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APA ots news: OeNB: Finanzvermögen der Haushalte übersteigt erstmals eine...

22.10.2026 - 10:10:36
APA ots news: OeNB: Finanzvermögen der Haushalte übersteigt erstmals eine Billion Euro

Wertpapiere gewinnen weiter an Bedeutung; Finanzkompetenz in
Österreich auf hohem Niveau, aber mit Lücken im Detail

Wien (APA-ots) - Die von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) heute
veröffentlichten Daten zum Finanzverhalten der Haushalte zeigen:
Erstmals verfügen die privaten Haushalte in Österreich über ein
Finanzvermögen von mehr als einer Billion Euro. Während die Sparquote
2025 mit 9,7 % auf hohem Niveau war, dürfte sie 2026 auf 8,4 %
sinken. Wertpapiere gewinnen für die Vermögensbildung zunehmend an
Bedeutung. Ihr Anteil am Finanzvermögen der Haushalte hat sich
innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Gleichzeitig weist
eine aktuelle OeNB-Erhebung auf eine insgesamt hohe Finanzkompetenz
der Bevölkerung hin, zeigt aber auch Wissenslücken bei einzelnen
Finanzthemen.

Edeltraud Stiftinger, Vize-Gouverneurin der OeNB, unterstreicht:
"Die österreichischen Haushalte besitzen erstmals mehr als eine
Billion Euro an Finanzvermögen und sind in den vergangenen zehn
Jahren auch real wohlhabender geworden. Dabei verändert sich auch,
wie die Österreicherinnen und Österreicher anlegen: Das Sparbuch
bleibt wichtig, aber immer mehr Geld fließt in Wertpapiere und Fonds.
Gleichzeitig ist dieser Wohlstand nicht gleich verteilt, sehr viele
haben überhaupt nicht die Möglichkeit zu sparen und anzulegen."

OeNB-Direktor Josef Meichenitsch erläutert: "Unsere Befragung zur
Finanzkompetenz im Land zeigt ein stabil hohes Niveau mit 69
erreichten von 100 möglichen Punkten. Das ist ein gutes Zeichen, weil
Finanzbildung heute zu einer ordentlichen Allgemeinbildung gehört wie
Lesen, Schreiben und Rechnen." Und weiter: "Wir sehen, dass die
Bedeutung von Fonds, Aktien und Anleihen beim Sparen ansteigt. Da
gibt es bei einigen Fragen noch Wissenslücken, die wir adressieren
wollen."

Zwtl.: Finanzvermögen erreicht historischen Höchststand

Das Finanzvermögen der Haushalte in Österreich überstieg erstmals
eine Billion Euro (Q2 2026: 1.011 Mrd EUR; +7 % gegenüber dem Vorjahr
). Den größten Anteil daran haben Einlagen (34 %), gefolgt von
Beteiligungen (24 %), beispielsweise an GmbHs oder Privatstiftungen,
sowie Wertpapieren (24 %). In den letzten zehn Jahren ist das
Finanzvermögen um 60 % gewachsen und hat sich in der Zusammensetzung
verändert. Bankeinlagen bleiben zwar die größte Vermögenskategorie
mit rund 341 Mrd EUR, der Vermögensaufbau erfolgt aber zunehmend über
Beteiligungen und Wertpapiere.

Zwtl.: Sparquote sinkt, bleibt aber weiter auf hohem Niveau

Die Sparquote sank im Gesamtjahr 2025 um 1,8 Prozentpunkte auf
9,7 % (WIFO-Prognose für Q2 2026: 8,4 %). Gründe für die weiterhin
hohe Sparneigung der privaten Haushalte im Jahr 2025 liegen neben der
geopolitischen Lage und der schwachen Konjunktur auch in höheren
Zinsen, die das Sparen wieder attraktiver machten.

Zwtl.: Verschuldung unter dem Euroraum-Durchschnitt

Die Finanzverpflichtungen der österreichischen Haushalte beliefen
sich im Jahr 2025 auf 213 Mrd EUR (+1 % gegenüber dem Vorjahr). Die
Wohnbaukredite stagnierten in diesem Zeitraum, nahmen aber im ersten
Halbjahr 2026 wieder Fahrt auf. Im Juni 2026 lag die Verschuldung bei
214 Mrd EUR. Die Verschuldung in Relation zum Finanzvermögen
österreichischer Haushalte ist mit 21 % im Vergleich zum Euroraum (26
%) relativ gering und hat im Jahresvergleich sogar abgenommen, da das
Finanzvermögen stärker wuchs als die Kredite.

