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APA ots news: OeNB: Österreichs Außenwirtschaft stabil zwischen Risiken und...

13.05.2026 - 11:11:38
APA ots news: OeNB: Österreichs Außenwirtschaft stabil zwischen Risiken und Chancen

Leistungsbilanzplus von 9,5 Mrd EUR im Jahr 2025 - Anstieg der
Energiepreise dämpft Aussicht für 2026

Wien (APA-ots) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) veröffentlicht
am 13. Mai
2026 die aktuellen Ergebnisse der Außenwirtschaftsstatistik für
Österreich. Insgesamt ist das Handelsvolumen, die Summe aller Exporte
und Importe von Gütern und Dienstleistungen, um 2,7% auf rund 554 Mrd
EUR gestiegen. Im Jahr 2025 wurde ein Leistungsbilanzüberschuss von
9,5 Mrd EUR (1,9 % des BIP) erwirtschaftet - und das in einem
anhaltend schwierigen internationalen Umfeld mit geopolitischen
Spannungen und Handelskonflikten. Haupttreiber war der Tourismus,
aber auch der Güterhandel generierte stabile Einnahmen. 2026 stellen
die Folgen des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten Österreichs
Außenwirtschaft vor Herausforderungen: Die Energiepreise,
insbesondere Rohöl, sind deutlich gestiegen - jedoch bisher weniger
stark als in früheren Krisen. Gleichzeitig bieten neue
Handelsabkommen auch Chancen für Österreichs Exportwirtschaft.

" Die Energiekrise im Jahr 2022 hatte deutliche Auswirkungen auf
den Leistungsbilanzsaldo, der nach 20 Jahren erstmals ins Negative
drehte. Für das Jahr 2026 zeigen Schätzungen der OeNB, dass die
gestiegenen Energiepreise den Leistungsbilanzüberschuss in Prozent
des BIP um rund Ÿ Prozentpunkte dämpfen. 2022 lag der Effekt bei rund
2 Prozentpunkten ", unterstreicht OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud
Stiftinger. So ist der Reiseverkehr einmal mehr die Hauptstütze der
Leistungsbilanz: Die Ausgaben von Besucher:innen in Österreich
überstiegen die Ausgaben von Österreicher:innen im Ausland um 9,7 Mrd
EUR. Insgesamt ließen sie rund 26 Mrd EUR in Österreich, ein Anstieg
um 6,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Gäste gaben im Durchschnitt
222 EUR pro Übernachtung aus, das sind um 4 % mehr als im Vorjahr.
Trotz dieses Anstiegs konnten die Tourismusbetriebe wegen der
gestiegenen Preise real aber nicht mehr verdienen.

Für 2026 zeichnet sich eine Verschiebung ab: Die Sperre der
Straße von Hormuz und Kerosinengpässe machen Fernreisen teurer und
risikobehafteter. Die Zahl der Gäste aus dem arabischen Raum und
Asien werden wird zurückgehen, aber die Nachfrage aus Nachbarländern,
die Suche nach sicheren Reisezielen und die Nachfrage von den
Österreicher:innen selbst könnten einen Teil möglichen Rückgangs
kompensieren. Gäste aus dem arabischen Raum generieren für
Gesamtösterreich einen geringen Anteil von rund 2% der
Reiseverkehrseinnahmen, sind aber für einzelne Reiseziele innerhalb
Österreichs sehr wohl bedeutsam.

Auch der Güterhandel nach Außenwirtschaftsstatistik, der in die
Berechnung des BIP einfließt, unterstützte 2025 das positive Ergebnis
in der Leistungsbilanz mit einem Plus von 5,1 Mrd EUR. Im Unterschied
zur Außenhandelsstatistik von Statistik Austria, die für 2025 ein
Handelsdefizit von -6,6 Mrd EUR bei Gütern veröffentlicht, geht die
Außenwirtschaftsstatistik der OeNB über einen reinen
grenzüberschreitenden Handel hinaus. Insbesondere wird der Beitrag
des globalen Handels berücksichtigt, beispielsweise Exporte
österreichischer Unternehmen über ausländische Niederlassungen, die
nicht über Österreichs Grenze gehen.

Zwtl.: Keine Abwanderung österreichischer Firmen zur Umgehung der US-
Zölle

Die anhaltenden Leistungsbilanzüberschüsse der letzten zwei
Jahrzehnte gingen mit einem historischen Rekordstand der im Ausland
gehaltenen Finanzaktiva einher. Österreich wies netto Forderungen
gegenüber dem Ausland in der Höhe von 135 Mrd EUR aus. Die
internationalen Vermögensbestände Österreichs sind damit so hoch wie
nie zuvor. Im Jahr 2025 wirkten sich insbesondere Kursgewinne von
Finanzinvestitionen im Ausland in der Höhe von 47 Mrd EUR positiv auf
die Auslandsforderungen aus. Einen negativen Effekt auf den
Vermögensaufbau hatten hingegen die Wechselkurseffekte, wobei
insbesondere in US-Dollar notierte Investitionen aufgrund des
schwachen Dollar verloren.

