Jobsicherheit wird wichtiger, Berufseinstieg bleibt schwer: Die Arbeitsmarkt-Trends im Herbst 2026
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EQS-Media / 16.09.2026 / 08:56 CET/CEST
Presseinformation
Jobsicherheit wird wichtiger, Berufseinstieg bleibt schwer: Die
Arbeitsmarkt-Trends im Herbst 2026
* Jobsicherheit gewinnt: Für 77 % ist ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger
als beruflicher Aufstieg, 74 % empfinden es aktuell schwieriger, zu
Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden
* Hier gibt es Chancen: In den Berufsfeldern Gesundheit, Soziales,
Handwerk sowie im technischen Bereich besteht ein hohes Angebot auf
stepstone.de
* Zukunftssicherste Studienfächer: Recruiter sehen Medizin, Elektrotechnik
und Soziale Arbeit ganz vorne
* Berufseinstieg bleibt schwierig: Einstiegsjobs lagen 2025 rund 33 %
unter dem Mehrjahresschnitt, im ersten Halbjahr 2026 aber wieder 14 %
über dem Vorjahr
Düsseldorf, 16. September 2026. Jobsicherheit gewinnt an Bedeutung, der
Berufseinstieg bleibt schwierig. Gleichzeitig entstehen in einzelnen
Berufsfeldern neue und zukunftssichere Chancen. Die The Stepstone Group
Arbeitsmarktforscherinnen Dr. Christina Langer und Dr. Anna Wittich haben
für den Herbst 2026 vier aktuelle Arbeitsmarkttrends identifiziert. Basis
dafür sind aktuelle Studiendaten sowie Stepstone-Plattformdaten.
1. Jobsicherheit immer wichtigerer Faktor bei der Arbeitgeberwahl
32 % der Beschäftigten nennen einen sicheren Arbeitsplatz als einen der
wichtigsten Faktoren bei der Jobwahl - vier Prozentpunkte mehr als im
Vorjahr. Häufiger genannt wird nur das Gehalt (59 %). Für 77 % ist
Jobsicherheit sogar wichtiger als beruflicher Aufstieg. Die Gründe liegen
vor allem im herausfordernden Arbeitsmarkt: 74 % finden es derzeit
schwieriger, überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden,
65 % erleben höhere Anforderungen als noch vor drei Jahren. Gleichzeitig
berichten Unternehmen von einem anhaltenden Fachkräftemangel: 46 % finden
Recruiting schwieriger als vor einem Jahr, 44 % geben an geeignete
Kandidatinnen und Kandidaten mit den benötigten Kompetenzen zu finden, sei
die größte Hürde.
"Der Arbeitsmarkt lädt derzeit nur wenig zum Wechsel ein. Jobsuchende
berichten von einem langen Weg bis zum Bewerbungsgespräch oder gar zur
Einstellung. Wer einen Job hat, hält sich in der Regel an ihm fest", sagt
Dr. Christina Langer, Senior Economist bei The Stepstone Group. "Für
Unternehmen heißt das auch, dass die Suche nach den gefragtesten Fachkräften
Zeit in Anspruch nimmt und die bestmöglichen Kandidatinnen und Kandidaten
schwer zu finden sind. Arbeitgeber, die Stabilität und unbefristete Jobs
bieten, sollten das hervorheben."
2. Hoher Bedarf in Gesundheit, Sozialem und Handwerk
Trotz des insgesamt angespannten Arbeitsmarkts gibt es in den Bereichen
Handwerk, Gesundheit, Logistik und Bau besonders viele Stellenanzeigen auf
stepstone.de. Gemessen an der Abweichung vom Durchschnitt 2019-2025 zeigt
sich 2025 ein hoher Bedarf zum Beispiel bei: LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrern
im Nahverkehr (+40 %), Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspflegern
(+36 %), Elektronikern für Energie- und Gebäudetechnik (+37 %), sowie
Anlagenmechanikern und Anlagenmechanikerinnen in Sanitär-, Heizungs- und
Klimatechnik (+17 %) und KFZ-Mechatronikerinnen und KFZ-Mechatronikern (+15
%).
"Die besten Jobchancen gibt es derzeit im Handwerk, in technischen Berufen
sowie in Gesundheits- und Sozialberufen. Gefragt sind handwerkliches Können
und technisches Verständnis. Außerdem gewinnt die direkte Arbeit mit
Menschen an Bedeutung. Am größten ist der Bedarf dort, wo die Arbeit vor
allem vor Ort erledigt wird, daran ändert KI so schnell nichts", sagt Dr.
Anna Wittich, Arbeitsmarktforscherin bei Stepstone.
