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WDH/ROUNDUP: Carl Zeiss Meditec verdient deutlich weniger - China belastet

06.08.2026 - 10:35:49
(Tippfehler in der Überschrift behoben)

JENA (dpa-AFX) - Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres vor allem schwächere Geschäfte in China zu spüren bekommen. Zudem belasteten ungünstige Wechselkurse. Während der Umsatz nur leicht schrumpfte, gingen die Gewinne kräftig zurück. Die erst im Mai gesenkten Jahresziele bestätigte das Unternehmen. Die Aktie gab am Donnerstagvormittag um fast 7 Prozent auf 28,18 Euro nach.

"Die Umsatzentwicklung nach neun Monaten hat sich auf währungsbereinigter Basis stabilisiert", sagte Finanzchef Justus Felix Wehmer bei Vorlage von Neunmonatszahlen am Donnerstag laut einer Mitteilung. Gleichzeitig entwickele sich der Auftragsbestand solide. Der Fokus des Unternehmens liege weiterhin darauf, die Profitabilität nachhaltig zu verbessern und die eingeleiteten Maßnahmen konsequent umzusetzen.

Angesichts der Probleme vor allem in seinem wichtigen China-Geschäft will Carl Zeiss Meditec die Kosten senken. Von den Einsparungen könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 1.000 Stellen weltweit betroffen sein. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien aufgenommen worden und verliefen konstruktiv und vertrauensvoll, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag dazu in Jena mit.

Mit den Einsparungen soll sich das Ergebnis bis zum Geschäftsjahr 2028/29 im Vergleich zum laufenden Berichtszeitraum um jährlich mehr als 200 Millionen Euro verbessern. Konkret will der Augenheilkundespezialist Lieferketten im Einkauf optimieren, weniger profitable Produkte aus dem Portfolio herausnehmen und Teile seines Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagern. Es würden Vorbereitungen für einen zukünftigen Fertigungsstandort in Indien getroffen, hieß es jetzt.

Dadurch sollen die Erlöse bis 2028/29 währungsbereinigt mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr anziehen. Die bereinigte operative Marge - gemessen am bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) - soll auf mindestens rund 15 Prozent klettern, langfristig gar auf 16 bis 20 Prozent.

Für das restliche Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) geht das Unternehmen aufgrund einer anhaltend gedämpften Investitionstätigkeiten von einem weiterhin volatilen weltweiten makroökonomischen Umfeld aus. Die im Mai gesenkten Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

Demnach dürfte im noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr die operative Marge auf 8 bis 10 Prozent zurückgehen. Zugleich könnte der Erlös mit 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro um bis zu 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken.

Carl Zeiss Meditec kämpfte zuletzt immer stärker mit einer schwächelnden Nachfrage und den strengeren Vergaberegeln für Aufträge in der Volksrepublik China. So werden oft einheimische Wettbewerber vorgezogen. Dies belastete etwa stark das Geschäft mit Premiumlinsen, hier mussten zuletzt Produkte gar verschrottet werden. Ein Rückzug aus dem chinesischen Markt, der rund ein Viertel zum Konzernumsatz beisteuert, steht laut früheren Aussagen des Finanzvorstands Wehmer aber außer Frage. Stattdessen müsse man noch präsenter in China sein.

In den ersten drei Quartalen schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um 2,9 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro. Das war in etwa so viel, wie Analysten erwartet hatten.

Auf der Ergebnisseite lief es noch schlechter. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebita) ging in den ersten neun Monaten um fast 30 Prozent auf 124,5 Millionen Euro zurück. Und unter dem Strich verblieb für die Anteilseigner ein Überschuss von 69,7 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr noch 89,4 Millionen Euro erzielt worden waren.

Laut Analyst Charles Weston von der kanadischen Bank RBC lag der bereinigte operative Gewinn um fast zehn Prozent über der Konsensschätzung. Das Segment Mikrochirurgie habe sich stark entwickelt, während das Geschäft mit Augenheiltechnik in China nach wie vor schwächle.

Nach Einschätzungen von David Adlington von der US-Bank JPMorgan hat das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen verfehlt, wenn die Zollrückerstattungen herausgerechnet werden. Es sei recht wahrscheinlich, dass die Jenaer letztlich am unteren Ende der Jahresziele landeten./mne/niw/mis


Quelle: dpa-AFX

Bezeichnung
WKN
Börse
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Währung
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Kurs
vom
CARL ZEISS MEDITEC AG 531370
Xetra
28,1400
EUR
-2,14
-7,07%
06.08.26
10:52:26
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