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Die Daten des Infrarot-Sounders von Meteosat Third Generation sind nun einsatzbereit und tragen zur Verbesserung von Vorhersagen und Unwetterwarnungen bei.
DARMSTADT, Deutschland --(BUSINESS WIRE)-- 13.10.2026 --
Die Daten des Infrarot-Sounders an Bord des ersten Meteosat-Satelliten der dritten Generation (MTG) gehen heute in den operationellen Betrieb über. Gleichzeitig erhält der Satellit seinen neuen Namen: Meteosat-13. Die Messungen des Sondierungsinstruments zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Spurengasen in den verschiedenen Höhen der Atmosphäre ermöglichen frühzeitigere und präzisere Unwetterwarnungen und verbessern die Luftqualitätsvorhersagen für ganz Europa. Damit tragen sie dazu bei, Menschenleben, Existenzgrundlagen und die Wirtschaft zu schützen.
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Der Infrarot-Sounder ist eines von zwei Instrumenten an Bord von Meteosat-13, der am 1. Juli 2025 gestartet wurde. Er ist der erste seiner Art, den Europa in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht hat. Zugleich ist er eine Weltpremiere für ein globales operationelles Wetterbeobachtungsprogramm und unterstreicht Europas führende Rolle auf diesem Gebiet. Alle 30 Minuten lassen sich anhand seiner Messdaten detaillierte Angaben darüber machen, wie warm und feucht die Luft in verschiedenen Höhen über Europa ist. Außerdem lassen sich damit Ozon, Staub und Vulkanasche erfassen.
„Die nationalen Wetterdienste in den EUMETSAT-Mitgliedstaaten können diese Daten nun nutzen, um Anzeichen atmosphärischer Instabilität zu erkennen, noch bevor sich Wolken bilden“, sagt EUMETSAT Generaldirektor Phil Evans. „Zusammen mit den Bild- und Blitzdaten der MTG-Imager-Satelliten sowie die neuen Daten von Meteosat-13, mit ihren kurzen Wiederholungszeiten, bekommen die Mitgliedstaaten einen echten vierdimensionalen Blick auf die Atmosphäre. So können Meteorologen einen Sturm über Europa von den ersten Anzeichen atmosphärischer Instabilität über seine Entwicklung bis hin zu voller Intensität mit Blitzen und Niederschlag verfolgen.“
„Der Klimawandel dazu führt, dass extreme Wetterereignisse häufiger auftreten und intensiver werden. Diese Daten werden die Kurzfristvorhersagen von Sturzfluten, heftigen Stürmen, Hagel und gefährlichen Winden verbessern. Meteorologen können Wettergefahren früher und detaillierter erkennen. So können die Bevölkerung, Einsatzkräfte und Behörden schneller reagieren und Menschenleben retten. „Mein aufrichtiger Dank gilt unseren Mitgliedstaaten sowie allen Teams bei EUMETSAT und unseren Partnerorganisationen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.“
Ein neuer Blick auf die dynamische Atmosphäre der Erde
Aus einer Höhe von rund 36.000 Kilometern über dem Äquator funktioniert der Infrarot-Sounder nach dem gleichen Prinzip wie eine Wärmebildkamera. Das Instrument misst knapp 2.000 Infrarotwellenlängen, deren Signale Informationen aus verschiedenen Höhen und über unterschiedliche Bestandteile der Atmosphäre enthalten.
Eine heute veröffentlichte neue Animation, die auf realen Beobachtungen basiert, kombiniert diese Daten mit den Daten des MTG-Imagers zu einer dreidimensionalen Karte der Atmosphäre, und bezieht dazu die Zeit als vierte Dimension ein, indem sich die Karte im Laufe der Zeit verändert und dabei Gewitterwolken, Blitze, Winde und Niederschläge sichtbar macht.
„Die Stärke des MTG-Systems liegt im Zusammenspiel seiner beiden Satellitentypen (MTG-Imager und MTG-Sounder)“, erklärt Tony McNally, Leiter des Bereichs „Earth System Assimilation“ am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF). „Die Imager-Satelliten liefern räumliche Details zur Verfolgung von Wolken, Blitzen und Ereignissen an der Erdoberfläche wie Waldbränden. Der Sounder liefert zusätzlich dreidimensionale Informationen über die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Höhen der Atmosphäre. Dies ist eine äußerst leistungsstarke Kombination, die wir in Vorhersagemodellen nutzen können, um genauere Vorhersagen zu erstellen und bessere Warnungen vor Unwettern auszugeben.“
Die dritte Generation der Meteosat-Satelliten ist das komplexeste europäische Erdbeobachtungssystem für Wetter und Klima, das je gebaut wurde. Mit der Bereitstellung operationeller Daten ergänzt Meteosat-13 den Imager-Satelliten Meteosat-12. Ein zweiter Imager-Satellit, MTG-I2, befindet sich derzeit in der Inbetriebnahmephase im Orbit und soll Europa alle 2,5 Minuten erfassen.
Das System wurde von EUMETSAT und der ESA entwickelt und von der europäischen Industrie unter Federführung von Thales Alenia Space gebaut, wobei OHB für den Sounder-Satelliten verantwortlich ist. Es wird während seiner gesamten Lebensdauer von EUMETSAT betrieben. Ein zweites Instrument an Bord von Meteosat-13 dient der Luftqualitätsmission Sentinel-4 des Copernicus-Programms der Europäische Union. Es wird voraussichtlich ab 2027 operationelle Daten liefern.
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Über EUMETSAT – Verlässlich im Weltraum. Unverzichtbar auf der Erde.
Seit 1986 beobachtet EUMETSAT, die europäische Agentur für meteorologische Satelliten, Wetter und Klima aus dem Weltraum. Von ihrem Sitz in Darmstadt aus betreibt sie Satellitenflotten zur Beobachtung des Erdsystems und stellt ihren 30 Mitgliedstaaten Echtzeitdaten und -bilder zur Verfügung, die einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung und die Unterstützung kritischer Sektoren leisten. Fünf Meteosat-Satelliten im geostationären Orbit überwachen kontinuierlich sich rasch entwickelnde Wetterereignisse, während zwei polarumlaufende Metop-Satelliten entscheidende Daten für Vorhersagen mit einem Zeithorizont von bis zu zehn Tagen liefern. EUMETSAT unterstützt zudem EU-Politiken zur Stärkung der europäischen Souveränität. In diesem Zusammenhang betreibt EUMETSAT Dienste im Rahmen des Copernicus-Programms und leitet Entwicklung und Management des Data Lake für „Destination Earth“.
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