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Nachrichtenübersicht

OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Abkommen bietet ...

27.01.2026 - 15:21:14
Abkommen bietet große Chancen zur Markterschließung / Brossardt:
"Zölle auf über 90 Prozent der EU-Warenexporte nach Indien fallen weg"
München (ots) - Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt
den erfolgreichen Verhandlungsabschluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens.
"Dass die EU und Indien ihre Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen haben,
sendet ein starkes Signal. Angesichts der veränderten Weltlage sind Deutschland
und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels-, Rohstoff- und
Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen. Die
Handelspolitik von US-Präsident Trump belastet den gesamten Welthandel. China
benutzt seine Exportkontrollen für Seltene Erden als machtpolitisches Mittel.
Eine internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekommt das
zu spüren. Das Abkommen mit Indien ist ein zentraler Schritt, um von einem
dynamischen Markt zu profitieren, unsere Handelsbeziehungen zu diversifizieren
und unsere Position im Indo-Pazifik zu stärken," sagte vbw Hauptgeschäftsführer
Bertram Brossardt.

"Durch den Wegfall der Zölle auf über 90 Prozent der Warenexporte der EU bietet
das Abkommen neue Absatzmöglichkeiten. Zölle auf den Großteil von Maschinen und
elektrischen Ausrüstungen werden von 44 Prozent auf null Prozent sinken. Die
Zölle im Bereich Luft- und Raumfahrzeuge werden ebenfalls für die meisten
Produkte eliminiert. Auch die Medizintechnik wird profitieren, da Zölle auf 90
Prozent der optischen, medizinischen und chirurgischen Ausrüstung abgeschafft
wurden. Kritisch sehen wir das Kontingent von 250.000 Fahrzeugen. Trotzdem kann
die Automobilindustrie davon profitieren, denn deren Exporte nach Indien sind
derzeit noch mit Zöllen von bis zu 110 Prozent belegt. Für Fahrzeuge werden
diese künftig auf zehn Prozent sinken, für Autoteile werden Zölle schrittweise
komplett abgeschafft," so Brossardt.

Das Freihandelsabkommen stellt das bislang größte beider Seiten dar und eröffnet
einen Markt mit einer Bevölkerung von über 1,45 Milliarden Menschen. Indien
zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt von über vier Billionen US-Dollar zu den
größten Volkswirtschaften weltweit. Die Wirtschaft des Schwellenlandes zeichnet
sich zudem durch eine sehr hohe Wachstumsdynamik aus. "Bis 2030 gehen wir von
einem durchschnittlichen BIP-Wachstum von rund sechseinhalb Prozent pro Jahr
aus. In der Folge wird Indien in den kommenden Jahren Deutschland und Japan in
der Rangliste der global größten Volkswirtschaften überholen und auf Rang 3
klettern", erläutert Brossardt und ergänzt: "Indien hat als Absatzmarkt für
bayerische Produkte stark an Bedeutung gewonnen, die Ausfuhren legten zwischen
2015 und 2024 um über 60 Prozent zu. Im Vergleich zu den USA und China ist das
Exportvolumen jedoch weiter gering. Umso wichtiger ist es jetzt, bestehende
Handelsbeschränkungen abzubauen und das Potenzial des indischen Marktes voll
auszuschöpfen."

Laut vbw muss Europa mit Blick auf die industrielle Expansion Chinas und die
angespannten transatlantischen Beziehungen Einigkeit und Stärke demonstrieren.
"Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen
Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen
setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige
Verzögerungen", betont Brossardt abschließend.

Pressekontakt:

Lena Grümann, Tel. +49 (0) 89-551 78-391, E-Mail:
mailto:lena.gruemann@vbw-bayern.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/58439/6205196
OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.


Quelle: dpa-AFX
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