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Nachrichtenübersicht

OTS: Proxima Fusion / Kanzler-Reise nach Asien: Proxima Fusion und Fujikura ...

28.10.2026 - 17:14:14
Kanzler-Reise nach Asien: Proxima Fusion und Fujikura unterzeichnen
MoU für Zusammenarbeit in Deutschland (FOTO)
München/Tokio (ots) - +++ Internationales Know-how und Kapital für den
Industriestandort Deutschland: Proxima Fusion und das japanische Unternehmen
Fujikura loten Möglichkeiten der großindustriellen Produktion von HTS-Band in
Deutschland aus, einer Schlüsseltechnologie für Fusionsenergie.

+++ MoU wurde in Tokio im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und der
japanischen Premierministerin Sanae Takaichi unterzeichnet.

+++ Standort für die Produktionsanlage soll Niedersachsen werden.

+++ Die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit eröffnet Perspektiven über Fusion
hinaus: Eine HTS-Fertigung kann Impulse für qualifizierte Beschäftigung setzen
und die deutsche Unabhängigkeit im globalen Wettbewerb stärken.

Proxima Fusion, Europas führendes Stellarator-Fusionsunternehmen, strebt an,
internationales Produktions-Know-how und Investitionen für eine
Schlüsseltechnologie der Fusionsenergie nach Deutschland zu holen. Gemeinsam mit
Fujikura, einem weltweit führenden Hersteller von Hochtemperatur-Supraleitern
(HTS)1, hat das Unternehmen eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet, um den
Weg für den Aufbau einer großindustriellen Produktion von HTS-Band zu bereiten.
Das MoU wurde in Tokio im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und der
japanischen Premierministerin Sanae Takaichi unterzeichnet.

Die geplante Ansiedlung soll in Niedersachsen erfolgen, die industrielle
Wertschöpfungskette in Deutschland stärken und eine zentrale Lücke in Europas
Fusionslieferkette schließen. Diesem MoU vorausgegangen war eine entsprechende
Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und Proxima Fusion vor wenigen
Wochen. Die vom Land zugesagten Fördermittel für den Aufbau der
Produktionsstätte sind unter anderem daran geknüpft, dass Proxima Fusion einen
Projektpartner findet, der Expertise in der Fertigung von HTS-Band einbringt.

Japanische Materialkompetenz trifft auf deutsche Fusionstechnologie

HTS-Band ist ein global sehr stark nachgefragtes Schlüsselmaterial für kompakte,
leistungsstarke Magnete. Diese werden unter anderem für
Stellarator-Fusionsanlagen benötigt, da sie besonders starke Magnetfelder
erzeugen. Mit dieser Initiative streben die Unternehmen an, die für den Einsatz
der Fusionsenergie wesentliche Lieferkette zu stärken und zu einer vertieften
industriellen Zusammenarbeit zwischen Japan und Deutschland beizutragen.

Proxima benötigt nach aktueller Planung rund 20.000 Kilometer HTS-Band für
seinen Fusionsdemonstrator Alpha und weitere 40.000 Kilometer für das geplante
Fusionskraftwerk Stellaris. Diese Nachfrage macht das Unternehmen zu einem
Ankerkunden für den industriellen Hochlauf der HTS-Band-Produktion in
Deutschland. Langfristig planbare Abnahmemengen sind wichtig, um neue
Produktionskapazitäten aufzubauen, Fertigungswissen zu entwickeln und die Kosten
pro Meter zu senken. Auf dem Weg von der Fusionsforschung zum Kraftwerksbetrieb
wird die Nachfrage nach fusionsgeeignetem HTS-Band weltweit erhebliche
zusätzliche Produktionskapazitäten erfordern. Japan und Deutschland setzen sich
gleichermaßen für wirtschaftliche Sicherheit, widerstandsfähige Lieferketten und
verlässliche Partnerschaften ein. Die Zusammenarbeit verbindet Japans führende
Kompetenz bei Hochtemperatur-Supraleitern mit Deutschlands industriellen
Stärken, um entsprechende Produktionskapazitäten in Europa aufzubauen.

"Deutschland und Europa haben sich klar dafür entschieden, bei der Fusion eine
führende Rolle einzunehmen. Aber Europas Ambitionen in der Fusionsenergie hängen
von industriellen Fähigkeiten ab, die wir heute aufbauen müssen. Dazu gehört die
Lieferkette, die für ein Fusionskraftwerk bereits Jahre vor dem Kraftwerk selbst
stehen muss. Deshalb arbeiten wir schon heute an der Verfügbarkeit von HTS-Band,
sowohl für unseren Demonstrator Alpha, der einen Nettoenergiegewinn
demonstrieren soll, als auch für Stellaris, das erste Fusionskraftwerk auf
Stellarator-Basis. Fujikura ist ein führender Hersteller von
Hochtemperatur-Supraleitern und wir sind stolz darauf, diese
Produktionskompetenz in Deutschland gemeinsam mit dem Unternehmen
voranzutreiben. Indem langfristige Nachfrage mit erstklassigem
Produktions-Know-how verbunden wird, baut Europa seine Lieferkette für die
Fusionsenergie auf", sagt Dr. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von
Proxima Fusion.

