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Nachrichtenübersicht

OTS: Nordzucker AG / Nordzucker-Jahresabschluss 2025/26: Konsequente ...

28.05.2026 - 12:03:05
Nordzucker-Jahresabschluss 2025/26: Konsequente Maßnahmen in einem
extrem herausfordernden Marktumfeld (FOTO)
Braunschweig (ots) - Der Nordzucker Konzern hat das Geschäftsjahr 2025/26 in
einem außergewöhnlich herausfordernden Marktumfeld abgeschlossen. Zwei sehr
ertragreiche Rübenernten in Folge, hohe Bestände im EU-Zuckermarkt und stark
gefallene Absatzpreise belasteten die Ertragslage. Der Umsatz ging auf rund 2,34
Milliarden Euro zurück und das operative Ergebnis lag bei minus 226 Millionen
Euro. Nordzucker hat frühzeitig mit einem konsequenten Maßnahmenpaket reagiert,
um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stabilisieren und zu stärken.

"Die Zuckerbranche ist aktuell von einer extrem herausfordernden Marktlage
betroffen. Zwei sehr hohe Ernten in Folge in Europa haben ein deutliches
Überangebot verursacht, das die Preise massiv unter Druck gesetzt hat",
erläuterte Lars Gorissen, Chief Executive Officer (CEO) der Nordzucker AG, bei
der Vorstellung der Jahresbilanz in Braunschweig. "Diese Marktdynamik gehört zu
unserem Geschäft, ist in dieser Ausprägung jedoch außergewöhnlich. Entscheidend
ist, dass wir aktiv gegensteuern: mit unserer Strategie, unseren nochmals
nachgeschärften Exzellenzinitiativen und einem zusätzlichen Sofortprogramm."

Zwei besonders ertragreiche Rübenernten und ein strukturell rückläufiger
Zuckerkonsum haben zu hohen Beständen im EU-Zuckermarkt beigetragen.
Gleichzeitig verstärken sinkende Weltmarktpreise infolge hoher Produktionsmengen
auf dem Weltmarkt den Preisdruck weiter.

Nordzucker hat in einer durchschnittlich langen Kampagne rund 2,8 Millionen
Tonnen Zucker aus Rüben erzeugt - etwas weniger als im Vorjahr. Die
Verarbeitungsleistung lag dabei auf einem insgesamt hohen Niveau. Die
australische Tochter Mackay Sugar Ltd. erzeugte rund 0,6 Millionen Tonnen
Rohzucker aus Zuckerrohr. Der Umsatz des Nordzucker Konzerns sank im
Geschäftsjahr 2025/26 auf rund 2,34 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,77 Milliarden
Euro). Hauptursache war das deutlich niedrigere Preisniveau für Zucker in Europa
und auf dem Weltmarkt. Der Jahresfehlbetrag vor Fremdanteilen lag bei minus
171,7 Millionen Euro nach 84,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis
(EBIT) belief sich auf minus 226 Millionen Euro (Vorjahr: plus 100,5 Millionen
Euro) - inklusive einer Belastung durch Sondereffekte in Europa von rund minus
160 Millionen Euro. Das Unternehmen verzeichnet damit ein historisch niedriges
Ergebnis.

Daraus resultierend werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 9.
Juli 2026 vorschlagen, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2025/26
auszuschütten (Vorjahr: 0,40 Euro pro Aktie).

Ergebnisentwicklung durch Marktdynamik geprägt

"Der Preisverfall, der sich seit Herbst 2024 am Markt abzeichnete, wirkte sich
im Geschäftsjahr 2025/26 voll im Ergebnis aus", sagte Alexander Bott, Chief
Financial Officer (CFO) von Nordzucker, mit Blick auf die Kennzahlen des
abgelaufenen Geschäftsjahres. "Unsere frühzeitig eingeleiteten Exzellenz- und
Kostensenkungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Dennoch konnten die negativen
Markteffekte im Berichtsjahr nicht vollständig ausgeglichen werden." Bott
ergänzte: "Wir haben frühzeitig wirkungsvolle Maßnahmen auf den Weg gebracht und
setzen diese schrittweise um. Das stärkt unsere Resilienz gegenüber zukünftigen
volatilen Marktentwicklungen." Bereits umgesetzte Maßnahmen wirken sich,
aufgrund des Geschäftsmodells, erst mit einem Zeitverzug positiv auf die
Ergebnisentwicklung aus.

