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ROUNDUP: Libanesischer Soldat getötet - mutmaßlicher Sprengsatz der Hisbollah

19.07.2026 - 18:48:48
BEIRUT/TEL AVIV (dpa-AFX) - Im südlichen Libanon ist ein Soldat der staatlichen Armee bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet worden. Ein "verdächtiges Objekt" sei in einem Militärfahrzeug explodiert, teilte die Armee mit. Die israelische Armee, die in dem Gebiet mit Bodentruppen im Einsatz ist, teilte mit, der Sprengsatz sei "höchstwahrscheinlich" von der Hisbollah gelegt worden. Israelische Soldaten seien in dem Ort al-Mansuri nahe der Küstenstadt Tyrus in letzter Zeit nicht im Einsatz gewesen. Die Hisbollah äußerte sich nicht.

In Verhandlungen über die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah ist derzeit geplant, dass israelische Truppen von zwei Gebieten im Südlibanon abziehen. Die libanesische Armee soll in den sogenannten "Versuchszonen" die Kontrolle übernehmen, was den Weg ebnen soll für einen schrittweisen Abzug von Israels Bodentruppen. Diese kämpfen unter anderem im Süden des Landes gegen die Hisbollah. Die libanesische Armee hat ihre Präsenz in mehreren Orten im Süden laut örtlichen Berichten bereits verstärkt.

Hisbollah "auf der Schlachtbank"

Zugleich wächst die Sorge weiter vor einer offenen Konfrontation zwischen der Hisbollah und der Armee oder anderen regierungstreuen Kräften. Präsident Joseph Aoun strebt unter wachsendem Druck der USA an, die Hisbollah zu entwaffnen. Die vom Iran unterstützte Schiitenmiliz lehnt dies aber strikt ab.

"Die Hisbollah bereitet sich auf Konfrontationen vor und die nächste Phase wird extrem schwierig und gefährlich", sagte Hilal Chaschan, Professor für Politikwissenschaften an der Amerikanischen Universität Beirut (AUB) der Zeitung "Asharq Al-Awsat". Seitdem die Hisbollah "auf der Schlachtbank" liege und ihr militärischer Flügel aufgelöst werden solle, habe sie ihre Rhetorik gegenüber der Regierung verschärft, sagte er. Auch eine Eskalation auf der Straße in den kommenden Tagen und Wochen sei möglich.

"Brücken mit der Regierung gekappt"

Der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajad sagte laut Medienberichten zuletzt, das "Problem mit dieser Regierung ist sehr, sehr ernst" geworden. "Die Brücken mit ihr sind gekappt, die Chancen auf eine Übereinkunft existieren nicht mehr und die Konsequenzen werden nicht erfreulich sein."

Der israelische Truppenrückzug aus den zwei Zonen gilt als ein Test, ob die Armee im Süden die Kontrolle gegenüber der Hisbollah durchsetzen kann. Die Frage ist hier auch, ob es Widerstand aus den Reihen der konfessionell gemischten Armee geben und ob die Hisbollah möglicherweise Ziele oder Truppen der staatlichen Armee angreifen könnte.

Präsident Aoun ist derzeit auf Einladung von US-Präsident Donald Trump in Washington. Die USA vermitteln bei den Gesprächen zwischen dem Libanon und Israel, bei denen unter anderem der Abzug aus den zwei Zonen vereinbart wurde. Am Sonntag traf sich Aoun mit US-Außenminister Marco Rubio. Dessen Sprecher Tommy Pigott teilte danach mit, Rubio habe die libanesische Regierung unter anderem für ihre Bemühungen gelobt, "die Hisbollah zu entwaffnen, deren terroristische Infrastruktur zu zerschlagen und den Weg zum Frieden einzuschlagen"./jot/DP/stw


Quelle: dpa-AFX
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