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OTS: UNITEDINTERIM / Report: Deutsche Firmen verschwinden nach Osteuropa und ...

23.06.2026 - 10:36:06
Report: Deutsche Firmen verschwinden nach Osteuropa und Asien
Berlin (ots) -

- United Interim Wirtschaftsreport 2026: Immer mehr Unternehmen verlagern ihre
Produktion ins Ausland
- Führende Interim Manager benennen die Gründe: Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan
  Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian
  Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter
  Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker, Dr. Andreas Vieweg.


Eine anhaltende Abwanderungswelle der deutschen Industrie stellt der
Wirtschaftsreport 2026 fest, den die Management-Community United Interim (
http://www.unitedinterim.com ) herausgegeben hat. "Osteuropa oder Asien ist die
primäre Frage bei vielen Industrieunternehmen, wenn es um
Produktionsverlagerungen geht", sagen die beiden Interim Manager Dr. Sven Mues
und Friedhelm Best. Die beiden haben den Report gemeinsam mit ihren Kollegen
Ulvi Aydin, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart
Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Ulrich Schmidt,
Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg
verfasst. "Dem Report liegt eine Umfrage unter 550 Interim Managern zugrunde",
erläutert Studienleiter Dr. Harald Schönfeld.

Starker Trend zur Verlagerung nach Osteuropa

Beinahe die Hälfte der Befragten (48 Prozent) spricht von einem starken Trend
zur Verlagerung von Fertigungsstätten nach Osteuropa. "Am beliebtesten sind
Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien", weiß Dr. Sven Mues zu berichten, der
regelmäßig mit derartigen Projekten befasst ist. Diese Einschätzung teilen auch
viele seiner 550 Kollegen. Deutlich mehr als ein Drittel (37 Prozent) erwartet
eine weitere Umsiedlungsbewegung von Deutschland nach Rumänien. Beinahe ein
Drittel (32 Prozent; Mehrfachnennungen waren erwünscht) sagt Werksverlagerungen
nach Polen voraus. 29 Prozent sehen Ungarn in einer bevorzugten Position. Ein
Viertel stuft Tschechien als beliebtes Zielland ein.

Dr. Sven Mues nennt die Gründe: "Die Unternehmen profitieren dort von deutlich
geringeren Lohnkosten, niedrigeren regulatorischen Belastungen und einer
insgesamt investitionsfreundlicheren Industriepolitik. Gleichzeitig bieten
Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn und Tschechien gut ausgebaute industrielle
Infrastrukturen, qualifizierte Arbeitskräfte und eine enge Anbindung an die
europäischen Absatzmärkte." Er spricht von einer Kombination aus
Kostenvorteilen, höherer Flexibilität und stabileren Produktionsbedingungen.

Verlagerung nach Asien: China, Indien, Vietnam

Viele Unternehmen zieht es allerdings in die weitere Ferne. An erster Stelle
steht dabei Asien, wissen 40 Prozent der kontaktierten Interim Manager. Als die
wichtigsten Länder für Produktionsverlagerungen stufen sie China (44 Prozent),
Indien (43 Prozent) und Vietnam (35 Prozent) ein. Weniger gefragt sind Singapur
(7 Prozent) und Japan (6 Prozent).

"Die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Asien bietet deutschen
Unternehmen handfeste Vorteile", erklärt Friedhelm Best, der seit Jahrzehnten
westliche Firmen in Asien aufbaut und betreut. Er zählt auf: deutlich niedrigere
Lohnkosten, je nach Land bis zu 70 Prozent unter deutschem Niveau, geringere
Produktions- und Energiekosten sowie häufig staatliche Förderprogramme und
Steueranreize. Als weiteren Vorteil nennt er die Nähe zu schnell wachsenden
Absatzmärkten - Asien steht für über die Hälfte des globalen
Wirtschaftswachstums - was Transportkosten reduziert und Markteintrittsbarrieren
senkt.

