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Nachrichtenübersicht

Ölpreise steigen weiter deutlich - Öl aus der Nordsee nun klar über 110 Dollar

27.03.2026 - 16:14:19
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag trotz der Verlängerung eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran weiter deutlich gestiegen. Nachdem sich die Notierungen im frühen Handel kaum verändert hatten, zogen sie im Handelslauf kräftig an. Der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent kletterte über die Marke von 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Bereits an den Vortagen war es mit dem Ölpreis nach oben gegangen.

Kurz vor dem Wochenende wurde Rohöl aus der Nordsee bei 110,58 Dollar gehandelt und damit etwa 2,5 Prozent höher als am Vortag. Die Ankündigung, bis zum 6. April keine Angriffe auf iranische Kraftwerke durchzuführen, hat bisher keinen größeren Einfluss auf die Preisentwicklung am Ölmarkt. Trump hatte zudem mitgeteilt, dass es "sehr gute" Gespräche mit dem Iran gebe.

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hatte seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an - mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Flüssiggas und Öl. Zeitweise war der Preis für Rohöl aus der Nordsee bis knapp 120 Dollar gestiegen.

Nach Einschätzung von Ewa Manthey, Rohstoffstrategin bei der ING Bank, sind bereits rund 8 Millionen Barrel pro Tag an Fördermengen ausgefallen und ein deutlich größeres Volumen an Ölströmen durch den Persischen Golf weiterhin gefährdet. Durch die jüngste Entwicklung werde die Sorge am Markt "voraussichtlich nicht wesentlich abnehmen", mahnte sie.

"Zu den massiven Angebotsausfällen durch die Schließung der Straße von Hormus kommen nun noch beträchtliche Exportausfälle aus Russland hinzu", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Er verwies auf Medienberichte, in denen der Ausfall der russischen Exportkapazitäten mit derzeit rund 40 Prozent beziffert wird. Grund seien Drohnenangriffe der Ukraine auf die Ölhäfen Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee sowie den Hafen Noworossijsk am Schwarzen Meer./jkr/jsl/jha/


Quelle: dpa-AFX
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