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ROUNDUP/Bergbau-Koloss gesprengt: Ära im Braunkohlerevier endet

05.02.2026 - 15:41:00
JÄNSCHWALDE (dpa-AFX) - Die mächtige Stahlkonstruktion mit der Abkürzung F60 gilt als Symbol für das Braunkohlerevier Lausitz: Die Arbeitsmaschine im ehemaligen Tagebau Jänschwalde ist am Vormittag gesprengt worden. Damit endete ein Kapital Lausitzer Bergbaugeschichte.

Der Abschied von dem Stahl-Koloss war bewegend - nicht nur für Beschäftigte des Lausitzer Energieerzeugers Leag. "Es ist für mich heute ein sehr emotionaler Moment", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). "Danke F60, du wirst lange in unserer Erinnerung bleiben."

In Jänschwalde ist bereits seit Ende 2023 Schluss mit der Kohleförderung. Die Abraumförderbrücke F60 war mehr als 45 Jahre zur Produktion von Strom und Wärme im nahe gelegenen Kraftwerk in Betrieb.

"Meisterwerk der Ingenieurkunst"

"Das Ziel dieses Standortes war immer, für Millionen von Menschen und auch für den Industriestandort Deutschland die Energieversorgung sicherzustellen", sagte der Leag-Vorstandsvorsitzende Adi Roesch. Er bezeichnete den Stahl-Koloss als Meisterwerk der Ingenieurkunst.

Aus Kohleregion wird Standort für erneuerbare Energie

Nach Angaben des Unternehmens hatte die F60 eine Dimension von insgesamt 500 Metern Länge und 80 Metern Höhe. Sie zählt zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt. Roesch sagte, für die Bergleute sei die F60 zentraler Maschinenraum und Herzstück ihrer täglichen Arbeit. Weitere Förderbrücken dieses Typs sind in anderen Tagebauen noch im Einsatz.

Aber das Lausitzer Revier wandelt sich angesichts des gesetzlich vereinbarten Kohleausstiegs bis 2038 hin zur Produktion erneuerbarer Energien. Es entstehen große Wind- und Solarparks sowie in Zukunft auch mehrere Seen.

Woidke würdigt Sicherstellung der Stromversorgung - auch für Berlin

Ministerpräsident Woidke würdigte die Menschen, die über Jahrzehnte den Betrieb der Förderbrücke F60 gesichert hätten - oft unter extremen Bedingungen und bei jedem Wetter. Sie hätten maßgeblich zur Energieversorgung in großen Teilen Deutschland beigetragen.

Woidke sagte: "Die größte Dankbarkeit habe ich gegenüber den Menschen, die seit mehr als 50 Jahren dafür gesorgt haben, dass diese Anlage läuft, dass ein Rad in das andere greift, dass alles miteinander funktioniert und am Ende auch unsere lieben Nachbarn in Berlin jeden einzelnen Tag wissen, dass sie Strom haben - außer wenn in Berlin mal was schiefgeht." Nach einem Brandanschlag im Januar war im Südwesten der Hauptstadt Tage lang der Strom ausgefallen.

Der Koloss in Jänschwalde hat nach Unternehmensangaben seit Mitte der 1970er Jahren etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdmasse bewegt und damit rund 14 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr freigelegt. In der Grube unter der Abraumförderbrücke arbeiteten große Bagger.

Sprengung war per Livestream zu sehen

Für die Sprengung der Förderbrücke galten strenge Sicherheitsvorschriften. Ein Sperrkreis auf dem Betriebsgelände durfte nicht betreten werden. Die Sprengung wurde deshalb live im Internet übertragen.

Verschrottung bis zum Herbst

Die Demontage und Verschrottung aller Tagebaugeräte in Jänschwalde soll nun noch bis zum Herbst dauern, wie die Leag ankündigte. Damit könne die Gestaltung von drei Bergbaufolgeseen fortgesetzt werden. Parallel entstehen große Wind- und Photovoltaikanlagen. Die Leag entwickle das Areal Jänschwalde zu einem "modernen Energie- und Industriepark", sagte Vorstandschef Roesch. Die Grünen in Brandenburg nannten die Sprengung der F60 ein "Symbol für das Ende der Kohle"./DP/jha


Quelle: dpa-AFX
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