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dpa-AFX: ROUNDUP: Krank durch Arbeit - Arbeitsorganisation ILO verlangt besseren Schutz

18.04.2019 - 14:34:31
GENF (dpa-AFX) - Wer mit dem Laptop zu Hause arbeitet, schätzt oft die
gesparte Fahrtzeit zum Arbeitsplatz oder etwa die Chance, zwischendurch die
Waschmaschine anzustellen. Aber für die Gesundheit ist Tele- oder Heimarbeit
nicht immer gut. Während im Büro meist sichere Schreibtische und ergonomische
Bürostühle stehen, behelfen sich viele zu Hause mit dem Küchentisch oder dem
Sofa. Angesichts des sich rasant wandelnden Arbeitsumfelds forderte die
Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf am Donnerstag neue
Anstrengungen im Arbeitsschutz.

Rund 374 Millionen Menschen werden nach ILO-Angaben weltweit jedes Jahr
durch die Arbeit krank oder verletzen sich bei Arbeitsunfällen. Jeden Tag
sterben nach Schätzungen 6500 Menschen an Krankheiten, die durch ihre Arbeit
verursacht wurden, und 1000 Menschen kommen bei Arbeitsunfällen um.

Wachsende Herausforderungen seien Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen,
Krebs sowie Stress und psychosoziale Risiken, so die ILO. Das gehe unter anderen
auf befristete Arbeitsverträge zurück, auf Arbeitgeber-Forderungen nach mehr
Flexibilität bei den Arbeitszeiten und zunehmende Tele- oder Heimarbeit.
Arbeitnehmer könnten sich dort isoliert fühlen oder es stressig finden, wenn
Arbeit und Freizeit immer weniger klar getrennt sind.

Zu Stress und Gefühlen der Isolation könnten auch smarte Technologie und am
Körper tragbare Geräte führen. Sie könnten zwar helfen, die Sicherheit
verbessern, etwa, indem sie Ermüdungserscheinungen messen oder die Luftqualität,
in der jemand arbeiten muss, so die ILO. Aber Mitarbeiter könnten auch das
Gefühl bekommen, die Autonomie über ihre Arbeit zu verlieren, so die ILO. Sie
könnten den Kontakt mit Kollegen vermissen, wenn sie früher mehr Informationen
direkt oder per Telefon ausgetauscht haben.

Auch der rasante Anstieg von Industrierobotern bringt nach Angaben der ILO
neue Risiken mit sich. Roboter erleichterten zwar die Arbeit, etwa, weil sie
schwere Lasten heben. Gleichzeitig bestehe aber die Gefahr von Arbeitsunfällen
im Kontakt mit diesen Maschinen.

Behörden, Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten diese neuen Risiken
untersuchen und Arbeitsstandards wo nötig verbessern, fordert die ILO. Die
Organisation gehört zu den Vereinten Nationen. Darin sind neben Regierungen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten. Die ILO soll die soziale Gerechtigkeit
und Arbeitsrechte verbessern./oe/DP/fba
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