Zwtl.: Wertpapiersparen abhängig von Einkommen und Finanzkompetenz

Wertpapiere stehen bei privaten Haushalten zunehmend hoch im
Kurs. Investmentfondsanteile sind die beliebteste Form der
Wertpapierveranlagung. Mit 132 Mrd EUR entfielen im Juni 2026 mehr
als die Hälfte der Wertpapierbestände auf Investmentfonds, gefolgt
von börsennotierten Aktien (63 Mrd EUR) und verzinslichen
Wertpapieren (47 Mrd EUR).

Die repräsentative Erhebung der OeNB-Finanzbildung "Austrian
Survey of Financial Literacy" unterstreicht die Bedeutung der
finanziellen Möglichkeiten und der Finanzkompetenz für das
Wertpapiersparen: Während 57 % der Personen mit hohem Einkommen und
hoher Finanzkompetenz angaben, im vergangenen Jahr mit Wertpapieren
gespart zu haben, waren es nur 14 % der Personen mit niedrigem
Einkommen und geringer Finanzkompetenz. Es zeigt sich auch, dass
Investor:innen Wissensfragen mit Investitionsbezug deutlich häufiger
korrekt beantworten. Jedoch zeigen sich auch unter Investor:innen
Wissenslücken: Fast 30 % wissen etwa nicht, dass man mit dem Kauf
einer Anleihe zum:r Kreditgeber:in wird.

Zwtl.: Ergebnisse der OeNB-Erhebung als Auftrag für die Finanzbildung

In der repräsentativen Bevölkerungsbefragung erreichten
Österreicher:innen durchschnittlich 69 von 100 möglichen Punkten im
Score der Finanzkompetenz (Financial Literacy Score) der OECD und
zeigen dabei Stärken im alltäglichen Umgang mit Geld, Schwächen bei
komplexeren Wissensinhalten und beim vorausschauenden
Finanzverhalten. Finanzkompetenz geht zwar mit höherem finanziellen
Wohlbefinden einher, garantiert es aber nicht.

Mit durchschnittlich geringeren Werten bei der Finanzkompetenz
als der Bevölkerungsdurchschnitt ergeben sich als wichtige
Zielgruppen für Finanzbildungsmaßnahmen Personen mit niedrigem
Bildungsabschluss, Personen mit geringem Einkommen, junge Personen
sowie Personen in Singlehaushalten. Nach wie vor bleibt auch im
Finanzwissen ein Gender Gap bestehen, der sich allerdings im
Vergleich zur Erhebung 2023 tendenziell verringert hat. Dennoch
schneiden Frauen im Durchschnitt noch immer schlechter ab und
erreichen die maximale Punktezahl seltener (16 %) als Männer (25 %).

Die aktuellen Ergebnisse der OeNB-Erhebung sind auch Auftrag im
Rahmen der neue Nationale Finanzbildungsstrategie, die gerade vom
Bundesministerium für Finanzen veröffentlicht wurde.

Weitere Infos:

OeNB Report "International Survey of Adult Financial Literacy
2026: First results for Austria" (Chiara Lari, Valentin Voith,
Maximilian Zieser)

OeNB aktuell "Neue Nationale Finanzbildungsstrategie 2027-2035
beschlossen"

1. ^

Der Haushaltssektor inkludiert private Haushalte, Selbstständige,
Einzelunternehmen, institutionelle Haushalte (z. B. Menschen, die in
Altenheimen leben) und private Organisationen ohne Erwerbszweck

Rückfragehinweis:
   Oesterreichische Nationalbank 
   Pressesprecherin 
   Mag.a Marlies Schroeder, MiM 
   Telefon: (+43-1) 404 20-6900 
   E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at 
   Website: https://www.oenb.at 


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OTS0072 2026-10-22/10:04


Quelle: dpa-AFX
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