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07.07.2026 - 10:53:19
Neue KI-Studie von Tieto: Drei Viertel der deutschen Unternehmen sehen
sich als KI-Vorreiter - erst 7 Prozent sind es wirklich
Regensburg (ots) - Jede zweite Führungskraft befürchtet verpasste Chancen für
Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten, wenn sie beim
Einsatz von KI nicht mithalten
Beim Thema Künstliche Intelligenz liegen Selbstbild und Realität in deutschen
Unternehmen offenbar weit auseinander, wie die neue KI-Studie des
Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto zeigt: Rund drei Viertel (77 Prozent) der
mehr als 200 befragten deutschen Unternehmen aus den Branchen produzierende
Industrie, Finanzwirtschaft, Telekom und Energie schätzen ihre KI-Transformation
als "sehr weit fortgeschritten" oder "fortgeschritten" ein. Tatsächlich haben
aber erst sieben Prozent KI vollständig in ihre Kernprozesse integriert und zum
strategischen Rückgrat ihrer Wertschöpfung gemacht. Immerhin will sich derzeit
die Hälfte der Befragten aktiv zu solchen KI-Vorreitern wandeln. Gleichzeitig
befürchtet jede zweite Führungskraft verpasste Chancen für Effizienzsteigerung,
Innovation und Reduktion von Betriebskosten, wenn sie beim Einsatz von KI nicht
mithalten - jeder Dritte sieht sogar den Verlust von Marktanteilen als Gefahr.
Hohe Arbeits- und Lohnstückkosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit der
deutschen Wirtschaft. Zudem droht die nahende Pensionierungswelle der Babyboomer
den Fachkräftemangel zu verschärfen. Die stärkere Automatisierung durch KI
könnte für effizientere und günstigere Arbeitsprozesse sorgen, um die
Produktivität und Wertschöpfung der Unternehmen zu steigern. Aber welche Ziele
verfolgen deutsche Unternehmen aktuell mit ihrer KI-Strategie? Und wie weit
fortgeschritten ist die Einbindung von KI in Kernprozesse und ihre
gewinnbringende Nutzung im Arbeitsalltag bereits? Für die neue Studie von Tieto
wurden 202 KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus deutschen Unternehmen mit
250 bis 499 Mitarbeitenden sowie aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden
interviewt, v.a. aus den Branchen produzierende Industrie, Finanzwirtschaft,
Telekom und Energie.
Große Lücke zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Fortschritt
Die Ergebnisse zeigen, dass es aktuell nur wenige KI-Vorreiter und viele
Nachzügler gibt: Während die Hälfte der Befragten (50 %) KI in alle Kernprozesse
des Unternehmens integrieren will, haben erst sieben Prozent dieses Vorhaben
erfolgreich umgesetzt und KI zum strategischen Treiber der Wertschöpfung
gemacht. Deutsche Unternehmen scheinen sich dabei selbst zu überschätzen: Denn
rund drei Viertel (77 %) der Führungskräfte beurteilen ihre KI-Integration in
Kernprozesse als "sehr weit fortgeschritten" oder "fortgeschritten". Das
restliche Viertel schätzt sie als "wenig fortgeschritten" ein (d.h. erste
KI-Pilotprojekte werden getestet oder vereinzelt eingesetzt). Eine
Vorreiterrolle wird aber auch nicht von allen angestrebt: Etwas mehr als ein
Viertel (28 %) plant, KI nur in wenige ausgewählte Kernprozesse des Unternehmens
einzubinden.
"Der Sprung von KI-Pilotprojekten zu echtem Geschäftsmehrwert ist entscheidend.
Vorreiter sind nicht jene, die KI als IT-Projekt behandeln, sondern die ihre
ganze Unternehmensstrategie darauf ausrichten und dadurch messbare Wertschöpfung
schaffen", sagt Robert Kaup, Head of Tieto Tech Consulting Central Europe.
Nur ein Viertel nutzt KI zur Innovations- und Geschäftsmodellentwicklung
In welchen Bereichen hat der Einsatz von KI für die Befragten bereits positive
Ergebnisse oder Wettbewerbsvorteile generiert? Zu dieser Frage haben die
deutschen KI-Verantwortlichen ihre Top 3-Anwendungen genannt: Dazu gehören die
"Steigerung der Effizienz" (56 %), wie z. B. durch die automatische Auslesung
von Rechnungen oder Bestellungen, die "IT-Sicherheit und Risikomanagement" (53
%) sowie die "datengetriebene Entscheidungsfindung" (44 %), wie z. B. für
Marktanalysen oder Predictive Analytics. Das spiegelt sich auch bei den
potenziellen negativen Folgen wider, wenn Unternehmen beim Einsatz von KI nicht
mithalten: Jede zweite befragte Führungskraft befürchtet "verpasste Chancen für
Effizienzsteigerung, Innovation und Reduktion von Betriebskosten". Knapp die
Hälfte ist besorgt in Bezug auf den "Rückstand bei Produkt- und Servicequalität
im Vergleich zur Konkurrenz" (45 %), jeder Dritte sieht den "Verlust von
Marktanteilen" (32 %) als Gefahr. "Überraschend ist, dass nur 25 Prozent KI
aktiv zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle nutzen. Statt echte Innovation
voranzutreiben, optimieren die meisten nur das Bestehende. Wer jetzt die
richtigen KI-Kompetenzen aufbaut, gewinnt morgen", sagt Kaup.
