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dpa-AFX: WDH/SPORT/Nullnummer weckt große Hoffnung: Reife Bayern-Leistung in Liverpool

19.02.2019 - 23:09:38
(Im 2. Absatz, letzter Satz wurde korrigiert: dritte rpt dritte Gelbe
Karte.)

LIVERPOOL (dpa-AFX) - Vorteil FC Bayern. Mit internationaler Reife hat der
deutsche Fußball-Rekordmeister der Offensivwucht des FC Liverpool an der
gefürchteten Anfield Road widerstanden. Auch wenn es für die Münchner im ersten
Teil der großen Champions-League-Kraftprobe nicht zum ersten deutschen
Europakalerfolg in Liverpool langte können sie nach dem 0:0 voller Zuversicht
dem Achtelfinal-Rückspiel am 13. März in der Allianz Arena entgegensehen. Zumal
das Premier-League-Team von Trainer Jürgen Klopp in der Gruppenphase alle drei
Auswärtsspiele gegen Paris Saint-Germain, SSC Neapel und Roter Stern Belgrad
verlor.

Die in dieser Saison oft patzende Bayern-Abwehr stand um den sehr souveränen Mats Hummels insgesamt stabil und überstand mit Glück auch einige brenzlige
Momente. Ein Fußball-Spektakel erlebten die 52 000 Zuschauer bei Wind und Regen
nicht. Bayern-Coach Niko Kovac hatte seine Elf auch ohne den gesperrten Thomas
Müller und den verletzten Arjen Robben in seinem ersten K.o.-Spiel Europas der
Königsklasse taktisch klug eingestellt. Umstellen muss Kovac im Rückspiel seine
Defensive, da Joshua Kimmich dann wegen der dritten Gelben Karte fehlen wird.

Am Spielfeldrand lieferte sich der Kroate einige Wortwechsel mit Kontrahent
Klopp. "Das ist es, warum wir Fußballer geworden sind, warum wir arbeiten. Das
sind die Spiele, wo man hin möchte", sagte Kovac kurz vor Teil eins seiner
Trainer-Reifeprüfung am Sky-Mikrofon.

Und seine Spieler folgten dem taktischen Plan: Hohe Konzentration,
konsequente Fehlervermeidung, Liverpool nicht die Chance zum Überfall-Fußball
geben und der euphorische Menge an der Anfield Road keine Hochstimmung gönnen.
Das gelang gerade in der Anfangsphase gut. Besonders der für den verletzten Leon
Goretzka neben Thiago auf der Doppelsechs aufgebotene Javier Martinez trotz
wenig Spielpraxis war ein Stabilitätsfaktor.

Die Reds hatten aber auch sichtbar Respekt und ließen den Bayern Ball und
Raum. Die Klopp-Idee war klar: Auf Münchner Fehler im Aufbau lauern und dann
blitzschnell in eine ungeordnete Defensive stoßen. Den Gefallen taten die Bayern
ihnen aber vorerst selten. Mohamed Salah (12. Minute) brachte keinen Druck
hinter den Ball. Sadio Mané (16.) zog an Kimmich vorbei, aber auch am Tor.

Auch die Bayern kamen zu Möglichkeiten. Nach einer Hereingabe von Serge
Gnabry schon Joel Matip (13.) seinen eigenen Torhüter Alison Becker an. Kingsley
Coman - rechtzeitig von seinem Knöchel-Schreck am Freitag in Augsburg genesen -
schoß ans Außennetz (16.). Die Bayern kontrollierten das Geschehen, statt
Spektakel gab es Rasenschach.

Erst im Laufe des Spiels nahm Liverpool mehr Tempo auf und wurde nun auch
gefährlich. Salah (24.) lauerte am langen Pfosten für einen Kopfball und Mané
(32.) war plötzlich völlig frei, schoß aber offensichtlich überrascht über
soviel Platz überhastet vorbei. Auch Matip (40.) verfehlte nach einer scharfen
Hereingabe das Ziel. Die offensive Grund-Gefährlichkeit Liverpools fehlte den
Bayern. Auch aus Ballbesitz-Plus und eingen Ecken wurden keine Chancen mehr
kreiert.

Kovac und Klopp dachten gar nicht daran, ihre Taktik für die zweite Halbzeit zu ändern. Weiter lauerte Liverpool um den emsigen aber ungewohnt schludrigen
Salah. Die Bayern aber offenbarten wenige Lücken. Als Coman (60.) doch mal
patzte, waren Martinez und Hummels kollektiv da, um Trent Alexander-Arnold im
Strafraum zu stoppen.

Kurz zuvor hatte Gnabry (59.) mit einem beherzten Schuss ein Ausrufezeichen
gesetzt. Offensiv gelang den Bayern sonst nur noch wenig. Aber auch die große
Schlussattacke - sonst eine Stärke der Reds - blieb aus. Als Mané zum Kopfball
kam (85.) war Torwart Manuel Neuer im kurzen Eck zur Stelle./aer/DP/he
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