OTS: BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen / Deutsche ...
27.03.2026 - 12:03:20
Deutsche Unternehmensberatungen erwarten 2026 eine Rückkehr zum
Wachstumskurs, während sie sich im Spannungsfeld der KI-Transformation
behaupten müssen (FOTO)
Bonn (ots) - Im Jahr 2025 erreichte die deutsche Unternehmensberatungsbranche
einen Gesamtumsatz von 49,0 Milliarden Euro und verzeichnete damit +0,5 Prozent
Wachstum. Für 2026 prognostiziert die Branche ein positives Wachstum von +4,5
Prozent, was ein Umsatzwachstum auf 51,1 Mrd. Euro bedeuten würde. Dies sind die
zentralen Ergebnisse der Studie "Facts & Figures zum Consultingmarkt 2026", die
der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. veröffentlicht hat.
Die Studie umfasst den deutschen Unternehmensberatungsmarkt ohne
Personalberatungen. "Wie tragfähig der Ausblick für 2026 letztlich ist, hängt
zum einen stark von den Standortbedingungen in Deutschland und deren Wirkung auf
die Kundenbranchen ab und zum anderen von der Fähigkeit der Beratungen, mit dem
technologischen Wandel umzugehen.", sagt Iris Grewe, Präsidentin des
Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen.
Die Entwicklung der Beratungsfelder im Jahr 2025 verlief uneinheitlich: Während
IT-Beratung (+2,8%) und Strategieberatung (+1,1%) gewachsen sind, waren HR-
sowie Organisations- und Prozessberatung (jeweils -0,8%) leicht rückläufig.
Die Wachstumsprognose für 2026 zeigt hingegen eine spürbare Erholung über alle
Hauptberatungsfelder hinweg. Besonders dynamisch entwickeln sich die Strategie-
(+5,2%) und IT-Beratung (+4,7%), die weiterhin als zentrale Wachstumstreiber
fungieren.
Gleichzeitig gewinnt die Organisations- und Prozessberatung (+3,5%) im Zuge
steigender Transformationsanforderungen erneut an Bedeutung. Auch die
HR-Beratung (+4,2%) verzeichnet wieder positive Impulse.
Kleine Beratungen weiterhin unter Druck
Der Markt wird größtenteils von den mittelgroßen Beratungen (1 bis 50 Mio. Euro
Umsatz) getrieben mit einem Wachstum zwischen +0,5 bis +2,0 Prozent. Die
Beratungen ab 50 Mio. Euro Umsatzgröße bestätigten hingegen einen stagnierenden
Markt (+0,0%). Kleine Beratungen (bis 1 Mio. Euro Umsatz) sind weiterhin unter
Druck und verzeichnen ein negatives Wachstum von bis zu -2,5 Prozent.
Projekte entstanden im Jahr 2025 eher vor dem Hintergrund des
Transformations-/Effizienzdrucks und mussten vom Auftraggeber häufig belastbarer
begründet werden als in der Vergangenheit. Wachstum erfordert differenzierte
Dienstleistungen und Produkte mit klarem Kundennutzen sowie Flexibilität
bezüglich des Liefermodells. Insbesondere Letzteres kann für kleinere Beratungen
mitunter recht herausfordernd sein. "Beratungen müssen in der heutigen Zeit sehr
flexibel agieren können und entsprechend der Kundenbedürfnisse auch
technologisch innovativ und versiert liefern.", führt Iris Grewe weiter aus.
"Das fällt großen, breit aufgestellten Beratungen häufig etwas leichter als
kleinen Beratungen, die nun alles dafür tun müssen, sich zukunftssicher
aufzustellen."
KI prägt das Beratungsgeschäft
KI entwickelte sich 2025 zum zentralen Wachstumstreiber im deutschen
Unternehmensberatungsmarkt: Für Künstliche Intelligenz wurde ein Wachstum von
+18,8 Prozent ausgewiesen, was deutlich über dem Gesamtmarkt lag. Auch im Jahr
2026 bleibt KI mit einer Prognose von +22 Prozent der Wachstumstreiber der
Branche.
Dabei wirkt KI doppelt: Sie treibt Wachstum als eigenständiges Beratungsfeld und
fungiert gleichzeitig als Effizienzhebel in Kundenorganisationen, etwa durch
Automatisierung und Produktivitätssteigerungen. Dies zeigt, dass in vielen
Beratungsprojekten Technologie einen großen Anteil hat und der Einsatz von KI
mittlerweile zum Standard gehört. "Viele Beratungen sehen KI und Automatisierung
daher als zwei Seiten einer Medaille - als Treiber der kundenseitigen
Marktbedürfnisse und ebenso als Treiber der eigenen internen Transformation.",
konkretisiert Iris Grewe. "Es wird sich für viele Beratungen in den nächsten
Jahren entscheiden, ob sie Transformationsagent oder -opfer sein werden."
Wachstum in den Kundenbrachen wird von Energiewirtschaft und öffentlicher Hand
getragen
Die Branchenentwicklung im Jahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Wachstum kommt
vor allem aus den Bereichen Energie & Versorgungswirtschaft (+5,4%) und Public &
Non-Profit (+2,9%). Demgegenüber stehen deutliche Rückgänge in einzelnen
Branchen, insbesondere Bauindustrie & Immobilien (-6,7%) sowie Fahrzeugbau
(-5,6%).
Die Wachstumsprognose für 2026 zeigt im Gegensatz dazu eine breite Erholung über
die meisten Branchen hinweg. Weiterhin sehr dynamisch entwickeln sich der Sektor
Energie- und Versorgungswirtschaft (+6,5%) sowie Public & Non Profit (+6,1%),
die damit auch im Jahr 2026 als zentrale Nachfrageanker fungieren. Danach folgen
die Kreditinstitute (+5,5%) sowie Healthcare und Porfessional Servies (beide
+5.3%). Selbst in Teilen des verarbeitenden Gewerbes ist die Prognose für 2026
positiv, wenn auch etwas vorsichtiger. Die Entwicklung der Branchen Fahrzeugbau
(+1,4%), Chemie (+0,5%), Pharma (+3,6%) und Konsumgüterindustrie (+4,3%) wird
für 2026 zwar wieder positiver erwartet, aber geringer als der
Marktdurchschnitt. Im verarbeitenden Gewerbe wächst lediglich der Maschinenbau
(+4,9%) wieder überdurchschnittlicher.
Über den BDU:
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600
Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zählt der
BDU weltweit zu den drei führenden Wirtschafts- und Berufsverbänden der
Consultingwirtschaft.
GEMEINSAM BESSER BERATEN. BDU.
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Quelle: dpa-AFX