3. Die zukunftssichersten Studienfächer - laut Recruitern
Im Herbst entscheiden sich viele junge Menschen für ihr Studienfach. In
einer gemeinsamen Studie von Stepstone und Studydrive bewerten 455
Personalverantwortliche Medizin, Elektrotechnik und Soziale Arbeit als die
zukunftssichersten Studienfächer. Geisteswissenschaften wie Geschichte,
Anglistik oder Germanistik werden als die am wenigsten zukunftssicheren
Fächer benannt. 58 % der befragten Recruiter sagen außerdem: Zukunftssicher
ist, was sich schwer automatisieren lässt. Praxiserfahrung spielt beim
Einstieg unabhängig davon eine große Rolle: 42 % der Young Professionals
geben an, dass Praktika oder eine Werkstudententätigkeit ihren Einstieg
maßgeblich erleichtert haben. Für 34 % war eine Tätigkeit während des
Studiums das direkte Ticket zur Übernahme.
"Medizin und soziale Arbeit brauchen tiefes Fachwissen und die direkte
Arbeit mit Menschen. Elektrotechnik braucht besonderes technisches
Verständnis. Der Fachkräftemangel in allen drei Bereichen ist real, und
Wirtschaft und Gesellschaft brauchen diese Menschen dringend. Das wird sich
so schnell nicht ändern", sagt Dr. Anna Wittich. "Das Ranking zeigt, was
Recruiter für zukunftssicher halten. Nicht zwingend was sich jobtechnisch
lohnt. Entscheidend ist, sich früh mit möglichen Karrierepfaden
auseinanderzusetzen. Wer echtes Interesse an einem Fach hat, sollte nicht
nur auf Rankings schauen. Es geht darum zu überlegen: Was macht mir
überhaupt Spaß? Welche Berufe ermöglicht das Studium? Welchen Bedarf gibt es
für diesen Beruf? Und kann ich während des Studiums praktische Erfahrung
darin sammeln?"
4. Der Berufseinstieg bleibt schwierig
Der Anteil der Jobs für Berufseinsteigende auf stepstone.de lag 2025 rund 33
% unter dem ab 2019 gemessenen Mehrjahresschnitt, der tiefste Stand seit
Beginn der Messungen. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil wieder rund 14
% über dem Vorjahreszeitraum. Ein erstes positives Signal, aber noch kein
Grund zur Entwarnung.
"Wir sehen einen anhaltenden Rückgang im Einstiegssegment, der sich quer
durch alle klassischen Wissensberufe zieht. Vor allem Absolventinnen und
Absolventen von Hochschulen stecken oft in einem Teufelskreis: ohne
Erfahrung kein Job, ohne Job keine Erfahrung. KI und die wirtschaftliche
Schwächephase treffen den Berufseinstieg an einer empfindlichen Stelle, weil
zuerst die klassischen Junioraufgaben betroffen sind, an denen Einsteiger
bisher gelernt haben", sagt Dr. Christina Langer. "Wer heute Juniorstellen
abbaut, spart kurzfristig und verliert die Fachkräftebasis von morgen.
Gerade entsteht eine Lücke, die sich in der nächsten Konjunkturerholung
nicht so einfach schließen wird. Einstiegsjobs müssen deshalb neu gedacht
werden: duale Programme, Mentoring, frühe Projektverantwortung,
Lernumgebungen, in denen KI von Anfang an als Werkzeug dabei ist. Mit dem
Ziel, Berufseinsteigenden beizubringen, KI produktiv und kritisch
einzusetzen."
Das vollständige Ranking der zukunftssichersten Studiengänge laut Recruitern
Rang Studienfach Rating
1 Medizin (Allgemeinmedizin) 4,09
2 Elektrotechnik / Elektronik 3,91
3 Soziale Arbeit 3,75
4 Informatik 3,74
5 Erziehungswissenschaft (Pädagogik) 3,70
6 Psychologie 3,64
7 Bauingenieurwesen 3,55
8 Sozialwesen 3,52
9 Rechtswissenschaften 3,50
10 Gesundheitswissenschaften / -management 3,41
11 Maschinenbau / -wesen 3,39
12 Wirtschaftsingenieurwesen 3,37
13 Biologie 3,27
14 Chemie 3,26
15 Wirtschaftsrecht 3,13
16 Mathematik 3,08
17 Physik 3,07
18 International Business Management 3,04
19 Wirtschaftswissenschaften 3,03
20 Architektur 2,81
21 Betriebswirtschaftslehre (BWL) 2,64
22 Politikwissenschaften / Politologie 2,55
23 Grafikdesign / Kommunikationsgestaltung 2,22
24 Germanistik / Deutsch 2,16
25 Anglistik 2,14
26 Geschichte 1,92
Methodik: 455 Personalverantwortliche wurden gebeten, die 26 in Deutschland
meistgewählten Studienfächer auf ihre Zukunftssicherheit (Skala 1-5) zu
bewerten.