" Die Direktinvestitionen Österreichs im Ausland und vom Ausland
in Österreich zeigten in den letzten Jahren wenig Dynamik und
stagnierten - ein Trend, der die internationalen
Deglobalisierungstendenzen widerspiegelt. Für das Jahr 2026 wird für
Österreich jedoch eine Belebung erwartet, da bereits einige größere
Investitionen angekündigt wurden ", erklärte Regina Fuchs, Direktorin
der Hauptabteilung Statistik. Ein Blick auf die Direktinvestitionen
in die USA zeigt zudem bislang keine Anzeichen für eine Abwanderung
österreichischer Firmen zur Umgehung der US-Zölle.

Zwtl.: Energiepreise steigen, doch Österreich ist immer weniger
abhängig von Rohöl

Im Jahr 2026 stellen die Folgen des Kriegs im Nahen und Mittleren
Osten und der Sperre der Straße von Hormuz Österreichs
Außenwirtschaft vor Herausforderungen durch einen deutlichen Anstieg
von Energiepreisen, speziell von Rohöl. Das wird die Leistungsbilanz
2026 negativ beeinflussen, die Effekte werden aber weniger stark sein
als im Krisenjahr 2022. OeNB-Chefökonom Wolf Heinrich Reuter dazu: "
Die Energiekrise im Jahr 2022 hatte deutliche Auswirkungen auf den
Leistungsbilanzsaldo, der nach 20 Jahren erstmals ins Negative
drehte. Für das Jahr 2026 zeigen Schätzungen der OeNB, dass die
gestiegenen Energiepreise den Leistungsbilanzüberschuss in Prozent
des BIP um rund Ÿ Prozentpunkte dämpfen. 2022 lag der Effekt bei rund
2 Prozentpunkten. " Der Grund für die deutlich geringere
Anfälligkeit: Verglichen mit dem Jahr 2022 stiegen die Preise bisher
weniger stark, zudem hat sich der langfristige Trend einer sinkenden
Abhängigkeit Österreichs von Öl und Gas in den letzten Jahren
fortgesetzt.

Die kommenden Jahre bergen für Österreichs Außenwirtschaft auch
Wachstumschancen. Einerseits werden diese eröffnet durch neue und
vertiefte Handelsabkommen mit der Schweiz, Australien, Indien und den
Mercosur-Staaten. Im Jahr 2025 machten diese Märkte - mit großem
Potenzial - etwa 8 % der Exporte und strategischen
Firmenbeteiligungen aus, was vergleichbar mit dem Anteil der USA ist.
Andererseits bleibt der Euroraum, insbesondere Deutschland, mit
Abstand der wichtigste Handelspartner Österreichs und ein zentraler
Standort für strategische Investitionen. Die aktuellen Initiativen
zur Stärkung des Binnenmarkts innerhalb der EU bieten hier
zusätzliche Exportpotenziale.

Zwtl.: Begriffserläuterungen

Außenwirtschaftsstatistik: Die Außenwirtschaftsstatistik der OeNB
(auch Zahlungsbilanzstatistik) erfasst alle Transaktionen (
Rechtsgeschäfte) mit dem Ausland.

Außenhandelsstatistik: Die Außenhandelsstatistik der Statistik
Austria erfasst die Einfuhr und Ausfuhr von Waren an der
österreichischen Grenze.

Güterbilanz: Die Güterbilanz als Teil der
Außenwirtschaftsstatistik erfasst den Export (Bilanzerlös) und Import
(Bilanzaufwendung) von Gütern als Eigentumsübergang zwischen
einem:einer österreichischen und einem:einer ausländischen
Geschäftspartner:in.

Leistungsbilanz: Die Leistungsbilanz als Teil der
Außenwirtschaftsstatistik erfasst alle realwirtschaftlichen
Transaktionen mit dem Ausland (Güter, Dienstleistungen inkl.
Reiseverkehr, Einkommen).

Direktinvestitionen: Direktinvestitionen sind strategische
Firmenbeteiligungen im Ausland und werden als Teil der
Außenwirtschaftsstatistik sowohl in der Kapitalbilanz (Transaktionen)
als auch in der Internationalen Vermögensposition (Bestände) erfasst.

Rückfragehinweis:
   Oesterreichische Nationalbank 
   Pressesprecherin 
   Mag.a Marlies Schroeder, MiM 
   Telefon: (+43-1) 404 20-6900 
   E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at 
   Website: https://www.oenb.at 


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom

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OTS0069 2026-05-13/11:05


Quelle: dpa-AFX
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