Informationen zu Cookies und lokalen Einstellungen

Cookies und lokale Einstellungen sind kleine Datenpakete, die es uns und Ihnen erleichtern eine optimal bedienbare Web-Seite anzubieten. Sie entscheiden, welche Cookies und lokale Einstellungen sie zulassen und welche sie ablehnen.

Der Anbieter der Anwendung ist Ihre jeweilige Volksbank und Raiffeisenbank.

Informationen zum Datenschutz entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen Ihrer jeweiligen Volks- und Raiffeisenbank.

Notwendige Cookies helfen dabei, Ihnen die Funktionen der Webseite zugängig zu machen, indem sie Grundfunktionen die zuletzt angesehen Wertpapiere und Ihre Entscheidung für oder gegen die Nutzung der jeweiligen Cookies speichert. Die Webseite wird ohne diese Cookies nicht so funktionieren, wie es geplant ist.

Name Anbieter Zweck Ablauf Typ Empfänger der Daten  
CookieConsent8827 VBU Volksbank im Unterland eG Um diese Cookiebar auszublenden. 1 Jahr Server-Cookie Infront Financial Technology GmbH
Die Cookie-Erklärung wurde das letzte Mal am 17.08.2026 von Infront Financial Technology GmbH aktualisiert.

VBU Volksbank im Unterland eG

Bitte mindestens 3 Zeichen eingeben.

Nachrichtenübersicht

ROUNDUP 4: Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW

17.08.2026 - 16:40:43
(neu: mehr Details und Hintergrund)

MONSCHAU/HÜRTGENWALD (dpa-AFX) - Das Bangen und die kräftezehrende Brandbekämpfung seit Tagen und Nächten gehen weiter. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien ist nicht weiter auf die deutsche Grenze vorgerückt, wie Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger schilderte. Die Lage ist also statisch, hat sich zumindest nicht verschlechtert.

Aktuell unterstützen 60 Brandschützer aus Monschau ihre Kollegen in Belgien, sie löschten dort mit Schläuchen. Das sei sehr kräftezehrend, das Personal müsse regelmäßig ausgetauscht werden, betonte Krüger. Eine Einsatzkraft aus Monschau sei mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen, berichtete der Leiter der Feuerwehr der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt.

Am Morgen sei die Rauchbelastung in Teilen von Monschau sehr stark gewesen. Für Dienstag sind Krüger zufolge starke Winde, auch einzelne starke Böen aus Richtung Südwest vorhergesagt. Das sei eine "ganz neue Lage", auf die man sich nun vorbereite.

Monschauer Bürgermeisterin spricht von unveränderter Lage

Die Brandlage im Hohen Venn ist an der Grenze zu Deutschland nach Worten der Monschauer Bürgermeisterin Carmen Krämer (parteilos) unverändert. Deshalb könnten die am Sonntag evakuierten etwa 30 Einwohner aus Monschau-Kalterherberg auch noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, sagte Krämer bei einer Pressekonferenz. "Aktuell hat sich an der Lage, die wir seit gestern Abend haben, nichts geändert." Der Brand war zuletzt auf 300 Meter an die deutsche Grenze herangerückt.

Der Regen habe zwar "ein bisschen gutgetan, aber der hat natürlich nicht das Feuer gelöscht, dazu war's dann doch heute Morgen zu wenig", meinte die Bürgermeisterin. Man tue alles dafür, dass niemand in Gefahr gerate. Die Eifelstadt ist ein Touristenhotspot mit vielen Fachwerkhäusern und wird auch von ausländischen Gästen geschätzt.

Einzigartiges Hochmoor Hohes Venn und Touristenmagnet Monschau

Mit rund 3.000 Hektar Fläche handelt es sich um einen der größten Waldbrände in der Geschichte Belgiens - ausgerechnet im Hohen Venn, das als einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft gilt. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, wie der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen erläuterte. "Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten."

Die Bundeswehr beteiligt sich aus der Luft an der Bekämpfung des Waldbrandes in Belgien. Dazu sind laut Verteidigungsministerium zwei Hubschrauber vom Typ NH-90 bereitgestellt, die Löschwasserbehälter tragen. Belgiens König Philippe verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von den verheerenden Bränden im Naturschutzgebiet.

Kritik und Forderungen kommen aus der Politik und an die Politik

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge forderte eine bessere Unterstützung der Feuerwehr. "Grundsätzlich geht es darum, die Arbeit der Feuerwehr natürlich bestmöglich finanziell und personell auszustatten", sagte die Politikerin im Deutschlandfunk. Dazu gehöre eine gute Technologie wie etwa Drohnen zur Branderkennung.

Gebraucht werde auch eine stärkere Koordination: "Wir schlagen eine nationale Feuermanagementstrategie vor, die Risikoanalyse, Prävention und dann eben auch Einsatzvorbereitung mit zusammen denkt", sagte Dröge. Außerdem müssten die Wälder so umgebaut werden, dass es mehr Mischwälder gebe.

Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates unterstrich, es brauche verstärkte Vorsorge. "Und das heißt für uns als Waldbesitzende: Waldumbau, Waldumbau, Waldumbau. Wir müssen von den reinen Nadelholzbeständen weg hin zu Mischwäldern", sagte Christian Haase im Deutschlandfunk.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) betonte im WDR: "Wir befassen uns nachhaltig mit dem Waldumbau, um da auch wirklich mehr Bäume im Wald zu haben, die nicht so schnell Feuer fangen und die auch an das Klima besser angepasst sind." Sobald die aktuellen Großbrände gelöscht und wieder etwas Ruhe eingekehrt sei, werde man prüfen müssen, was man vorbeugend verbessern könne. Zu 99 Prozent seien Waldbrände "menschengemacht."

Aus Sicht der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft muss die Waldbrandbekämpfung angesichts der Klimaveränderungen dauerhaft einen höheren Stellenwert bekommen. Es gebe Verbesserungsbedarf in vielen Punkten, ein Gesamtkonzept sei nötig, mahnte die Gewerkschaft. Dazu gehörten bedarfsgerechte Ausstattung, verbindliche Waldbrandmodule, verpflichtende Aus- und Fortbildung oder auch geeignete Schutzausrüstung.

Im Hürtgenwald ist die Lage unter Kontrolle

Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. "Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle", sagte eine Sprecherin des Kreises Düren. Es gebe aber zahlreiche Glutnester.

Etwa 400 Einsatzkräfte seien in der Nacht im Hürtgenwald vor Ort gewesen. Tagsüber würden es voraussichtlich wieder doppelt so viele. Der Regen sei leider nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte die Sprecherin. "Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können."

Das Wetter und der Klimawandel

Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erheblich zugenommen. Die Zahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem über die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. Zu den Ursachen gehören hohe Temperaturen, längere Trockenheit und weniger anhaltender, moderater Regen, der dann auch tiefer, nachhaltig in die Böden einsickern könne.

Experte Brömser sagte, der auch für die nächsten Tage vorhergesagte eher moderate Regen dort könnte zumindest ausreichen, um die Waldbrandgefahr zunächst zu senken. Denn die Streuschicht auf den Böden sei mit der mäßigen Nässe erst mal nicht mehr "zündfähig". Das löse aber nicht das Problem der extrem trockenen Böden, denen zum Teil bis in größeren Tiefen das Wasser fehle. Es brauche viel mehr Niederschlag, damit die Böden richtig durchfeuchten können und gegen Waldbrände besser gewappnet werden./wa/DP/jha


Quelle: dpa-AFX
Seitenanfang