Über Dr. Christina Langer
Dr. Christina Langer ist Senior Economist bei The Stepstone Group, Ökonomin
und Arbeitsmarktforscherin mit den Schwerpunkten Zukunft der Arbeit,
generative KI und Kompetenzentwicklung. Neben ihrer Tätigkeit bei Stepstone
ist sie Economist am ifo Institut und Digital Fellow am Stanford Digital
Economy Lab, Teil des Stanford Institute for Human-Centered AI. Zuvor
forschte sie dort als Postdoctoral Researcher zu den Auswirkungen
künstlicher Intelligenz, neuer Technologien und veränderter
Kompetenzanforderungen auf Arbeitsmarkt, Unternehmen und Beschäftigte. Ihre
Arbeit wurde international veröffentlicht und unter anderem von The New York
Times aufgegriffen. In Medien, Vorträgen und Analysen verbindet sie
wissenschaftliche Evidenz mit praxisnahen Empfehlungen für Unternehmen,
Politik und Öffentlichkeit.
Über Dr. Anna Wittich
Dr. Anna Wittich ist Arbeitsmarktforscherin bei The Stepstone Group und
forscht zu Jobsuche, Bewerbung, Recruiting und Arbeitszufriedenheit. In
ihrer Arbeit analysiert sie, wie sich Erwartungen, Entscheidungen und
Erfahrungen von Beschäftigten, Bewerbenden und Unternehmen auf dem
Arbeitsmarkt verändern. Auf Basis von Stepstone-Daten und Studien ordnet sie
Entwicklungen rund um Karrierewege, Bewerbungsverhalten,
Wechselbereitschaft, Arbeitsbedingungen und moderne Personalarbeit ein. In
Medien, Vorträgen und Analysen verbindet sie datenbasierte
Arbeitsmarkteinblicke mit praxisnahen Empfehlungen für Beschäftigte,
Jobsuchende und Unternehmen.
Über die Daten
Die Angaben zu Jobsicherheit und Bewerbungserfahrungen stammen aus dem
Hiring Trends Update 2026, einer repräsentativen Befragung von 6.114
Beschäftigten sowie 800 Personalverantwortlichen in Deutschland (Feldphase:
23. April bis 6. Mai 2026). Die Kandidatenstichprobe ist repräsentativ für
die deutsche Erwerbsbevölkerung nach Alter, Geschlecht und Bildungsstand.
Die Datenerhebung wurde vom Stepstone Arbeitsmarktforschungsteam
durchgeführt. Die Angaben zur Nachfrage nach Berufsfeldern beruhen auf einer
Auswertung aller auf Stepstone ausgeschriebenen Stellen seit 2019: Anteil
des jeweiligen Berufsfelds an allen Ausschreibungen 2025 im Vergleich zum
Durchschnittsanteil der Jahre 2019 bis 2025. Die Angaben zur
Zukunftsfähigkeit von Studienfächern und zum Berufseinstieg stammen aus der
gemeinsamen Studie "Entry Level Jobs" von Stepstone und Studydrive, für die
im November 2025 rund 4.500 Personen in Deutschland befragt wurden, darunter
754 Studierende, 331 Young Professionals und 455 Personalverantwortliche.
Die Gesamtstichprobe ist nach Alter, Geschlecht und Bildung repräsentativ
für die deutsche Erwerbsbevölkerung. Für die Sonderauswertung zum
Berufseinstieg wurden alle Stellenanzeigen auf stepstone.de im Zeitraum
Januar 2020 bis Juni 2026 analysiert. Als Einstiegspositionen wurden
Anzeigen erfasst, die Begriffe wie "Trainee", "Berufseinsteiger*in",
"Absolvent*in"
oder "abgeschlossene Ausbildung" enthalten. Der Anteil dieser Stellen am
Gesamtangebot wurde anschließend mit dem Mehrjahresschnitt verglichen. Für
diese Auswertung zum Berufseinstieg wurden Berechnungsgrundlagen sowie
Begrifflichkeiten der Plattformdaten-Auswertungen präzisiert. Abweichungen
zu früheren Analysen sind darauf zurückzuführen.
Über The Stepstone Group
The Stepstone Group ist eine weltweit führende digitale
Recruiting-Plattform, die Unternehmen mit passenden Talenten zusammenbringt
und Menschen hilft, den richtigen Job zu finden. Mit Hilfe KI-unterstützter
Job-Marktplätze und programmatischer Marketing-Lösungen erreichen jedes Jahr
mehr als 130 Millionen Bewerbungen offene Jobs bei Arbeitgebern. Das
Unternehmen zählt rund 70.000 Kunden und ist in mehr als 10 Ländern aktiv -
darunter mit Stepstone in Deutschland, mit Appcast in den USA und mit
Totaljobs in Großbritannien. The Stepstone Group mit Hauptsitz in Düsseldorf
beschäftigt weltweit mehr als 2.500 Menschen. Mehr Informationen unter:
www.thestepstonegroup.com/deutsch
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Quelle: dpa-AFX