Das negative Ergebnis ist vor allem auf das europäische Zuckergeschäft
zurückzuführen. Das Rohrzuckergeschäft konnte vor diesem wirtschaftlichen
Hintergrund 0,3 Millionen Euro zum Konzern-EBIT beitragen. Der Jahresüberschuss
lag bei plus 1,5 Millionen Euro. Die in den vergangenen Jahren vorangetriebenen
Aktivitäten, um das Geschäft in Australien zu optimieren und die Profitabilität
zu verbessern - insbesondere die Verfügbarkeit der Werke -, zahlen sich weiter
aus. Die Vermögens- und Finanzlage im Konzern bleibt solide, die
Eigenkapitalquote liegt weiterhin auf hohem Niveau bei 55 Prozent.

Maßnahmenpakete stärken Kostenstruktur und Resilienz

Angesichts der Marktvolatilität hat Nordzucker bestehende Exzellenzinitiativen
weiter intensiviert und ein zusätzliches Sofortprogramm aufgelegt. Im Fokus
stehen dabei die Reduzierung von Verwaltungskosten, dazu zählen Personal- und
Sachkosten, außerdem die Anpassung der Netzwerkstruktur und die Steigerung der
Profitabilität, insbesondere im Deutschland-Geschäft.

"Angesichts dieses Marktumfelds ist Abwarten keine Option. Genau deshalb sind
die eingeleiteten strukturellen Maßnahmen und der klare Kostenfokus
entscheidend", betonte Alexander Godow. "Wir passen unser Netzwerk an die
veränderten Marktbedingungen an und stärken unsere operative
Leistungsfähigkeit." Bereits umgesetzt wurden strukturelle Anpassungen unter
anderem in Finnland und der Slowakei. Ziel ist ein robustes, effizienteres und
wettbewerbsfähiges Produktions- und Logistiknetzwerk, das Herausforderungen
besser abfedern kann.

Zur Optimierung und Stärkung des Kerngeschäfts Rübe setzt Nordzucker
konzernweite Exzellenzinitiativen um. In Deutschland wurde zudem gemeinsam mit
den Anbauerinnen und Anbauern ein angepasstes Rübenpreismodell eingeführt, das
agiler und flexibler auf die Marktlage reagieren kann. "Zuckerproduktion und
Rübenanbau funktionieren nur gemeinsam", sagte Lars Gorissen. "Das neue
Rübenpreismodell in Deutschland ist ein wichtiger Schritt und Signal für andere
Nordzucker-Länder. Es stärkt den zukunftsfähigen Rübenanbau in Europa."

Dekarbonisierung wirkt auch wirtschaftlich

Trotz des aktuellen Ergebnisdrucks treibt Nordzucker die Dekarbonisierung der
Produktion und die Investitionen in die Werke voran - auch vor dem Hintergrund
steigender Anforderungen von Kunden, Gesellschaft und Gesetzgebung. So
investierte Nordzucker im Geschäftsjahr 2025/26 rund 160 Millionen Euro in seine
europäischen Standorte.

Darüber hinaus setzt Nordzucker im Rahmen des eigenen GoGreen-Programms weitere
Dekarbonisierungsprojekte um, darunter einen neuen Extraktionsturm in Schladen
sowie die Erweiterungen von Verdampfstationen in den Werken in Uelzen, Klein
Wanzleben und Clauen. "Wir haben in den vergangenen Jahren intensiv in die
Dekarbonisierung investiert. Das zahlt sich jetzt aus: wirtschaftlich und in der
CO2-Reduktion unserer Produkte. Damit verbessern wir unsere Kostenstruktur,
reduzieren perspektivisch die Abhängigkeit von volatilen Energiepreisen und
erfüllen Kundenanforderungen", so Godow.

Strategie Fields for Growth gibt Richtung vor

Mit der Strategie Fields for Growth verfolgt Nordzucker einen klaren Kurs bis
2033: ein gewachsenes, diversifizierteres und profitables Unternehmen. "Fields
for Growth gibt uns eine klare Strategie: Ziel ist, unser Geschäft stärker zu
diversifizieren und unsere Abhängigkeit vom europäischen Markt zu verringern,
jedoch gleichzeitig unsere Marktposition in Europa möglichst auszubauen",
betonte Lars Gorissen.