Friedhelm Best weiter: "Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von
hochentwickelten industriellen Clustern, etwa in China, Vietnam oder Südkorea,
die eingespielte Lieferketten, spezialisierte Zulieferer und kürzere
Innovationszyklen ermöglichen. Auch Skaleneffekte lassen sich durch große
Produktionsvolumina leichter realisieren. In Summe verbessert die Verlagerung
die Wettbewerbsfähigkeit, erhöht Margen und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit
auf globale Nachfrageverschiebungen."

USA: eines der innovativsten Länder

Neben Osteuropa und Asien spielen auch die USA durchaus eine Rolle beim Thema
Werksverlagerungen. 22 Prozent der Interim Manager halten die Vereinigten
Staaten von Amerika für ein lohnendes Zielland für Produktionsstätten. Ulvi
Aydin erläutert: "Völlig losgelöst von der aktuellen US-Politik sind und bleiben
die USA eines der innovativsten Länder der Welt, insbesondere bei der
Digitalisierung und modernen Ausprägungen davon, wie Künstlicher Intelligenz.
Wer dorthin geht, profitiert von diesem Umfeld. Zudem bietet das Land einen
weitgehend einheitlichen Absatzmarkt und nicht zuletzt gibt es interessante
steuerliche Anreize."

"In einer digital getriebenen Welt lohnt sich der Blick in die USA immer, um
technologische Entwicklungen frühzeitig zu entdecken", meint Klaus-Peter
Stöppler. Er verweist exemplarisch auf den Bau- und Immobiliensektor mit
Innovationen wie 3D-Druck von Gebäuden, Drohnen zur Baustellenüberwachung,
automatisiertem Bricklaying, Modular/Prefabricated Construction, Augmented und
Virtual Reality für Planung und Training, Digital Twins und Building Information
Modeling (BIM). "Alle diese Technologien lassen sich auch in Deutschland
nutzen", sagt Klaus-Peter Stöppler.

Abhängigkeiten reduzieren ist am wichtigsten

Unabhängig von konkreten Standorten rät Jane Enny van Lambalgen zum verstärkten
Local Sourcing. Sie sagt: "Unternehmen sollten inter-kontinentale Dependenzen so
weit wie möglich abbauen, um sich vor Lieferengpässen durch Geopolitik, Zöllen
oder ähnlichen kaum vorhersehbaren Entwicklungen zu schützen." Sie empfiehlt
daher allen Industrieunternehmen, ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.

Re-Regionalisierungen erfordern enorme strategische Investitionen, stellt
Christian Jung fest. Schätzungen gehen von über zwei Prozent des Jahresumsatzes
aus, die Firmen mit globalen Lieferketten mobilisieren müssen, um
inter-kontinentale Abhängigkeiten abzubauen oder substanziell zu verringern.
"Aber der Schritt lohnt sich", stellt Jan Beutnagel klar, "denn nur dadurch
können sich Unternehmen einigermaßen von geopolitischen Unwägbarkeiten
abkoppeln, egal ob es sich um Zollkonflikte, Sanktionen, Behinderungen der See-
oder Luftwege durch Terroranschläge oder plötzlich ausbrechende kriegerische
Auseinandersetzungen irgendwo auf der Welt handelt." Sein Kollege Ulrich Schmidt
weist auf den schwelenden Konflikt zwischen den USA und China um die Insel
Taiwan hin: "Die nächste oder übernächste kriegerische Auseinandersetzung mit
gravierenden Folgen für den Weltmarkt ist absehbar." Jane Enny van Lambalgen
stellt klar: "Eine Werksverlagerung sollte auf jeden Fall nur dann erfolgen,
wenn dadurch die inter-kontinentalen Abhängigkeiten verringert und nicht etwa
vergrößert werden."

