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Aktien Frankfurt: Leichte Verluste - Ölpreise legen kräftig zu

23.07.2026 - 12:12:59
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den jüngsten Kursgewinnen haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag bedeckt gehalten. Für Unsicherheit sorgten die weiter steigenden Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics . Zudem herrschte Zurückhaltung, weil Europas größter Softwarekonzern SAP am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Unternehmenschef Christian Klein steht wegen der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz unter Druck.

Der Leitindex Dax schwankte um die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten und büßte zuletzt 0,5 Prozent auf 25.021 Punkte ein. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,4 Prozent auf 31.861 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,8 Prozent.

Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg schürten weiter Inflationsängste und blieben damit ein Problem für die Märkte. Der Preis für die Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September stieg über die Marke von 98 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zudem erklärten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen; dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.

Als Belastung hinzukam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen der US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hatte. Da Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken will, kamen die Aktien vorbörslich unter Druck.

Die Augen richten sich auch auf die Europäische Zentralbank (EZB), die ihren Leitzins voraussichtlich bestätigen wird. "Die Notenbank hat keinen Grund, sich heute festzulegen - und genau darin liegt ihre größte Stärke", glaubt der Portfoliomanager Jörg Held vom Fondsanbieter Ethenea. Mit großer Spannung werden die Signale für die nächste Sitzung im September erwartet, für die viele Ökonomen von einer erneuten Leitzinserhöhung ausgehen.

STMicroelectronics hatte seine zuletzt erfolgsverwöhnten Anleger mit dem Umsatzausblick enttäuscht und die Aktien so auf Talfahrt geschickt, was auch auf die hiesigen Wettbewerber negativ abfärbte. So fielen die Papiere von Infineon am Dax-Ende um 4,6 Prozent. Unter den größten Verlierern im MDax gaben die Anteilsscheine von Suss Microtec um 3,3 Prozent nach.

Hinsichtlich der Berichtssaison hierzulande gewannen die Papiere von Daimler Truck an der Dax-Spitze gut drei Prozent. Der Nutzfahrzeug-Hersteller hatte dank Fortschritten in den Vereinigten Staaten die Prognose erhöht. Im MDax hatten die Anteilsscheine des Wettbewerbers Traton mit einem Plus von fast acht Prozent die Nase vorn. Die VW-Nutzfahrzeugtochter wird für das Gesamtjahr etwas optimistischer.

Aus der Brache gab es aber auch eine schlechte Nachricht: Der Zulieferer Stabilus verliert mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr etwas an Optimismus. Hier sackten die Papiere als Schlusslicht im Nebenwertindex SDax um fast zwölf Prozent ab.

Die Vorzugsaktien von Sartorius büßten anfängliche Gewinne schnell ein und fielen zuletzt unter den schwächsten Werten im MDax um fast vier Prozent. Die Zahlen des Laborausrüsters seien wegen Zollrückerstattungen etwas unübersichtlich ausgefallen, schrieb Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---


Quelle: dpa-AFX

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