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ROUNDUP 3/Waldbrände bei Bordeaux: Wieder Tausende Touristen evakuiert

28.07.2026 - 18:25:40
(neu: Zahlreiche Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen in Spanien aufgehoben.)

BORDEAUX/MADRID (dpa-AFX) - Angesichts einer neuen Hitzewelle in Frankreich versucht die Feuerwehr mit allen Mitteln, die an der Atlantikküste wütenden Waldbrände in den Griff zu bekommen. Während der größere der beiden Brände bei Bordeaux punktuell wieder aufloderte und zur Evakuierung Tausender weiterer Touristen führte, bekam die Feuerwehr den flächenmäßig kleineren Brand südwestlich von Bordeaux am Vorabend unter Kontrolle. Dort konnten 15.000 Evakuierte zurück in ihre Häuser.

Wegen der bedrohlichen Waldbrandlage am bekannten Badeort Lacanau ordnete die Präfektur in Bordeaux dort am Vormittag die Räumung von Campingplätzen und Feriensiedlungen in Lacanau und Lacanau Océan an. Es geht um rund 4.000 Menschen. Der Ort Lacanau und seine Einwohner seien von der Evakuierung zunächst nicht betroffen, hieß es.

Hitze und Wind erschweren Löscharbeiten

Wie die Behörden betonten, handelt es sich um eine vorsorgliche Evakuierung angesichts der weiteren Wetterentwicklung. Mit einer erneuten Hitzewelle wird ein Anstieg der Temperaturen und ein Absinken der Luftfeuchtigkeit erwartet. Wie die Feuerwehr am Vormittag erklärte, erschweren Hitze und Wind den Kampf gegen die Flammen, die sich seit dem Wochenende zwar nicht weiter ausgedehnt haben. Damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet.

Im Einsatz sind 2.750 Feuerwehrleute aus ganz Frankreich und einige auch aus anderen europäischen Ländern, 18 Löschflugzeuge, 1.500 Soldaten sowie 1.440 Polizeikräfte. Aus Deutschland waren am Montagnachmittag zwei Transporthubschrauber und ein Transportflugzeug A400M mit Material in der Krisenregion angekommen. Zudem sollen von Sachsen-Anhalt aus zwei Löschflugzeuge zur Unterstützung in die Region Bordeaux fliegen. Dabei handelt es sich um die im Landkreis Harz stationierte "Hexe 1" sowie eine baugleiche Maschine, die zunächst aus dem polnischen Mielec nach Ballenstedt überführt wird.

Türkei schickt Löschflugzeuge

"Wir werden diesen Kampf gewinnen", erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dankte der Türkei für das Entsenden von zwei ihrer Löschflugzeuge. Auch Frankreichs frisch ernannter neuer Fußballnationaltrainer Zinedine Zidane würdigte bei seiner Vorstellung als Erstes die Einsatzkräfte. "Ich möchte zunächst allen Feuerwehrleuten meine Unterstützung aussprechen - viele Familien durchleben gerade eine schwierige Zeit."

Seit Mittwoch wurden mehr als 220.000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, darunter viele Touristen. Das Feuer hatte sich auf bis zu 15 Kilometern der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln.

Erfolge bei Brandbekämpfung in Spanien

Bei der Bekämpfung mehrerer verheerender Waldbrände feiern die Einsatzkräfte in Spanien erhebliche Erfolge. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. Die Regierung werde "bis zur letzten Flamme" alle verfügbaren Mittel einsetzen. Die von den Bränden betroffenen Gebiete seien nun zu Katastrophenzonen erklärt worden, wodurch erste Hilfen anliefen.

Der sozialistische Politiker erneuerte zudem seinen Appell für einen parteiübergreifenden Klimapakt. Die Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels sei "der schlimmste Brennstoff" im Kampf gegen Brände und Klimakrise, warnte Sánchez vor Journalisten.

Die Löscharbeiten entwickeln sich derweil zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat für Mittwoch den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren.

Größter Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens

Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt.

In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bekannt. Die Bewohner von 13 Ortschaften dürfen demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem seien für vier weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben worden, hieß es. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen in Madrid und Ávila.

Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern - fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das größte der jüngeren Geschichte Spaniens, das heißt seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968.

Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen bisher rund 8.500 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, aber rund 6.000 konnten aufgrund der Entspannung der Lage am Montag in ihre Häuser zurückkehren. Im Laufe des Tages würden viele weitere folgen, teilten die Regionalbehörden mit. Insgesamt wüteten in Spanien am Dienstag acht größere Waldbrände.

Auch in Portugal brennt es vielerorts

Auch in Portugal brennt dieser Tage die Natur vielerorts. Insgesamt waren am Dienstagvormittag im ganzen Land 34 Waldbrände aktiv. Die Feuer sind aber alle bislang deutlich kleiner als im iberischen Nachbarland. Sie wurden insgesamt von gut 1.000 Einsatzkräften bekämpft, wie die Behörden mitteilten./evs/DP/jha


Quelle: dpa-AFX
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