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Nachrichtenübersicht

APA ots news: Österreichs Unternehmensbestand seit 2019 deutlich gewachsen:...

08.10.2026 - 10:20:33
APA ots news: Österreichs Unternehmensbestand seit 2019 deutlich gewachsen: Insolvenzquote bei 1%

OeNB präsentiert neues Unternehmensdynamik-Dashboard

Wien (APA-ots) - In Österreich werden deutlich mehr Unternehmen gegründet
als durch
Marktaustritte oder Insolvenzen wegfallen. Der Unternehmensbestand
ist seit 2019 erheblich gewachsen. Die Insolvenzquote liegt -
abgesehen von den besonders niedrigen Insolvenzquoten in den
Pandemiejahren - bei rund 1 %. Für 2026 beträgt sie nach aktuellem
Datenstand 1,08 %, nach 1,18 % im Jahr 2025.

Das neue Unternehmensdynamik-Dashboard der Oesterreichischen
Nationalbank (OeNB) stellt Insolvenzen erstmals in den Zusammenhang
mit einer klar definierten Unternehmensgrundgesamtheit und zeigt
zugleich Markteintritte und -austritte (neu gegründete bzw. erstmals
am Markt aktive Unternehmen) sowie die Entwicklung des
Unternehmensbestands. Weiters werden Analysen zu Insolvenzzahlen und
-quoten ab 2019 ermöglicht. Die Auswertungen sind nach Branchen und
Regionen möglich, bei Insolvenzen sogar bis auf Ebene der politischen
Bezirke.

Insolvenzquote 2026 unter Vorjahresniveau

In der öffentlichen Diskussion stehen häufig absolute
Insolvenzzahlen im Mittelpunkt. Für ihre wirtschaftliche Einordnung
muss jedoch berücksichtigt werden, wie sich gleichzeitig die Zahl der
Unternehmen insgesamt entwickelt. Der in diesem Dashboard erfasste
Unternehmensbestand ist von rund 225.500 (2019) auf rund 283.000 (
2025) gestiegen - ein beachtlicher Zuwachs von rund 25%. Anfang 2026
umfasst sie bereits rund 291.000 Unternehmen.

Damit können auch die absoluten Insolvenzzahlen steigen, ohne
dass die Insolvenzquote im gleichen Ausmaß zunimmt. 2019 wurden 2.123
Insolvenzen registriert, entsprechend einer Quote von 0,94 %. 2025
waren es 3.335 Insolvenzen bzw. 1,18 %. Für 2026 wurden bislang 2.155
Insolvenzen erfasst; annualisiert resultiert daraus derzeit eine
Quote von rund 1,08 %.

Die Daten zeigen einen Anstieg der Insolvenzquote nach den
Pandemiejahren. Insgesamt bewegt sich die Insolvenzquote aber
weiterhin in einer Größenordnung von rund 1 % und liegt 2026 bislang
unter dem Vorjahreswert.

Viele Markteintritte und ein wachsender Unternehmensbestand

Insolvenzen sind nur ein Teil der Unternehmensdynamik. Seit 2019
wurden jährlich rund 16.000 bis 19.000 Markteintritte verzeichnet.
Gleichzeitig haben im selben Zeitraum jährlich zwischen 8.000 und
12.000 Unternehmen den Markt verlassen. Zu beachten ist, dass ein
Insolvenzverfahren nicht notwendigerweise zu einem Marktaustritt
führt. "Eine steigende Zahl von Insolvenzen ist nicht dasselbe wie
eine steigende Insolvenzquote. In Österreich treten jedes Jahr rund
fünfmal so viele Unternehmen neu in den Markt ein, wie insolvent
werden - eine Wirtschaft lebt gerade auch von dieser laufenden
Erneuerung", erklärt Wolf Reuter, Chefökonom der OeNB.

Methodik im Fokus: Was dieses Dashboard von üblichen
Insolvenzstatistiken unterscheidet?

