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APA ots news: Allianz: Österreicher:innen entgehen 6.100 Euro durch...

30.07.2026 - 12:12:52
APA ots news: Allianz: Österreicher:innen entgehen 6.100 Euro durch mangelndes Finanzwissen

Allianz Finanzbildungsstudie: Österreich auf Platz 2 im
internationalen Vergleich - doch Frauen und Junge fallen
deutlich zurück. KI macht selbstsicher, aber nicht
kompetenter.

Wien (APA-ots) - - Voraussetzung für den smarten Vermögensaufbau ist eine
hohe
Finanzbildung - doch diese bleibt nach wie vor die Ausnahme

- In Österreich erreicht knapp ein Viertel ein hohes
Finanzbildungsniveau

- Frauen verfügen nur halb so häufig wie Männer über hohes
Finanzwissen - ähnlich sieht es im Vergleich der Generation Z mit der
Babyboomer Generation aus

- KI-Nutzer:innen sind sich ihres Finanzwissens sicherer als Nicht-
Nutzer:innen, verfügen aber über keine höhere Finanzkompetenz

Jedem und jeder Österreicher:in entgehen im Schnitt rund 6.100 Euro
an Vermögen - allein, weil das Geld auf dem Sparbuch liegt, statt
klug investiert zu werden. Das zeigt die aktuelle
Finanzbildungsstudie von Allianz Research, für die mehr als 8.000
Menschen in acht Ländern [1] befragt wurden. Insgesamt ist die
Finanzkompetenz der Bevölkerung besorgniserregend niedrig und hat
sich seit der letzten Studie in 2023 kaum verbessert. Nur 17 % aller
Befragten verfügen über ein hohes Finanzbildungsniveau, während
dieses bei jeder vierten Person als "mangelhaft" eingestuft werden
kann. Im Vereinigten Königreich liegt das Niveau am höchsten (23 %),
gefolgt von Österreich (22 %) und Deutschland (22 %). Im Mittelfeld
finden sich Spanien (17 %), Italien (17 %) und Polen (15 %) während
die USA (13 %) und Frankreich (11 %) die schwächsten Ergebnisse
verzeichnen.

"Auch wenn Österreich im internationalen Vergleich
verhältnismäßig gut abschneidet, ist noch viel Luft nach oben. In
einer Zeit, in der die Menschen länger leben und private Vorsorge
immer stärker in den Vordergrund rückt, entscheidet Finanzkompetenz
zunehmend darüber, wer von dieser Entwicklung profitiert und wer
nicht", sagt Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz
Österreich

Zwtl.: Haushalte müssen nicht unbedingt mehr sparen, sondern klüger
investieren

Eine einfache Simulation verdeutlicht die möglichen Kosten einer
schlechten Kapitalanlage: Hätte man die Hälfte der Bankeinlagen eines
durchschnittlichen Haushalts in Anleihen und Aktien umgeschichtet,
wären die jährlichen Erträge in jedem in der Analyse berücksichtigten
Land gestiegen. Ohne mehr zu sparen, hätte eine solche Umschichtung
das nominale Pro-Kopf-Finanzvermögen in den vergangenen zwei
Jahrzehnten um 14 % bis 21 % erhöht. Österreich ist ein anschauliches
Beispiel für das Ausmaß dieser Chance: Die geschätzte
finanzbildungsbedingte Lücke im Vermögensaufbau beläuft sich nach
Inflation auf rund 6.100 Euro, das entspricht rund 300 Euro jährlich.

Zwtl.: Diejenigen mit den größten finanziellen Herausforderungen sind
am schlechtesten vorbereitet

Frauen, jüngere Befragte und weniger gebildete Menschen stehen im
Leben vor den größten finanziellen Herausforderungen, schneiden aber
bei der Finanzbildung am schlechtesten ab. Frauen müssen eine längere
Pensionsdauer finanzieren und dafür privates Vermögen aufbauen,
erreichen aber nur halb so häufig wie Männer ein hohes
Finanzbildungsniveau (11 % gegenüber 24 %). In Österreich verfügen
nur 14 % der Frauen versus 30 % der Männer über eine hohes
Finanzwissen.

"Gerade Frauen, die aufgrund höherer Lebenserwartung und häufig
unterbrochener Erwerbsverläufe besonders auf eigenständige Vorsorge
angewiesen sind, möchte ich ermutigen: Der Einstieg in die
finanzielle Vorsorge ist oft die größte Hürde. Wer den ersten Schritt
wagt, merkt schnell, dass Geldanlage kein Hexenwerk ist", so Sabine
Stöger . "Finanzielles Wissen ist letztlich ein Stück
Selbstbestimmung - es eröffnet Handlungsspielräume und macht
unabhängiger."

