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dpa-AFX: ROUNDUP: Thyssenkrupp verdient vor Aufspaltung operativ weniger

12.02.2019 - 08:37:31
ESSEN (dpa-AFX) - Der vor der Aufspaltung stehende Stahl- und
Industriekonzern Thyssenkrupp hat zum Jahresauftakt ein
schwächeres operatives Ergebnis verzeichnet. Sinkende Gewinne in den
Industriegeschäften wie Komponenten, Aufzüge oder Anlagenbau waren der Grund
dafür. Umsatz und Auftragseingang konnten hingegen leicht zulegen. Auch in der
vor der Fusion mit dem europäischen Geschäft des Konkurrenten Tata Steel
stehenden Stahlsparte lief es nicht mehr so rund wie in den Quartalen zuvor.

Der Umsatz stieg im fortgeführten Geschäft im ersten Quartal (per 31.
Dezember) im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, wie der
Dax-Konzern am Dienstag in Essen mitteilte. Die Auftragseingänge nahmen um 6
Prozent auf 8,1 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) der
fortgeführten Aktivitäten sank hingegen um mehr als ein Drittel auf 168
Millionen Euro. Höhere Anlaufkosten für Projekte belasteten die
Komponentensparte. Im Aufzuggeschäft machten Thyssenkrupp steigende
Materialkosten in China sowie Zölle auf Werkstoffimporte in den USA zu schaffen.

Auch das Ergebnis der Stahlsparte sank. Diese wird von Thyssenkrupp als
nicht fortgeführtes Geschäft bilanziert. Grund für den Ergebnisrückgang war eine
schwächere Nachfrage in der Autoindustrie sowie Produktionsunterbrechungen durch
das Niedrigwasser des Rheins. Die "fundamentalen Wachstumstreiber" seien intakt,
kommentierte Vorstandschef Guido Kerkhoff die Ergebnisse. "Die Zahlen zeigen
aber auch, dass wir unsere Programme zur Steigerung der Performance weiter
vorantreiben müssen". Dabei geht der Manager im Laufe des Geschäftsjahres von
"erkennbaren Fortschritten" aus.

Beim Konzern-Nettoergebnis konnte Thyssenkrupp zulegen. Allerdings war das
Vorjahresquartal durch negative Effekte im Zuge der US-Steuerreform belastet
gewesen. Der Gewinn stieg um knapp 70 Prozent auf 136 Millionen Euro.

Das erste Quartal ist traditionell das schwächste bei Thyssenkrupp. Die
Jahresprognose bekräftigte der Konzern. Dabei warnte das Unternehmen vor
zunehmenden konjunkturellen und politischen Unsicherheiten. Im fortgeführten
Geschäft erwartet Thyssenkrupp für das bereinigte Ebit 2018/19 (per 30.
September) einen Anstieg von 706 Millionen (auf vergleichbarer Basis) auf mehr
als 1 Milliarde Euro. Der Jahresüberschuss soll deutlich über den 60 Millionen
Euro aus dem Vorjahr liegen.

Bei der geplanten Aufspaltung in ein Industriegüter- und ein
Werkstoffunternehmen kommt Thyssenkrupp voran. Das Unternehmen strebt nach der
Teilung eine schlankere Führung an. Für die neuen Unternehmen Industrials und
Materials sollen die Vorstandsressorts auf je drei reduziert und zentrale
Funktionen zusammengelegt werden. Von den derzeit 17 Konzern- und
Servicefunktionen werde es bei Industrials künftig noch 14, bei Materials noch
10 geben.

Bis zum Geschäftsjahr 2020/21 will Thyssenkrupp die Verwaltungskosten für
beide Unternehmen insgesamt auf unter 300 Millionen Euro senken - von derzeit
rund 380 Millionen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es durch die Teilung nicht
geben.

Den Fahrplan bekräftigte Thyssenkrupp. Über die Spaltung soll die
Hauptversammlung im Januar 2020 abstimmen. Über die Besetzung der beiden
Vorstandsteams will der Konzern in diesem Frühjahr entscheiden. Im Mai werden
Details zu Finanzstruktur, Markenauftritt und Strategie veröffentlicht. Die
neuen Unternehmen sollen dann zum 1. Oktober 2019 weitgehend operativ
selbstständig aufgestellt sein.

Thyssenkrupp erhofft sich durch die Teilung eine Wertsteigerung der
einzelnen Geschäfte, etwa durch die Hebung stiller Reserven im Aufzuggeschäft.
Zudem sollen die Unternehmen einzeln wettbewerbsfähiger werden und schnellere
Entscheidungen treffen können./nas/mne/jha/

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
±
±%
Kurs
vom
THYSSENKRUPP AG O.N. 750000
Xetra
9,980
EUR
+0,27
+2,80%
21.08.19
14:04:07
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