Für Fujikura eröffnet die Partnerschaft die Perspektive, sein HTS-Geschäft um
eine industrielle Fertigung in Europa zu erweitern. Proximas
Stellarator-Programm bietet dafür einerseits die langfristige Nachfrage in
großen Mengen, die eine großindustrielle Bandproduktion benötigt, und
andererseits einen klaren Fahrplan, Fusionsenergie in Europa ins Stromnetz zu
bringen. Das 1885 gegründete japanische Unternehmen hat wiederholt frühzeitig in
Technologien investiert, bevor diese zum Industriestandard wurden, etwa bei
Glasfasern. Im Rahmen seiner aktuellen, auf Vernetzung ausgerichteten "Fourth
Founding"-Strategie betrachtet Fujikura Hochtemperatur-Supraleiter als eine
Technologie, die nicht nur die eigene Unternehmensentwicklung prägen wird,
sondern auch die Art, wie künftig Energie erzeugt und distribuiert wird.

"Seit vielen Jahren treibt Fujikura die Forschung, Entwicklung und
Fertigungstechnologie für HTS-Band voran und liefert Produkte, die die
Entwicklung der Fusionsenergie weltweit unterstützen. Für den Einsatz von
Fusionsenergie wird eine industrielle Basis benötigt, die leistungsfähiges
HTS-Band zuverlässig und in großen Mengen bereitstellen kann. Im Rahmen dieses
MoU werden wir Fujikuras über viele Jahre aufgebautes Know-how in der
HTS-Technologie und Fertigung einbringen, um die Machbarkeit einer
Versorgungsplattform in Deutschland und ganz Europa zu prüfen. Gemeinsam wollen
wir dazu beitragen, Fusionsenergie in die Praxis zu bringen und eine nachhaltige
Energiezukunft zu verwirklichen", sagt Naoki Okada, President und CEO, Fujikura
Ltd.

Eine neue industrielle Basis mit Potenzial für weitere Branchen

HTS-Band wird heute überwiegend außerhalb Europas hergestellt. Eine Fertigung in
Niedersachsen würde die europäische Versorgung um eigene Produktionskapazitäten
ergänzen und die Lieferkette widerstandsfähiger machen. Gleichzeitig könnten
Fertigungswissen und wirtschaftliche Wertschöpfung dort entstehen, wo die
Technologie für europäische Fusionsanlagen benötigt wird.

Der Nutzen reicht damit über die Fusionsenergie hinaus.
Hochtemperatur-Supraleiter können auch in leistungsfähigen Stromnetzen, der
medizinischen Bildgebung und Therapie sowie fortschrittlichen Antriebssystemen
eingesetzt werden. Der Aufbau einer Produktion eröffnet deshalb Perspektiven für
weitere Hochtechnologiebranchen und ihre Zulieferer.

1 Hochtemperatursupraleiter (HTS) . Supraleiter leiten Strom unterhalb einer
bestimmten Temperatur ohne elektrischen Widerstand. HTS erreichen diesen Zustand
bei vergleichsweise höheren Temperaturen als herkömmliche Supraleiter und
bleiben auch in sehr starken Magnetfeldern leistungsfähig. Das macht sie
unverzichtbar für kompakte Fusionsmagnete.

Über Fujikura

Fujikura Ltd., gegründet im Jahr 1885, ist ein weltweit tätiges
Technologieunternehmen mit mehr als 100 Tochterunternehmen rund um den Globus.
Auf der Grundlage von über einem Jahrhundert an Fachwissen im Bereich der
Verbindungstechnologien bietet Fujikura fortschrittliche Lösungen für die
optische Kommunikation, die Elektronik sowie für Anwendungen in der
Automobilindustrie an. Heute unterstützt das Unternehmen den raschen Ausbau der
digitalen Infrastruktur und trägt zur Entwicklung von Energietechnologien der
nächsten Generation bei - unter anderem im Bereich der Fusionsenergie.
http://www.europe.fujikura.com

Über Proxima

Fusion Proxima Fusion ist Europas führendes Stellarator-Unternehmen und das
erste Spin-out des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik. Das Unternehmen
entwickelt Fusionskraftwerke auf Basis von QI-HTS-Stellaratoren und baut auf den
wissenschaftlichen Durchbrüchen des Wendelstein-7-X-Programms auf. Mit Alpha
entwickelt Proxima einen Demonstrator für Nettoenergie aus Fusion Anfang der
2030er-Jahre und verfolgt das Ziel, mit Stellaris in den 2030er-Jahren das
weltweit erste kommerzielle Stellarator-Fusionskraftwerk zu realisieren.
Unterstützt wird dieser Weg durch die Alpha Alliance mit mehr als 50
Industriepartnern sowie ein hochrangig besetztes Industrial Development Board.
Proxima Fusion beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat
seinen Hauptsitz in München sowie Büros in Zürich und Oxford. Weitere
Informationen unter: http://www.proximafusion.com

Pressekontakt:

Proxima Fusion
Maria Dantz
Flößergasse 2
81369 München
Tel. 0031 614715715
mailto:press@proximafusion.com

LHLK Agentur für Kommunikation
Celine Albers
Gustav-Meyer-Allee 25
13355 Berlin
+49 30 4000652 - 18
mailto:proxima@lhlk.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/177716/6379836
OTS: Proxima Fusion


Quelle: dpa-AFX
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