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Millionen-Raub: Schließfachbesitzer klagen nach Bankeinbruch

08.10.2026 - 13:43:48
FRANKFURT (Oder)/Strausberg (dpa-AFX) - Über drei Jahre nach der Millionenbeute bei einem spektakulären Sparkassen-Einbruch in Strausberg klagen Schließfachinhaber gegen die Bank. Wertvolle Schmuckstücke und Bargeld im Wert von etwa 20.000 Euro seien verschwunden, schilderte eine Zeugin vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) in einem Fall. Darunter ein goldener Herrenring mit einem Diamanten von ihrem verstorbenen Mann und eine Goldkette mit einem Herz-Anhänger, der von ihrem Vater gewesen sei.

Insgesamt gebe es nach dem Einbruch 23 ähnliche Zivilverfahren, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Frankfurt (Oder) mit. Die Kläger legen der Sparkasse Märkisch-Oderland zur Last, keine geeigneten Schutzmaßnahmen eingehalten zu haben. Ein Gerichtsgutachten habe Sicherheitslücken festgestellt; ein weiteres Gutachten sei in Arbeit, hieß es von der Gerichtssprecherin. Eine Entscheidung sei erst in den kommenden Monaten zu erwarten.

Am Ostermontag durch Wand gebohrt

Der Fall erinnere stark an den filmreifen Bankeinbruch in Gelsenkirchen kurz nach Weihnachten im vergangenen Jahr, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). "Das war eine Tatbegehung, die so aussieht wie bei uns." In Gelsenkirchen hatten Unbekannte unbemerkt Tausende Schließfächer aufgebrochen, nachdem sie ein Loch in eine dicke Stahlbetonwand gebohrt hatten.

In Strausberg waren am Ostermontag im Jahr 2023 Vermummte in die Sparkasse eingebrochen und hatten Bargeld und Wertgegenstände in einem Gesamtwert von mehr als zwölf Millionen Euro erbeutet. Von einem Nachbarraum aus hatten sie sich laut Staatsanwaltschaft unbemerkt durch die Wand in den Tresorraum gebohrt - über mehrere Stunden mit einem Kernbohrgerät, möglicherweise auch über Nacht und mehrere Tage.

Im Tresorraum knackten sie rund 400 Schließfächer von Bankkunden. Aus etwa 300 Fächern, so die Ermittler, nahmen sie den Inhalt mit.

Spuren führten zu Verdächtigem - doch sie reichten nicht

Ein Zeuge hatte damals beobachtet, wie vier Vermummte die Bank am helllichten Tag mit großen Taschen verließen. Sie seien in ein Fluchtauto gestiegen, in dem ein Fahrer gewartet habe. Eine Großfahndung blieb damals erfolglos.

Im vergangenen Jahr hatten Einsatzkräfte einen 23 Jahre alten Tatverdächtigen im Berliner Bezirk Neukölln festgenommen. Gegen ihn hatte es einen Haftbefehl gegeben. Ein Blitzerfoto von der Autobahn kurz nach der Tat war ein Indiz gegen den Mann gewesen. Außerdem eine DNA-Mischspur vom Tatort.

Nach mehreren Monaten in Untersuchungshaft kam der Verdächtige wieder frei. Die Richter in Frankfurt (Oder) hielten die Indizien für nicht ausreichend und ließen die Anklage nicht zu.

Ein weiterer angesetzter Prozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) ist kurzfristig verschoben worden. Von Seiten der Sparkasse gibt es dem Anwalt zufolge keine Stellungnahme zu laufenden Verfahren./ane/DP/nas


Quelle: dpa-AFX
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