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dpa-AFX: ROUNDUP: Brexit-Unsicherheit zwingt britische Airline Flybmi in Insolvenz

17.02.2019 - 16:23:00
LONDON (dpa-AFX) - Vor allem wegen des Brexits hat die britische
Regional-Fluggesellschaft Flybmi Insolvenz angemeldet. Alle Flüge wurden mit
sofortiger Wirkung gestrichen, wie die Airline am Samstagabend auf ihrer
Webseite mitteilte. Sie hat mit 17 Maschinen Flüge zu mehr als 20 europäischen
Zielen angeboten. Betroffen sind auch deutsche Flughäfen: Flybmi flog Frankfurt,
Hamburg, Düsseldorf, München, Nürnberg, Saarbrücken und Rostock-Laage an. Zudem
teilten sich die Briten Flüge ("Codeshare") unter anderem mit der Lufthansa
.

Vor allem für den Airport in Mecklenburg-Vorpommern sind die Folgen hart:
Nach der Insolvenz von Germania waren Flybmi-Flüge nach München die letzten
Verbindungen in Rostock-Laage. Der Airport bleibt aber nach eigenen Angaben
betriebsbereit. Der Flugbetrieb sei sichergestellt, teilte die Geschäftsführung
am Sonntag mit. "Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mittelfristig
die erfolgreiche Strecke von Rostock nach München durch eine andere Airline
ersetzt werden kann und damit der Geschäftsreisebetrieb für die Unternehmen der
Region wieder sichergestellt wird", sagte Flughafen-Chefin Dörthe Hausmann.

Zu den Ursachen der Flybmi-Insolvenz sagte ein Unternehmenssprecher der
Mitteilung zufolge: "Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit,
erwiesen sich als unüberwindlich." Kunden wurden gebeten, für die Erstattung des
Flugpreises ihre Kreditkartenanbieter, Reiseagenturen oder
Partnerfluggesellschaften von Flybmi zu kontaktieren.

Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29 000 Flüge mit 522 000
Passagieren, von Laage aus nach München und zurück waren es laut
Flughafenangaben 38 439 Passagiere. Insgesamt beschäftigt Flybmi 376 Mitarbeiter
in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien.

Für die Entscheidung gibt es laut Airline mehrere Gründe, darunter
allgemeine Schwierigkeiten in der Branche, aber eben auch der für Ende März
geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die andauernde
Unsicherheit habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen
seien. Probleme bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den teilweisen
Ausschluss britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen
seien.

Die Passagiere wurden von der Einstellung der Flüge überrascht. Eine Familie hatte im südwestenglischen Airport Bristol schon die Sicherheitskontrollen
passiert, als sie erfuhr, dass ihr Flug nach München gecancelt wurde. "Toller
Start in den Urlaub", twitterte der Familienvater. Ein Ingenieur, der aus
beruflichen Gründen 14 Flüge in den nächsten sechs Wochen zwischen dem
nordirischen Londonderry und London Stansted gebucht hatte, sagte der
Nachrichtenagentur PA, er habe erstmals das Gefühl, "im Brexit-Land" zu leben.

Etliche Passagiere verwechselten Flybmi mit der Fluggesellschaft Flybe.
"Flybe hat nichts mit Flybmi zu tun", twitterte die britische
Billigfluggesellschaft Flybe. Ihre Flüge seien nicht betroffen./si/DP/he

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