Externer Support bei Produktionsverlagerungen

Unternehmen, die Produktionsverlagerungen ins Ausland vornehmen, greifen dabei
regelmäßig auf externe Hilfe durch Interim Manager zurück. Im Unterschied zu
Beratern liefern sie nicht nur Konzepte ab, sondern steigen als Führungskräfte
auf Zeit selbst ins Tagesgeschäft ein und übernehmen unmittelbare Verantwortung
für den "Umzug" nach Osteuropa, Asien, die USA und wohin es auch immer geht.

Die wichtigsten Aufgaben sind in diesem Zusammenhang laut Studie die
Prozessoptimierung und Implementierung neuer Prozesse, sagen 88 Prozent der
befragten Interim Manager. 87 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) stufen
zudem Restrukturierungs- und Turnaround-Maßnahmen als besonders wichtig ein.
"Bei einer Betriebsverlagerung geht es nicht darum, die Produktionslinie 1:1 an
einem neuen Standort wieder aufzubauen", sagt Christian Jung, "sondern um
Wertschöpfung zum Absatzmarkt zu verlagern - strukturell optimiert, mit lokaler
Kostenstruktur und maximaler Wettbewerbsfähigkeit." Tatsächlich stufen 72
Prozent seiner Kollegen Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen als typische
Aufgabe externer Hilfe ein.

Das Change Management stufen 77 Prozent der Befragten als kritischen Faktor bei
Produktionsverlagerungen ein. Paul Stricker ordnet ein: "Eine Werksschließung in
Deutschland hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf die unmittelbar
betroffene Belegschaft, sondern sendet in der Regel Schockwellen durch das
gesamte Unternehmen. Die Gefahr von Lähmung und passivem Widerstand liegt auf
der Hand. Dieser Aspekt muss frühzeitig berücksichtigt und adressiert werden,
damit sich die Verlagerung ins Ausland nicht als Bumerang erweist." So messen
zwei Drittel der Interim Manager dem Stakeholder-Management eine Schlüsselrolle
bei einer Produktionsverlegung zu. Dazu gehören über die Belegschaft
hinausgehend Betriebsrat und Gewerkschaften, Lieferanten und Zulieferer,
Logistik- und Distributionspartner, Investoren und Banken, Behörden, die lokale
Politik und Kommunen sowie die Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Kunden. "Es
wird häufig unterschätzt, wie umfassend und tiefgehend die Auswirkungen einer
Werksschließung tatsächlich sind", weiß Dr. Sven Mues aus Erfahrung. Für 67
Prozent seiner Kollegen ist daher Krisenmanagement ein fester Bestandteil jeder
Produktionsverlagerung.

Einen anderen Aspekt betont Friedhelm Best: "Die Mentalität an dem Standort, der
geschlossen wird, lässt sich nicht unverändert auf den neuen Standort
übertragen. Wird beispielsweise ein Werk in Asien aufgebaut, treffen Unternehmen
auf andere Arbeitskulturen, Hierarchieverständnisse, Kommunikationsstile und
Erwartungshaltungen, die tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind.
Was am bisherigen Standort als selbstverständlich gilt - etwa
Eigenverantwortung, direkte Kritik oder flexible Problemlösung - kann in Asien
zu Unverständnis, Zurückhaltung oder Orientierungslosigkeit führen. Erfolgreiche
Produktionsverlagerungen in andere Regionen erfordern daher interkulturelles
Verständnis, angepasste Führungsmodelle und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen,
um Produktivität und Qualität nachhaltig sicherzustellen."

