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Nachrichtenübersicht

Ölpreis auf 5-Monatshoch - Straße von Hormus-Sorge treibt Brent über 110 Dollar

20.10.2026 - 15:35:47
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag mit der Sorge vor weiteren Angriffen auf Öltransporte in der Straße von Hormus auf den höchsten Stand seit fast fünf Monaten gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete zeitweise 111,99 US-Dollar und damit so viel wie seit Mai nicht mehr. Zuletzt fiel der Preis aber wieder auf 110,52 Dollar. Das sind fast ein Prozent mehr als am Vortag.

Am Ölmarkt sind die Anleger besorgt über Angriffe auf Handelsschiffe in der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus. Zuletzt haben die iranischen Revolutionsgarden Explosionen an zwei Öltankern in der Meerenge gemeldet. Eine Kollision mit Seeminen, die im Süden der Meerenge verlegt worden waren, habe demnach die Tanker in der vergangenen Nacht in Brand gesetzt. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Passage der Meerenge erneut als illegal und warnten vor einer Durchfahrt.

Der Iran habe "keine andere Wahl", als die Kontrolle über die Meerenge auszuüben, sagte zuletzt ein hoher iranischer Regierungsvertreter laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Dies sei notwendig, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten.

In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Angriffe auf Handelsschiffe gegeben. "Die Öllieferungen aus der Golfregion sind in der letzten Woche wegen der zunehmenden iranischen Angriffe auf Tanker und Handelsschiffe in der Straße von Hormus deutlich zurückgegangen", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Er verwies auf Daten von Kpler, einem Anbieter von Marktanalysen, vom vergangenen Freitag. Demnach seien im 7-Tagesdurchschnitt nur 8,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus der Golfregion an den Markt gelangt, nachdem es in der Woche zuvor noch mehr als 20 Millionen Barrel pro Tag gewesen waren.

Zuvor hatte US-Energieminister Chris Wright beim Fernsehsender Fox News gesagt, dass die Liefermengen aus den Fördergebieten am Persischen Golf wieder deutlich zugenommen hätten, auf etwa 80 Prozent des Niveaus von vor Kriegsbeginn.

"Die Risiken für die Ölpreise sind eindeutig nach oben gerichtet", sagte Rohstoffexperte Hamad Hussain vom britischen Analysehaus Capital Economics. Die Eskalation der Angriffe auf Schiffe eröffne die Möglichkeit eines erneuten Rückgangs des Ölangebots und eines weiteren Preisanstiegs./jkr/la/he


Quelle: dpa-AFX
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