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Aktien Frankfurt: Dax bleibt unter Druck - Anleger fliehen aus Corona-Highflyern

23.02.2021 - 15:04:16
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Situation für den Dax hat sich am Dienstag weiter eingetrübt. Der Leitindex rutschte nach stabilem Start bis zum Mittag immer kräftiger ins Minus ab, zeitweise hatte er mehr als zwei Prozent verloren. Mit 13 664 Punkten erreichte er ein Tief seit drei Wochen, dann aber raffte sich der Leitindex wieder auf. Am Nachmittag büßte er noch 1,08 Prozent auf 13 799,30 Punkte ein.

"Die Unsicherheit in dieser Woche resultiert daraus, dass eine ungefähr ein Jahr andauernde wirtschaftliche Erholung in den Kursen schon eingepreist ist und nun die weiteren Kurstreiber fehlen", sagte Marktbeobachter Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Zuletzt wurde schon die Sorge vor einer steigenden Inflation und höheren Zinsen vermehrt als Gefahr für Aktien angesehen, nun kommen Marktbeobachtern zufolge hohen Bewertungen hinzu. Diese seien eine schwere Last vor allem für gut gelaufene Aktien.

Da die bisherigen Highflyer in der Corona-Krise in der zweiten Börsenreihe noch stärker vertreten sind als im Dax, sackte der MDax der mittelgroßen Unternehmen zuletzt deutlicher um 1,79 Prozent auf 31 449,67 Punkte ab. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,6 Prozent abwärts.

Der Ausverkauf unter den gut gelaufenen Werten schwappte aus New York über, wo die an der Nasdaq-Börse versammelten Technologiewerte am Vorabend im Gesamtbild schwer unter Druck geraten waren. Die Verluste wurden bei den hiesigen Vertretern zwar im Verlauf meist etwas kleiner, im Dax fielen die Aktien von Delivery Hero und Infineon zuletzt aber immer noch um 2,5 respektive 3,2 Prozent.

Im MDax und SDax blieben die Aktien der Shop Apotheke oder von Firmen wie Hellofresh , Zalando oder Home24 mit Abgaben zwischen 4,8 und 10,5 Prozentunter Verkaufsdruck.

Laut dem CMC-Markets-Marktstrategen Michael McCarthy sind Aktien von Unternehmen, deren Geschäft sehr kapitalintensiv ist, angesichts der zuletzt gestiegenen Kapitalmarktzinsen verwundbar geworden. Dies zeigte sich etwa bei den Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex . Im SDax sackten diese zeitweise um 14 Prozent ab, begrenzten ihr Minus zuletzt aber auf 6,9 Prozent.

Wie schon am Vortag fiel in der Marktschwäche vor allem der Reisesektor mit einer Erholung auf. Am Markt wurde dies mit der Aussicht auf Lockerungen in Großbritannien und besser werdenden Impfperspektiven begründet. Laut Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com macht all dies Hoffnung für die wichtige Sommersaison. Die Papiere von Fraport kletterten an der MDax-Spitze um 8,9 Prozent. Bei der Lufthansa reichte es für einen Anstieg um 3,4 Prozent.

Die Aktien des Krankenhaus- und Medizintechnikunternehmens Fresenius und der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) entwickelten sich nach finalen Jahreszahlen eher unauffällig. Die Aktien des Mutterkonzerns bewegten sich mit 0,4 Prozent im Plus, jene von FMC dagegen mit 0,1 Prozent im Minus.

Aus der zweiten Reihe rückten noch die Anteilsscheine von Rational negativ in den Fokus, indem sie um 10,7 Prozent einbrachen. Überraschend vorsichtige Aussagen des Großküchenausrüsters zur erwarteten Ertragskraft im laufenden Jahr belasteten.

Unter den weiteren Berichtsunternehmen befand sich Scout24 mit schwankendem Kursverlauf. Lange Zeit bewegten sie sich im roten Bereich, zur Mittagszeit drehten sie aber auf und lagen zuletzt mit 1,8 Prozent im Plus. Der Online-Marktplatz ist gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen und will weiter vom Immobilienboom profitieren.

Der Euro hat am Dienstag im Verlauf etwas den Rückenwind verloren. Am Morgen knüpfte er noch mit 1,2180 Dollar in der Spitze an seine Vortagesgewinne an, zuletzt fiel er dann aber auf 1,2147 US-Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2133 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 144,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,25 Prozent auf 174,14 Punkte nach./tih

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---


Quelle: dpa-AFX

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