Qualität und Schutz von Daten als zentrale Herausforderung
Das Potenzial von KI wird der Studie zufolge zwar erkannt, doch entfalten
KI-basierte Prozesse noch nicht überall ihre volle Wirkung. Welche technischen,
rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen bremsen die KI-Integration
aktuell noch aus? Die größten Mängel sehen KI-Verantwortliche vor allem im
Datenbereich: Für rund die Hälfte (45 %) der Befragten zählt
"Datensicherheit/Cybersicherheit" zu den größten Risiken. Vier von zehn
Befragten (39 %) nennen "Rechtliche Aspekte (z. B. Datenschutz)" als Hürde,
knapp jeder Dritte (29 %) sieht Probleme bei "Datenverfügbarkeit, -qualität und
-aufbereitung". Das spiegelt sich auch beim Output wider: Jeder Dritte (32 %)
bekundet mangelndes Vertrauen in die Korrektheit KI-generierter Ergebnisse.
"Erfolgreiche KI-Integration steht und fällt mit der Datenbasis: Das beginnt bei
klarer Data Governance und reicht über integrierte Datenplattformen bis zu einer
durchdachten Cloud-Architektur. Security und Compliance gehören dabei von Anfang
an in die Konzeption. Vor allem fortschrittliche, agentische KI-Systeme
benötigen ein skalierbares Cloud-Ökosystem, um ihren vollen Mehrwert zu
entfalten", erklärt Kaup. Hier spielt auch das Thema "Digitale Souveränität"
eine wesentliche Rolle: 88 Prozent der befragten Führungskräfte geben an, dass
Aspekte wie geopolitische Unabhängigkeit, souveräne Cloud und europäische
Anbieter ihre Auswahl von Technologielösungen "sehr stark" oder "eher stark"
beeinflussen.
Mangel an menschenzentrierter KI-Adoption
Trotz aller Technologie ist die erfolgreiche KI-Integration vor allem von der
strategischen Verankerung in der Organisation, Know-how-Aufbau und Skilling der
Mitarbeitenden abhängig. Denn zu den größten organisatorischen Herausforderungen
gehören der Studie zufolge "fehlende fachliche Expertise im Unternehmen" (28 %)
sowie "fehlendes Change & Adoption Management bei der KI-Einführung" (28 %).
"Der entscheidende Hebel ist Change Management: KI-Trainings müssen zu den
Ambitionen des Unternehmens passen. Mitarbeitende brauchen verlässliche
Leitlinien und klaren Zugang zu KI-Tools. Nur so skaliert man von Pilotprojekten
zur unternehmensweiten KI-Nutzung", resümiert Kaup. Als Partnerunternehmen von
Microsoft und SAP begleitet der Tech-Consulting-Dienstleister deutsche
Unternehmen verstärkt bei der Weiterentwicklung zur "Frontier Firm" mit breitem
KI-Einsatz - von der strategischen Ausrichtung über den Aufbau moderner Cloud-
und Datenarchitekturen bis hin zur Operationalisierung komplexer
Software-Ökosysteme.
Über die KI-Studie:
Die Ergebnisse stammen aus einer deutschlandweiten Umfrage, die vom
Marktforscher TQS Research & Consulting im Auftrag des
Tech-Consulting-Dienstleisters Tieto durchgeführt wurde. Die Erhebung erfolgte
im Zeitraum April bis Mai 2026 mittels CATI (Computer Assisted Telephone
Interviews) und CAWI (Computer Assisted Web Interviews). Befragt wurden 202
KI-Verantwortliche und Führungskräfte aus Unternehmen mit 250 bis 499
Mitarbeitenden sowie aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden in
Deutschland, vor allem aus den Branchen produzierende Industrie,
Finanzwirtschaft, Telekom und Energie.
Über Tieto
Tieto ist ein führendes Software- und Technologieberatungsunternehmen mit
nordeuropäischen Wurzeln und rund 13.000 Mitarbeitenden weltweit. Mit
spezialisierten Software- und Consultingexpert:innen entwickelt das Unternehmen
geschäftskritische Lösungen für Kund:innen aus unterschiedlichsten Branchen. In
Zentraleuropa ist Tieto mit Standorten in Österreich (Wien, Linz und Graz) sowie
Deutschland (Regensburg) vertreten. Das Unternehmen steht für sinnvolle
Innovationen und maßgeschneiderte Technologielösungen in den Bereichen
Künstliche Intelligenz (KI), Data & Cloud, Softwareengineering und Enterprise
Applications. Tieto unterstützt Unternehmen dabei, neue Technologien in ihre
Kernprozesse zu integrieren und sich so zu Vorreitern der digitalen
Transformation zu entwickeln. Als Implementierungspartner unter anderem von SAP
und Microsoft begleitet der Technologiedienstleister Unternehmen aus Industrie,
Finanzwesen, öffentlichem Sektor und weiteren Branchen bei der Digitalisierung
und Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse. Zu den Kund:innen von Tieto zählen
unter anderem Bosch, ÖBB, ASFiNAG, Semperit, Corteva, ABB, Allianz Bank, Volvo
Trucks, Bose, Polestar und AstraZeneca. Weitere Informationen unter
http://www.tieto.com/de .
Pressekontakt:
Tieto Tech Consulting
Bianca Sullivan, Marketing & Communications Manager
Telefon: +43 664 5263586
E-Mail: mailto:bianca.sullivan@tieto.com
Website: https://www.tieto.com/de/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/177460/6309672
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Quelle: dpa-AFX