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US-Anleihen: Kursgewinne nach US-Zwischenwahlen

04.11.2026 - 17:39:17
NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den Zwischenwahlen in den USA haben die Kurse von US-Anleihen am Mittwoch zugelegt. Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen (T-Note-Future) stieg um 0,23 Prozent auf 106,73 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel auf 4,92 Prozent.

In einer deutlichen Abrechnung mit der Politik von US-Präsident Donald Trump haben US-Wähler den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress übertragen. Trumps Republikaner haben ihre Mehrheit nicht nur im Abgeordnetenhaus, sondern auch im Senat verloren - was noch vor wenigen Monaten als wenig wahrscheinlich galt. Die Abstimmung wurde zu einem Referendum über Trump, den viele Amerikaner unter anderem für steigende Preise verantwortlich machen.

"Für die kommenden beiden Jahre zeichnet sich allerdings ein konfliktreiches Verhältnis zwischen Weißem Haus und Kongress ab", kommentierte Dirk Chlench, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Die Demokraten können Trumps innenpolitische Agenda bremsen, eigene Vorhaben aber angesichts seines Vetorechts ebenfalls nur eingeschränkt durchsetzen." Chlench erwartet Auseinandersetzungen über den Bundeshaushalt und die Anhebung der Staatsschuldenobergrenze. "Für die Kapitalmärkte könnte die Schuldenobergrenze deshalb 2027 erneut zu einem Belastungsfaktor werden."

Gestützt wurden die Anleihekurse auch durch die deutlich gefallenen Rohölpreise. So sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent erstmals seit Anfang Oktober unter 100 US-Dollar. Nach der Wahlniederlage erwarten einige Händler wohl eine niedrigere Wahrscheinlichkeit für erneute Angriffe der USA auf den Iran. US-Vizepräsident Vance machte den Krieg gegen den Iran für die Wahlniederlage verantwortlich. Die gesunkenen Ölpreise dämpften die Inflationserwartungen.

Die etwas schwächer als erwartet ausgefallene Stimmung im Dienstleistungssektor der USA bewegte den Anleihemarkt kaum. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex ISM ist im Oktober etwas stärker gefallen als erwartet. "Ungeachtet des leichten Rückgangs hat sich die Perspektive des US-Dienstleistungsgewerbes im Oktober kaum verändert", schreibt Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. "Der Index liegt klar in der Expansionszone und zusammen mit dem Pendant des Verarbeitenden Gewerbes ergibt sich so eine positive Indikation für den gesamtwirtschaftlichen Output."/jsl/jha/


Quelle: dpa-AFX
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