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dpa-AFX: Brexit-Unsicherheit zwingt britische Airline Flybmi in Insolvenz

17.02.2019 - 14:15:01
LONDON (dpa-AFX) - Vor allem wegen des Brexits hat die britische
Regional-Fluggesellschaft Flybmi Insolvenz angemeldet. Alle Flüge wurden mit
sofortiger Wirkung gestrichen, wie die Airline am Samstagabend auf ihrer
Webseite mitteilte. Sie hat mit 17 Maschinen Flüge zu mehr als 20 europäischen
Zielen angeboten.

Betroffen sind auch deutsche Flughäfen: Flybmi flog Frankfurt, Hamburg,
Düsseldorf, München, Nürnberg, Saarbrücken und Rostock-Laage an. Vor allem für
den Airport in Mecklenburg-Vorpommern sind die Folgen hart: Nach der Insolvenz
von Germania waren Flybmi-Flüge nach München die letzten Verbindungen in
Rostock-Laage. Zudem teilten sich die Briten Flüge ("Codeshare") unter anderem
mit der Lufthansa .

"Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als
unüberwindlich", wird ein Unternehmenssprecher in der Mitteilung zitiert. Kunden
wurden gebeten, für die Erstattung des Flugpreises ihre Kreditkartenanbieter,
Reiseagenturen oder Partnerfluggesellschaften von Flybmi zu kontaktieren.

Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29 000 Flüge mit 522 000
Passagieren. Insgesamt beschäftigt sie 376 Mitarbeiter in Großbritannien,
Deutschland, Schweden und Belgien.

Für die Entscheidung gibt es laut Flybmi mehrere Gründe, darunter allgemeine Schwierigkeiten in der Branche, aber eben auch der für Ende März geplante
Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die andauernde Unsicherheit
habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen seien. Probleme
bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den teilweisen Ausschluss
britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen seien.

Die Passagiere wurden von der Einstellung der Flüge überrascht. Eine Familie hatte im südwestenglischen Airport Bristol schon die Sicherheitskontrollen
passiert, als sie erfuhr, dass ihr Flug nach München gecancelt wurde. "Toller
Start in den Urlaub", twitterte der Familienvater. Ein Ingenieur, der aus
beruflichen Gründen 14 Flüge in den nächsten sechs Wochen zwischen dem
nordirischen Londonderry und London Stansted gebucht hatte, sagte der
Nachrichtenagentur PA, er habe erstmals das Gefühl, "im Brexit-Land" zu leben.

Etliche Passagiere verwechselten Flybmi mit der Fluggesellschaft Flybe.
"Flybe hat nichts mit Flybmi zu tun", twitterte die britische
Billigfluggesellschaft Flybe. Ihre Flüge seien nicht betroffen./si/DP/he

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LUFTHANSA 823212
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15.02.19
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