Wien (APA-ots) - Die Konjunktur in Österreich ist anhaltend schwach. Der
WIFO-
Konjunkturtest vom Februar ergab sogar eine leichte Verschlechterung
der Unternehmensstimmung gegenüber dem Vormonat. Die Hoffnung auf
einen von der Industrie ausgehenden Aufschwung wurde bisher
enttäuscht. Die geopolitische Unsicherheit lähmt die
Investitionstätigkeit im Euro-Raum. Dies dämpft auch die Nachfrage
nach österreichischen Industriegütern. Der Iran-Krieg trübt die
Stimmung zusätzlich.
"Sowohl in Deutschland als auch in Österreich zeigen die
Konjunkturumfragen in der Sachgütererzeugung seit Anfang 2025
Besserungstendenzen an. Die Erholung dieser konjunktursensiblen
Branche verläuft allerdings sehr schleppend", so der Autor des
aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Marcus Scheiblecker.
Die österreichische Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Die
erhoffte Erholung der Industriekonjunktur ist bislang ausgeblieben.
Die Ergebnisse des WIFO-Konjunkturtests vom Februar 2026
unterstreichen die anhaltend getrübte Stimmung in den Unternehmen.
Die Industrie leidet unter der persistent schwachen Auslandsnachfrage
nach Investitionsgütern. In der Bauwirtschaft überwiegen ebenso die
negativen Einschätzungen.
Im Euro-Raum setzte sich die Flaute im IV. Quartal 2025 fort (BIP
real +0,2% gegenüber dem Vorquartal). Belastend wirkte nicht nur die
schleppende Binnennachfrage, sondern auch der merkliche
Nachfragerückgang aus den USA. Zudem verringert die ausgeprägte
geopolitische Unsicherheit, die mit Ausbruch des Iran-Krieges
nochmals zugenommen hat, die Investitionsbereitschaft. Die
Verteuerung fossiler Energieträger hat auch den Kostendruck wieder
verstärkt. Beides schmälert die Wahrscheinlichkeit einer
dynamischeren Konjunkturbelebung in Österreich und dem Euro-Raum.
Die Blockade der Straße von Hormus ließ den Rohölpreis binnen
weniger Tage um mehr als 15% ansteigen, womit er wieder das Niveau
von Mitte 2024 erreichte. Auch der Erdgaspreis zog deutlich an. Der
niederländische TTFI-Preisindex notierte am 4. März bereits um rund
60% über dem niedrigen Wert von Anfang 2026, allerdings noch weit
unter dem Vorjahresniveau.
In Österreich stagnierte die Wirtschaftsleistung im IV. Quartal
2025. Die Exportnachfrage legte nicht zu und enttäuschte ebenso wie
die Konsumnachfrage der privaten Haushalte, die nach dem Rückgang um
0,6% im III. Quartal lediglich um 0,2% anstieg. Neben dem Export
dämpfte zu Jahresende vor allem die zögerliche Investitionsnachfrage
das BIP. Sie ging nach deutlichen Steigerungen in den Vorquartalen um
über 2% zurück. Ursächlich war die schwache Nachfrage nach Bauten,
Fahrzeugen und Maschinen.
Die Inflationsrate erhöhte sich im Februar leicht auf
voraussichtlich 2,2% (laut Schnellschätzung), nachdem sie sich im
Vormonat beinahe halbiert hatte (Jänner 2026: 2,0%). Energie dürfte
sich infolge der Preisanstiege bei Rohöl und Erdgas wieder verteuern
und damit die Inflation nicht weiter dämpfen.
Die schwierige Wirtschaftslage ließ im Februar die Beschäftigung
im Vormonatsvergleich schrumpfen, während die Arbeitslosigkeit stieg.
Die Arbeitslosenquote (nationale Berechnung) war mit 8,3% um 0,2
Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Die Zahl der offenen Stellen nahm
weiter ab.
Abbildung 1: Konjunkturklima in der Sachgütererzeugung - auf der
WIFO-Website
Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar
".
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte am Dienstag, dem 10. März 2026, von 10 bis 13 Uhr,
an Mag. Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01 - 245,
marcus.scheiblecker@wifo.ac.at
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OTS0020 2026-03-10/09:00
Quelle: dpa-AFX