrastruktur und aus Infrastruktur wird
langfristiger Unternehmenswert.

GBC AG: Herr Mildner, zum Abschluss: Warum kann die EverYield-Anleihe aus
Ihrer Sicht für Investoren attraktiv sein?

Mario Mildner: Die Anleihe verbindet aus unserer Sicht drei Elemente, die in
dieser Kombination im aktuellen Marktumfeld interessant sind: eine
attraktive laufende Verzinsung in Höhe von 9,0 % p.a., ein
realwirtschaftlich unterlegtes Infrastrukturthema und einen Markt, der nicht
primär durch kurzfristige Konjunkturzyklen, sondern durch Regulierung und
strukturellen Investitionsbedarf geprägt ist.

Investoren finanzieren mit der Anleihe den Aufbau der ersten
Energy-Campus-Projekte und damit die Transformation eines heute häufig
belastenden Entsorgungsstroms in eine nutzbare Infrastruktur-, Energie- und
Rohstofflösung. Die wirtschaftliche Grundlogik basiert auf mehreren
möglichen Erlösquellen: Entsorgungs- bzw. Contracting-Gebühren als
Basiscashflow, ergänzende Energieerlöse, die Verwertung von
Klärschlamm-Pellets sowie perspektivisch die Rückgewinnung und Vermarktung
von Phosphor.

Attraktiv ist zudem, dass die geplante Finanzierung nicht isoliert steht.
Neben der Anleihe ist ein substanzielles Eigenkapital-Commitment vorgesehen.
Zudem zeigen die Unterlagen ein bereits indikatives Investoren-Commitment in
Höhe von 6 Mio. EUR, was rund 20 % des geplanten Emissionsvolumens entspricht.
Aus unserer Sicht ist das ein wichtiges Signal, weil es die frühe
Marktvalidierung des Investment Case unterstützt.

Gleichzeitig wollen wir transparent bleiben. EverYield befindet sich in
einer frühen Entwicklungsphase. Die Anleihe ist daher keine klassische
Bestandsinfrastruktur-Anleihe mit bereits laufenden operativen Cashflows,
sondern eine entwicklungsorientierte Infrastrukturfinanzierung. Genau dafür
bietet der angestrebte Zinssatz aus unserer Sicht eine angemessene
Renditekomponente. Für Investoren, die ein regulatorisch getriebenes
Infrastrukturthema mit klarer Skalierungslogik, realen Assets und
langfristigem Marktbedarf suchen, kann die Anleihe daher eine interessante
Beimischung im Bereich Unternehmens- und Infrastrukturanleihen darstellen.

GBC AG: Vielen Dank für das Interview.

Rechtlicher Hinweis / Disclaimer:
Die hier bereitgestellten Informationen zur Anleihe und zum öffentlichen
Angebot der EverYield AG dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie
stellen weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zum Kauf von
Wertpapieren der EverYield AG dar und sind auch keine Empfehlung zum Kauf
von Wertpapieren der EverYield AG. Das öffentliche Angebot erfolgt
ausschließlich durch und auf Basis des auf der Website der EverYield AG
(https://everyield.at/) veröffentlichten, von der Commission de Surveillance
du Secteur Financier (CSSF) am 29.05.2026 gebilligten und an die deutsche
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die
österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) notifizierten
Wertpapierprospekts. Der Wertpapierprospekt enthält die nach den
gesetzlichen Bestimmungen erforderlichen Informationen für Anleger und kann
über den folgenden Link kostenlos aufgerufen werden:
https://everyield.at/wp-content/uploads/2026/05/Wertpapierprospekt_EverYield-AG.pdf.
Potentiellen Anlegern wird dringend empfohlen, den Prospekt zu lesen, bevor
sie eine Anlageentscheidung treffen. Es wird darauf hingewiesen, dass die
Billigung des Prospekts nicht als Befürwortung der Wertpapiere durch die
CSSF zu verstehen ist.



Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
https://eqs-cockpit.com/c/fncls.ssp?u=402ad050e49e965d548c1dd9f7343320

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR
Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher
Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,11); Einen Katalog möglicher
Interessenkonflikte finden Sie unter:
https://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung
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Fertigstellung: 08.06.2026 (12:35 Uhr)
Erste Weitergabe: 08.06.2026 (16:00 Uhr)

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2341652 08.06.2026 CET/CEST

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Quelle: dpa-AFX
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