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ROUNDUP: Walmart trotzt Konjunktursorgen mit Wachstum - Treibstoff belastet

21.05.2026 - 16:00:12
BENTONVILLE (dpa-AFX) - Der weltweit größte Einzelhändler Walmart stemmt sich weiterhin erfolgreich gegen die anziehende Inflation. Allerdings warnte der Konzern zur Vorlage seiner Zahlen am Donnerstag zugleich, dass die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Treibstoffkosten auf den Ergebnissen lasten und künftig auch die Preise für Verbraucher weiter nach oben treiben könnten. Kurz nach dem Handelsstart an der Wall Street gab die Walmart-Aktie um zuletzt fast 6,5 Prozent nach, auch weil der Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal enttäuschte.

Analyst Christopher Horvers von der US-Bank JPMorgan sprach in einer ersten Reaktion von einem insgesamt zwar soliden Quartalsbericht, mit Blick auf die Erwartungen aber seien die Nachrichten nur durchwachsen ausgefallen. Mit der Prognose für das zweite Geschäftsquartal liege der Einzelhandelskonzern etwas unter den Marktschätzungen. RBC-Experte Steven Shemesh schrieb, Walmart habe in seinem ersten Geschäftsquartal umsatzseitig die Erwartungen übertroffen, die Ergebnisentwicklung sei aber etwas schwächer.

Walmart gilt aufgrund seiner Größe und seiner starken Präsenz in den USA und anderen Märkten als wichtiger Konjunkturindikator. Das Unternehmen habe zuletzt "praktisch die gesamten" Kostensteigerungen durch die anziehenden Treibstoffkosten selbst getragen, erläuterte Finanzchef John David Rainey in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zwar priorisiere Walmart weiterhin, seinen Kunden niedrige Preise bieten zu können. Es sei aber schwierig, "mit einem solchen Kostendruck umzugehen", sagte er. Der Konzern werde die Situation zwar bewältigen können, rechne im seit Anfang Mai laufenden Quartal jedoch mit einer ähnlich großen oder sogar größeren Belastung durch Treibstoffkosten.

An seiner im Februar erstmals veröffentlichten - an der Börse seinerzeit als verhalten eingestuften - Prognose für das noch bis Ende Januar laufende Geschäftsjahr 2026/27 hält Walmart-Chef John Furner fest. Dabei erwartet er nun, dass im zweiten Quartal der Umsatz zu konstanten Wechselkursen mit 4 bis 5 Prozent nicht mehr ganz so stark steigen wird wie noch zu Jahresbeginn. Das operative Ergebnis soll aber im Vergleich deutlicher anziehen, hier wird ein Plus von 7 bis 10 Prozent erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte auf 0,72 bis 0,74 Dollar steigen, ein Jahr zuvor waren es noch 0,68 Dollar gewesen. Analysten hatten jedoch mit einem stärkeren Anstieg gerechnet.

Im ersten Geschäftsquartal war der Umsatz um gut 7 Prozent auf 177,8 Milliarden Dollar (gut 153 Mrd Euro) geklettert, wie der Konzern in Bentonville mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 5,9 Prozent. Dabei übertraf die Entwicklung auf dem wichtigen Heimatmarkt leicht die Erwartung von Analysten: Dort kletterten die Umsätze im ersten Quartal (bis Ende April) auf vergleichbarer Basis und abseits des Treibstoffgeschäfts um 4,1 Prozent. Noch besser lief es im internationalen Geschäft, dort zog der Umsatz zu konstanten Währungen um rund 10 Prozent an.

"Der durchschnittliche Verbraucher ist weiterhin in relativ guter Verfassung", sagte Rainey. Kunden mit höherem Einkommen kauften in vielen Kategorien weiterhin selbstbewusst ein, während Kunden mit geringerem Einkommen stärker auf das Budget achteten.

Laut Walmart stieg der weltweite Internet-Umsatz im Quartal um 26 Prozent und trieb auch das Wachstum im wichtigsten Markt des Unternehmens an. Auch Schnelllieferungen erwiesen sich als wichtiger Umsatzbringer, zudem gewinne der Vorstoß in den Modemarkt zunehmend an Dynamik, hieß es. Der Konzern habe außerdem das Angebot auf seinem Marktplatz für Drittanbieter deutlich erweitert. Das Werbegeschäft und andere Unternehmensbereiche sorgten ebenfalls für Schwung.

Das operative Ergebnis kletterte in den ersten drei Monaten um 5 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar, wobei jedoch höhere Treibstoffkosten unter anderem für die Logistik mit allein 2,5 Prozentpunkten die Entwicklung bremsten. Unter dem Strich stieg der Gewinn um fast 19 Prozent auf gut 5,3 Milliarden Dollar./tav/men/he


Quelle: dpa-AFX

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