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dpa-AFX: AKTIEN IM FOKUS 2: UBS-Studie drückt Deutsche Bank auf Rekordtief - Coba schwach

20.05.2019 - 12:47:02
(neu: Rekordtief der Deutschen Bank ergänzt.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Skeptischere Einschätzungen der UBS haben die
Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank am
Montag schwer belastet. Für die Papiere des hiesigen Branchenprimus Deutsche
Bank ging es am Mittag mit minus 3,4 Prozent gar auf ein neues Rekordtief von
6,61 Euro.

Die Anteilsscheine der Commerzbank sanken um 3,6 Prozent. Sie haben sich
zuletzt im Bereich der 200-Tage-Linie festgelaufen, die als Indikator für den
langfristigen Trend gilt. Damit schlugen sich zu Wochenbeginn beide Aktien
schlechter als die Indizes, in denen sie vertreten sind: Sowohl der deutsche
Leitindex Dax als auch der MDax der mittelgroßen Werte
gaben jeweils weniger deutlich nach.

Die Deutsche Bank kommt nach Einschätzung von UBS-Experte Daniele Brupbacher nicht so schnell wieder auf einen grünen Zweig. Wegen des weiter niedrigen
Zinsniveaus und der deswegen wohl anhaltenden Ertragsflaute für das Institut
reduzierte der Experte seine Gewinnschätzungen für die Jahre 2020 und 2021
deutlich.

Brupbacher geht davon aus, dass sich der Überschuss nur schleppend erholt
und die Deutsche Bank damit weiter deutlich hinter der Konkurrenz
hinterherhinkt. Zudem verwies der Fachmann auf die wenigen strategischen
Optionen, die die Deutsche Bank nach den gescheiterten Gesprächen über eine
Übernahme der Commerzbank habe. Eine radikale Strategie-Kehrtwende wie das
deutliche Eindampfen des Investmentbankings könne sich die Bank derzeit nicht
leisten, da das erst einmal für einen heftigen Verlust sorgen würde und damit
wohl weiterer Kapitalbedarf entstehen würde.

Die erwartete Kapitalrendite und die begrenzten strategischen Optionen
rechtfertigten nun nicht mehr das alte Kursziel, dementsprechend reduzierte
Brupbacher dieses um 27 Prozent auf 5,70 Euro. Da das neue Ziel deutlich unter
dem aktuellen Niveau liegt, empfahl er die Papiere nun zum Verkauf.

Die Commerzbank-Aktien haben nach ihrem jüngsten Höhenflug nach Einschätzung von Brupbacher keine Luft mehr nach oben. Das Institut mache zwar bei vielen
Punkten Fortschritte, aber der Gegenwind vor allem durch die anhaltend niedrigen
Zinsen sei einfach zu hoch. Der Experte kürzte deshalb seine Gewinnschätzungen
für die Bank für die Jahre 2019 bis 2022 deutlich.

Dementsprechend senkte Brupbacher das Kursziel um 27 Prozent auf 7,40 Euro.
Da das neue Kursziel leicht unter dem zuletzt erreichten Niveau liegt, strich er
nun die Kaufempfehlung für die Anteilsscheine. Damit dürfte seiner Einschätzung
nach die jüngste Rally der Papiere beendet sein. Der UBS-Analyst sieht aus
fundamentalen Gründen keine weitere Unterstützung für die Aktien.

Neuen Schwung könnten seiner Einschätzung nach gleichwohl zum Beispiel neue
Spekulationen auf eine Übernahme bringen. Dies stehe aber nicht unmittelbar an.
Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, dass entweder die niederländische
ING oder die italienische Unicredit , die beide
bereits hierzulande aktiv sind, zuschlagen könnten. Die Commerzbank selbst hatte
hier allerdings die Erwartungen eher gedämpft.

Ebenso könnte die Bekanntgabe einer neuen Strategie im Herbst für neue
Fantasie sorgen, fuhr der Experte fort. Commerzbank-Chef Martin Zielke steht
nach den gescheiterten Gesprächen mit der Deutschen Bank unter Druck. Berichten
zufolge tritt der Aufsichtsrat der Bank am Dienstag zusammen, um von ihm zu
hören, was er jetzt vorhat./la/zb/ag/jha/

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
±
±%
Kurs
vom
UNICREDIT A2DJV6
Xetra
10,498
EUR
-0,12
-1,13%
20.05.19
13:14:13
ING GROEP NV EO -,01 A2ANV3
Xetra
9,945
EUR
-0,19
-1,85%
20.05.19
13:18:49
DEUTSCHE BANK AG NA O.N. 514000
Xetra
6,622
EUR
-0,22
-3,23%
20.05.19
13:19:29
COMMERZBANK AG CBK100
Xetra
7,368
EUR
-0,30
-3,95%
20.05.19
13:19:23
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