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ROUNDUP 2: Golfstaaten unter Beschuss - Öltanker vor Dubai getroffen

31.03.2026 - 07:20:16
(Ergänzt großen Angriff in Isfahan, weitere Details)

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen unablässig fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.

Die USA führten unterdessen einem Medienbericht zufolge einen massiven Angriff auf ein Munitionsdepot in der iranischen Stadt Isfahan durch. Dafür habe das US-Militär in der Nacht eine große Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2.000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten.

US-Präsident Donald Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigt. Er nannte dazu allerdings keinerlei Kontext. Der Zeitung zufolge handelte es sich dabei um ein Video des Angriffs in Isfahan. Der 31 Sekunden lange Videoclip zeigt eine Reihe von Explosionen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass nach dem ursprünglichen Angriff dort gelagerte Munition explodierte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine wollen um 14.00 Uhr MEZ bei einer Pressekonferenz im Pentagon über den Kriegsverlauf berichten.

Rubio: Straße von Hormus wird wieder für Schifffahrt öffnen

US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird - "so oder anders". Entweder werde sich der Iran bereiterklären, "sich an internationales Recht zu halten" und die Meerenge nicht zu blockieren, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera. "Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass sie offen ist".

Rubio äußerte sich nicht weiter dazu, was genau er mit "dafür sorgen" meinte. Falls der Iran die Meerenge weiter blockieren sollte, drohten Teheran "wirkliche Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern von Ländern in der Region und der Welt", sagte Rubio.

'WSJ': Öffnung der Straße von Hormus für Trump keine Priorität

Das "Wall Street Journal" berichtete hingegen unter Berufung auf US-Beamte, Trump habe seinen Beratern mitgeteilt, er sei bereit, den Krieg zu beenden, selbst falls die Straße von Hormus weitgehend blockiert bleibe. Trump habe entschieden, dass sich die USA auf ihre Hauptziele wie das Vorgehen gegen die Marine und die Raketenbestände des Irans konzentrieren sollten - und gleichzeitig diplomatisch Druck auf Teheran ausüben sollten, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Sollte das nicht gelingen, würden die USA Druck auf Verbündete in Europa und am Golf ausüben, bei Bemühungen um die Öffnung der Meerenge die Führung zu übernehmen.

Die Informationen der Zeitung ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Trump ist dafür bekannt, viele seiner Positionen immer wieder zu verändern.

Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen für den globalen Handel mit Öl und Gas. Von dort bringen Schiffe ihre Fracht über die strategisch wichtige Straße von Hormus in den Golf von Oman und weiter auf den Weltmarkt. Der Iran hat mit Angriffen und Drohungen die Schifffahrt durch die Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Mit der faktischen Blockade bremst der Iran die globale Energieversorgung aus - die Preise für Rohöl und Flüssiggas sind seither deutlich gestiegen. Auch in den USA steigen die Benzinpreise weiter - was Trump und seinen Republikanern wenige Monate vor der Zwischenwahl zum US-Kongress im November nicht gelegen kommen dürfte.

Iran will US-Streitkräfte aus dem Nahen Osten verwiesen sehen

Der Iran zeigt sich weiter unbeeindruckt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in der Nacht auf der Plattform X, es sei für Saudi-Arabien "höchste Zeit, die US-Streitkräfte des Landes zu verweisen". Das Königreich wurde in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums in kurzen Abständen erneut von ballistischen Raketen angegriffen. Sie seien abgewehrt worden.

Auch Kuwait meldete wieder Beschuss durch Raketen und Drohnen. Ebenso heulten im Golfstaat Bahrain erneut die Sirenen. In Dubai wurden vier Menschen nach einem Einsatz der Luftabwehr von herabstürzenden Trümmerteilen verletzt. Israel griff unterdessen erneut Ziele in Teheran an.

Mehrere der Golfstaaten möchten nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit seinem Land im Verteidigungsbereich zusammenarbeiten. Unter anderem gebe es bereits Vereinbarungen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, sagte Selenskyj nach einer Reise in den Nahen Osten und die Golfregion. Die Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion verteidigt, bietet seit Beginn des Iran-Kriegs Staaten der Region Hilfe bei der Drohnenabwehr an.

Medien: US-Spezialeinheiten im Nahen Osten angekommen

Unterdessen sind Medienberichten zufolge weitere hunderte Mitglieder von US-Spezialeinheiten im Nahen Osten eingetroffen. Darunter seien Navy Seals, eine Eliteeinheit der US-Marine, wie die "New York Times" und der Sender CBS News berichten. Sie schlössen sich Tausenden Marineinfanteristen und Fallschirmjägern an.

Damit habe US-Präsident Donald Trump weitere militärische Optionen zur Verfügung, hieß es. Dazu zähle eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus, eine Einnahme der für Irans Ölexport wichtigen Insel Charg oder eine Bergung von Irans hochangereichertem Uran. Solche Einsätze wären komplex und für US-Soldaten mit deutlich höherem Risiko verbunden als die bisherigen Luftangriffe.

Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs. Trump drängt Teheran öffentlich zu einer diplomatischen Lösung des von den USA und Israel begonnenen Krieges - spart aber gleichzeitig auch nicht mit Drohungen einer weiteren militärischen Eskalation./ln/DP/zb


Quelle: dpa-AFX
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