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Nachrichtenübersicht

Zehn Tage Belagerung: Palästinenser harren in Kusra aus

18.08.2026 - 12:12:36
RAMALLAH/TEL AVIV (dpa-AFX) - Auch am zehnten Tag der Belagerung palästinensischer Häuser in dem Ort Kusra im Westjordanland durch radikale israelische Siedler harrt die betroffene Familie weiterhin in ihrem Zuhause aus. Israels Armee und Polizei haben die Blockade bislang nicht beendet, wie der Dorfvorsteher Abdul Asim al-Wadi der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Der Mitbesitzer eines der belagerten Häuser, der auch US-Staatsbürger ist, war am Montag aus den USA zurückgekommen, um das Gebäude zu verteidigen. Die Palästinenser fürchten eine gewaltsame Inbesitznahme der Häuser der Familie durch die Siedler, sollten sie die belagerten Gebäude verlassen. Videoaufnahmen von Montagabend zeigten, wie Luai Abu Rida auf dem Dach eine US-Flagge hisste.

Versorgung wiederhergestellt

Der Dorfvorsteher sagte, Abu Ridas Ankunft in dem Ort und dem Haus sei mit der Armee koordiniert worden. Man habe zwar die von den Siedlern gekappte Versorgung der Häuser mit Wasser und Strom wiederherstellen können. Es bestehe jedoch die Sorge, Lebensmittel und Medikamente könnten zur Neige gehen.

Am Sonntag hatte ein Team des UN-Kinderhilfswerks Unicef der Familie Hilfsgüter wie Wasser, Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel sowie Lern- und Spielmaterial für die Kinder gebracht.

Wer geht gegen gewalttätige Siedler vor?

In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland deutlich zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz wies die Armee am Freitag an, Befugnisse zur Durchsetzung des Rechts in zivilen Angelegenheiten - mit Blick auf israelische Siedler - an die Polizei zu übertragen. "Die Aufgabe der israelischen Armee ist es, den palästinensischen Terror zu bekämpfen und sich auf den Schutz der Grenzen und der Siedlungen vor Bedrohungen zu konzentrieren", sagte er nach Angaben seines Büros.

Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir gilt seit Jahren als glühender Unterstützer der Siedlerbewegung. Kritiker halten es deshalb für ausgesprochen unwahrscheinlich, dass die Polizei entschlossener gegen gewalttätige Siedler vorgehen wird als die Armee
- eher im Gegenteil./mak/DP/stw


Quelle: dpa-AFX
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