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ROUNDUP 2/Großbritannien: Andy Burnham neuer Vorsitzender der Labour-Partei

17.07.2026 - 14:34:57
(Neu: weitere Teile aus der Rede, gesamter Text)

LONDON (dpa-AFX) - Andy Burnham ist zum neuen Vorsitzenden der britischen Regierungspartei Labour ernannt worden. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, der am Montag neuer Premierminister werden soll, tritt die Nachfolge von Keir Starmer an, der im Juni seinen Rücktritt erklärt hatte. Burnham war der einzige Kandidat - und ist der große Hoffnungsträger der Partei, die tiefe Regierungskrise zu beenden.

Es sei seine Mission, "die Hoffnung zurückzubringen", sagte Burnham am Schluss seiner ersten Rede als Parteichef. Labour könne die Partei sein, "die mehr Macht in die Hände der Menschen legt, Wachstum in jeder Postleitzahl vorantreibt und jedes Herz mit Hoffnung erfüllt".

Die Ernennung zum Premier erfolgt am Montag durch König Charles III., der Burnham offiziell mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Dann werden auch die Ministerposten vergeben. Burnham wird der siebte Regierungschef binnen zehn Jahren. Sein Vorgänger Starmer war gut zwei Jahre nach seinem großen Wahlsieg mit Labour im Sommer 2024 dramatisch gescheitert.

Burnham dankte seinem Vorgänger. "Keir hat Labour wieder in die Lage versetzt, das Leben der Menschen zu verändern, und genau das haben wir in den letzten zwei Jahren getan", sagte der neue Parteichef. Er werde auf diesem Fundament aufbauen. "Ich habe einen Plan", sagte Burnham, er werde immer sehr nahe an den Menschen bleiben.

Zurück zu den Labour-Wurzeln

Großbritannien habe in den 1980er Jahren eine Reihe falscher Abzweigungen genommen, als die politische Macht zentralisiert und die wirtschaftliche Macht privatisiert worden sei, sagte Burnham. Er werde einen neuen Weg einschlagen, der ein anderer sein werde als der in den vergangenen 40 Jahren. Er werde die sozialdemokratische Partei zu ihren Wurzeln führen.

Burnham versprach, dass die Partei unter seiner Führung unverwechselbar Labour sein werde. "Ich möchte, dass die Menschen das Denken hinter der von mir vorgegebenen politischen Richtung verstehen, damit die Menschen die Entscheidungen, die wir treffen, und die Gründe dafür sehen können", sagte er. Unter dem Kostendruck der Kriege in der Ukraine und in Nahost sowie unter dem Druck der Rechtspopulisten hatte Starmer etliche Entscheidungen getroffen, die dem eigentlich sozialen Labour-Kern widersprachen.

Mitentscheidend für das Scheitern der Starmer-Regierung war die dramatische Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai zugunsten der rechtspopulistischen Partei Reform UK, die in Umfragen landesweit teils deutlich führt. Burnham soll nun für Labour die Wende herbeiführen. Der frühere Minister, der bereits von 2001 bis 2017 im Parlament gesessen hatte, gilt als charismatischer als sein Vorgänger.

Ein Premierminister für alle

Im Verlauf seiner Rede kündigte Burnham an, Labour unter seiner Führung geeinter aufzustellen, den Fokus auf praktische Lösungen statt auf interne Spaltungen zu legen und offener für die Zusammenarbeit mit anderen Parteien zu sein. Er werde sich verpflichten, ein Premier "für den Norden und den Süden, den Osten, den Westen, für Schottland, für Wales und für Nordirland" zu sein. Bereits im August werde in allen Teilen des Vereinigten Königreichs unterwegs sein./mj/DP/mis


Quelle: dpa-AFX
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