Nordzucker setzt beim Wachstum auf die Erweiterung des Geschäftsbereichs Rohr,
der bereits heute mit dem Geschäft in Australien einen Beitrag zum
Konzernergebnis leistet und resilienter in den Marktzyklen funktioniert. Der
beabsichtigte Einstieg in den Wachstumsmarkt für alternative Proteine und
funktionale Zutaten für Lebensmittel (Smart Ingredients) rundet die Wachstums-
und Diversifizierungsstrategie ab. Nordzucker sieht nach wie vor großes
Potenzial in diesem Markt. Die Strategie zum Markteintritt ist auf mögliche
Partnerschaften und Beteiligungen ausgerichtet.

Ausblick: Rückkehr zur Profitabilität bleibt im Fokus

Zur Entlastung des Markts hat Nordzucker erneut die Anbaufläche reduziert. Das
Unternehmen geht daher davon aus, dass sich die Balance zwischen Angebot und
Nachfrage verbessert, und erwartet mit dem neuen Anbaujahr eine schrittweise
Erholung des Preisniveaus.Nordzucker rechnet damit, dass die eingeleiteten
Maßnahmen zur Anpassung der Kostenstruktur schrittweise Wirkung entfalten, und
budgetiert für das Geschäftsjahr 2026/27 ein negatives EBIT im mittleren
zweistelligen Millionenbereich.Ziel des Unternehmens ist es, im Geschäftsjahr
2027/28 wieder ein positives EBIT zu erzielen - im Wesentlichen getragen durch
die Beiträge aus Exzellenzinitiativen, das Sofortprogramm sowie durch angepasste
Preis- und Kostenstrukturen. "Wir haben die richtigen Weichen gestellt, um aus
eigener Kraft in einem herausfordernden Umfeld wieder profitabel zu
wirtschaften", fasste Gorissen zusammen. "Das gibt uns Klarheit und Zuversicht
für den Weg nach vorn."

Presseinformation als PDF
(https://www.nordzucker.com/de/download-kategorien/news/)

Press Release as PDF (https://www.nordzucker.com/en/download-categories/news/)

Nordzucker

Nordzucker ist einer der weltweit führenden Hersteller von Zucker aus
Zuckerrüben und Zuckerrohr. Der Konzern gewinnt Zuckerprodukte in verschiedenen
Formen, wie Weißzucker, Rohzucker, Raffinade, Biozucker, Spezialitäten und
flüssige Zucker. Darüber hinaus produziert Nordzucker Futtermittel, Melasse,
Düngemittel und Kraftstoffe sowie Strom. Im Geschäftsjahr 2025/26
erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro. Mit seiner
Strategie Fields for Growth setzt Nordzucker zwei Schwerpunkte: die Stärkung der
Wirtschaftlichkeit des bestehenden Geschäfts sowie die gezielte Diversifizierung
und Wachstum. Nordzucker fokussiert sich im Rahmen der Strategie zudem auf das
Ziel, bis spätestens 2050 die Produktion in den Werken CO2-neutral zu betreiben.
Dies wird um Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes im Rübenanbau ergänzt.
Hochwertige Produkte und Dienstleistungen, Wachstumsperspektiven und
kontinuierliche Verbesserungen sind die treibende Kraft hinter einem engagierten
und internationalen Team von rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 19
europäischen und australischen Produktionsstandorten.

https://www.nordzucker.com

Pressekontakt:

Nicole Dinter
Head of Communication & Public Affairs
Nordzucker Group
_____________________________________________________________________
Nordzucker AG Küchenstraße 9 38100 Braunschweig Tel. +49 531 2411 158
mailto:nicole.dinter@nordzucker.com
https://www.nordzucker.com
Aufsichtsratsvorsitzender: Jochen Johannes Juister
Vorstand: Dr. Lars Gorissen (Vors.)
Alexander Bott | Alexander Godow

Sitz der Gesellschaft Braunschweig Amtsgericht Braunschweig HRB 2936

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/120645/6283698
OTS: Nordzucker AG


Quelle: dpa-AFX
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