Übliche Insolvenzstatistiken in Österreich berichten vor allem
absolute Fallzahlen. Diese zeigen, wie viele Insolvenzverfahren
registriert wurden, berücksichtigen aber nicht, wie viele bestehende
Unternehmen diesen Fällen gegenüberstehen und wie sich deren Zahl
über die Zeit verändert. Das OeNB-Unternehmensdynamik- Dashboard
verwendet dagegen eine über die Zeit einheitlich definierte
Unternehmensgrundgesamtheit und kann dadurch Insolvenzquoten
berechnen.

Auch die Abgrenzung unterscheidet sich. Häufig zitierte
Insolvenzstatistiken zählen auch Einzelunternehmen zu den
Unternehmensinsolvenzen. Im Europäischen System Volkswirtschaftlicher
Gesamtrechnungen (ESVG 2010) werden Einzelunternehmen grundsätzlich
dem Haushaltssektor zugerechnet, weil sie keine eigene
Rechtspersönlichkeit besitzen und sich ihre wirtschaftlichen
Aktivitäten sowie Vermögens- und Schuldpositionen nicht eindeutig von
jenen der Eigentümerhaushalte trennen lassen. Das OeNB-
Unternehmensdynamik-Dashboard umfasst in Österreich ansässige,
rechtlich selbständige Unternehmen der finanziellen und
nichtfinanziellen Unternehmenssektoren und ausdrücklich nicht den
Haushaltssektor.

Damit beantworten die Zahlen unterschiedliche Fragen: Absolute
Fallzahlen zeigen die Zahl registrierter Insolvenzverfahren; die OeNB
-Insolvenzquote zeigt, welcher Anteil einer klar definierten
Unternehmenspopulation innerhalb eines bestimmten Zeitraums insolvent
wurde.

Integrated Firm-Level Database als neue Datengrundlage

Grundlage des Dashboards ist die Integrated Firm-Level Database (
IFLD) der OeNB. Sie verbindet bislang getrennte administrative,
statistische Daten zu Firmendemografie, Jahresabschlüssen,
Bankkrediten, Eigentumsstrukturen und Insolvenzen innerhalb klar
definierter Unternehmenspopulationen.

Der gleichzeitig veröffentlichte OeNB-Report dokumentiert die
neue Dateninfrastruktur und präsentiert erste Ergebnisse zur
österreichischen Unternehmenslandschaft. Unter anderem zeigt er, dass
rund 36 % (im Jahr 2021) der nichtfinanziellen Unternehmen einen
Kredit bei einem österreichischen Kreditinstitut haben und die
Kreditvergabe stark konzentriert ist. "Das Unternehmensdynamik-
Dashboard zeigt beispielhaft, welchen Mehrwert eine integrierte
Firmendatenbasis bietet: Statt einzelne Ereignisse isoliert zu
zählen, können wir sie in eine klar definierte Unternehmenspopulation
und die gesamte Unternehmensdynamik einordnen. Der IFLD steht
zugleich noch am Anfang seiner Entwicklung. Mit dem Ausbau zu einem
mehrjährigen Panel und der Integration weiterer Datenquellen soll
daraus eine zentrale Dateninfrastruktur für Analysen von Geldpolitik
und Transmission, Finanzstabilität, Strukturwandel, Produktivität und
Unternehmensdynamik entstehen", so Regina Fuchs, Direktorin der
Hauptabteilung Statistik.

Weiterführende Informationen

Das Unternehmensdynamik-Dashboard der Oesterreichischen
Nationalbank kann unter folgendem Link aufgerufen werden:
https://connect.oenb.at/oenb_apps/Unternehmensdynamik_Dashboard/

Der gleichzeitig veröffentlichte OeNB-Report zur Integrated Firm-
Level Database (IFLD) ist bereits online verfügbar.

Fragen speziell zum Dashboard können gerne an ifld@oenb.at
gerichtet werden.

Infos zum Thema Unternehmensdynamik finden sich auf der OeNB-
Website.

Rückfragehinweis:
   Oesterreichische Nationalbank 
   Mag. Marlies Schroeder, MiM 
   Telefon: +43-1-404 20-6900 
   E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at 
   Website: https://www.oenb.at 


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OTS0060 2026-10-08/10:14


Quelle: dpa-AFX
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