Deutschland bleibt weiterhin attraktiv

Deutschland bleibt weiterhin ein attraktiver Standort, ist nicht einmal ein
Viertel (23 Prozent) der 550 befragten Interim Manager fest überzeugt. "Es kommt
auf die Branche und die Umstände an", meinen 45 Prozent. "Der Weg ins Ausland
ist kein Allheilmittel", erklärt Dr. Andreas Vieweg. Häufig werde das Potenzial
unterschätzt, das sich durch Prozessoptimierungen am heimischen Standort
erzielen ließe. Ulf Camehn ergänzt: "Produktionsverlagerungen können im
Einzelfall richtig sein. Sie dürfen aber nicht zur Flucht vor hausgemachten
Problemen werden. Wer Strategie, Führung, Prozesse, Kundenfokus und finanzielle
Steuerung im Griff hat, kann auch am Standort Deutschland wettbewerbsfähig
bleiben - gerade, weil Deutschland trotz aller Schwächen stabile politische
Verhältnisse, starke industrielle Netzwerke und hohe Umsetzungskompetenz
bietet."

Eckhart Hilgenstock ordnet ein: "Unternehmen sind viel mehr als
Produktionsstätten. Sie sind auch Think Tanks, Ingenieurbüros und
Softwareschmieden, greifen innovative Technologien auf, entwickeln frische
Geschäftsmodelle, finden neue Absatzmärkte, begeistern ihre Kunden mit
Dienstleistungen, sehen Chancen und ergreifen sie. Der Weg ins Ausland ist also
eine neue von sehr vielen Möglichkeiten, die Unternehmen haben, um sich fit für
die Zukunft zu machen." Sein Kollege Roland Streibich stimmt zu: "Bei einem
Restrukturierungs- oder Turnaround-Projekt gibt es viele Aspekte, die zunächst
wichtiger sind als eine Produktionsverlagerung. Das Spektrum reicht von der
Prozessoptimierung über Smart Production bis hin zur vollautomatisierten
Fertigung." Christian Florschütz ist wichtig: "In den meisten Fällen lohnt es
sich, die Kundenfokussierung konsequent zu verbessern, bevor über
Werksverlagerungen nachgedacht wird. Denn viele Unternehmen sind zu einseitig im
Kostensenkungsdenken verfangen statt den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu
stellen." Eckhart Hilgenstock hat festgestellt: "Der Weg ins Ausland führt am
besten über das Business Development. Wenn es gelingt, in anderen Regionen neue
Kundengruppen aufzubauen, kann dies die Vorstufe zu einer späteren
Produktionsaufnahme in diesen Regionen sein."

Studienleiter Dr. Harald Schönfeld resümiert: "Produktionsverlagerungen sind
zwar in Mode gekommen, aber keineswegs in allen Fällen sinnvoll." Er verweist
darauf, dass sich mit Tesla ein namhafter Autohersteller für Deutschland als
Europa-Standort entschieden hat. "Das sagt schon etwas über die
Zukunftsfähigkeit von made in Germany aus", meint Dr. Harald Schönfeld.

United Interim ist die führende digitale Plattform und das einzige Ökosystem für
Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht
qualitätsgeprüfte Interim Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle
Selbstvermarktung und bietet Unternehmen sowie Providern einen kostenfreien,
direkten Zugang zu passenden Interim-Lösungen. Als offene Online-Community und
kuratierter Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit
in der DACH-Region. Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten und
renommiertesten Interim Manager gemeinsam mit UNITEDINTERIM eine Studie über den
Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft durchgeführt - darunter Ulvi
Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart
Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich
Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas
Vieweg . Die Studienleitung liegt bei Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker ,
den Gründern und Geschäftsführern von UNITEDINTERIM. An der Befragung haben über
550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen - Vertreter der "Königsklasse" im
Management, die in mehr Unternehmen mehr Herausforderungen meistern als
klassische angestellte Führungskräfte und deshalb über einen besonders breiten
Überblick verfügen. Anders als Berater entwickeln Interim Manager nicht nur
Konzepte, sondern verantworten in einer definierten Zeit im Unternehmen auch
deren Umsetzung.

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Weitere Informationen: UNITEDINTERIM, http://www.unitedinterim.com

Presseagentur: euromarcom public relations, mailto:team@euromarcom.de,
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OTS: UNITEDINTERIM


Quelle: dpa-AFX
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