Auch jüngere Generationen werden künftig mehr Verantwortung für
die private Finanzierung ihrer Pension tragen müssen, verzeichnen
jedoch die schwächsten Ergebnisse: Nur 12 % der Generation Z
erreichen ein hohes Niveau, verglichen mit 22 % der Babyboomer. In
Österreich liegt dieser Unterschied bei 13 % versus 29 %. An der
Schnittstelle beider Gruppen schneiden Frauen der Generation Z am
schwächsten ab - nur 10 % erreichen ein hohes Niveau, während
Babyboomer-Männer mit 29 % in der oberen Kategorie am besten
abschneiden. In Österreich liegen diese Werte minimal höher: 11 % der
Gen Z Frauen verfügen über hohen Finanzwissen, bei den Männern der
Babyboomer-Generation liegt dieses bei 35 %.

Bildung ist ein noch stärkerer Trennfaktor: Nur 5 % der Befragten
mit Pflichtschulabschluss erreichen ein hohes Niveau, verglichen mit
24 % derjenigen mit tertiärer Bildung. In Österreich liegen diese
Werte immerhin überdurchschnittlich hoch, wenngleich der Unterschied
auch hier deutlich ist: 14 % vs. 35 %.

Zwtl.: KI vereinfacht den Zugang zu Finanzinformationen, ohne die
Finanzkompetenz zu erhöhen

Bereits 14 % der Befragten nennen KI als ihre wichtigste Quelle
für Finanzberatung - in der Generation Z sind es sogar 26 % (in
Österreich 10 % vs. 16 %). Während KI die Kosten senkt und den Zugang
zu Finanzinformationen erleichtert, schafft sie eine neue
Risikoquelle: KI-Nutzer:innen sind sich ihres Finanzwissens zwar
sicherer - 43 % gegenüber 33 % insgesamt (in Österreich 35 % vs. 29 %
) -, sie erreichen aber nicht häufiger ein hohes Niveau als Nicht-
Nutzer. Für finanzgebildete Haushalte kann KI professionelle Beratung
ergänzen, für weniger gut Informierte besteht die Gefahr, dass sie
schlechte finanzielle Entscheidungen eher verstärkt als verbessert.

"KI macht Finanzinformationen zugänglicher als je zuvor, aber sie
kann Finanzbildung nicht ersetzen. Denn nur wer über das nötige
Finanzwissen verfügt, kann Empfehlungen kritisch einordnen,
Selbstüberschätzung vermeiden und fundierte, langfristige
Finanzentscheidungen treffen", sagt Simon Krause, Ökonom bei Allianz
Research.

Zwtl.: Umfassender Ansatz notwendig, um die Finanzbildungslücke zu
schließen

Um die Finanzbildungslücke zu schließen, braucht es ein
koordiniertes Zusammenspiel von Regierungen, Arbeitgebern und
Finanzinstituten. Finanzbildung muss dabei über reines Wissen
hinausgehen: Sie sollte Menschen befähigen, ihre eigenen
Finanzkenntnisse realistisch einzuschätzen, zu erkennen, wann
professionelle Beratung sinnvoll ist, und fundierte, langfristige
Finanzentscheidungen zu treffen. Regierungen sollten Finanzbildung
stärken und die Altersvorsorgeplanung greifbarer machen. Arbeitgeber
können die finanzielle Bildung und Beratung am Arbeitsplatz ausbauen.
Finanzinstitute sollten den Weg vom Sparen zum Investieren durch
einfachere Produkte, hochwertige Beratung und digitale Werkzeuge
erleichtern.

"Finanzielle Sicherheit wird von vielen Faktoren geprägt - von
individuellen Entscheidungen ebenso wie von den finanziellen und
sozialen Rahmenbedingungen, in denen Menschen leben. Zwar liegt die
Verantwortung nicht allein bei den Haushalten, jedoch wird von den
Menschen zunehmend erwartet, mehr Verantwortung für ihre finanzielle
Zukunft zu übernehmen. Dafür brauchen sie die richtigen Instrumente
und das notwendige Wissen, um fundierte Entscheidungen treffen zu
können. Mehr Eigenverantwortung muss mit mehr Finanzkompetenz
einhergehen. Deshalb startet die Allianz mit der School for Life
eine kostenlose digitale Lernplattform für Finanzbildung", sagt
Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chief Investment Officer der
Allianz SE.

[1] Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien,
Vereinigtes Königreich und USA

Die gesamte Studie finden Sie hier auf unserer Homepage: Economic
Research | Allianz

Die Allianz School for Life mit Inhalten zur Finanzbildung finden
Sie hier: Allianz School For Life | Home

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
   Therese Sterniczky 
   Telefon: +43 676 366 83 16 
   E-Mail: t.sterniczky@eup.at 
   Website: https://www.allianz.at/ 


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OTS0081 2026-07-30/12:05


Quelle: dpa-AFX
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