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ROUNDUP 2: Norma Group will bis 2031 profitabler werden - neue Dividendenpolitik

19.10.2026 - 14:12:25
(neu: Aussagen aus Gespräch mit Norma-Chefin, Aktienkurs.)

MAINTAL (dpa-AFX) - Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer Norma Group will in den kommenden Jahren mit seiner neuen Aufstellung leicht wachsen und dabei deutlich profitabler werden. Der um Währungseffekte bereinigte Umsatz soll von 2026 bis 2031 im Schnitt um ein bis drei Prozent zulegen, wie der SDax-Konzern am Montag in Maintal mitteilte. Vom Erlös sollen bis 2031 bereinigt um Sondereffekte mehr als 10 Prozent als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) übrigbleiben. Zudem kündigte der Konzern an, ab dem kommenden Jahr weniger an die Aktionäre auszuschütten.

Die Aussicht auf eine geringere Dividende sorgte bei Anlegern für Verstimmung: Die Aktie gab zuletzt um rund 2,3 Prozent nach und gehörte damit zu den größten Verlierern im Kleinwerteindex SDax.

Im dritten Quartal erwirtschaftete der Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von 207,8 Millionen Euro und eine operative Marge von 3,7 Prozent. Die Ziele für 2026 bestätigte das Unternehmen. Demnach dürfte der Umsatz in diesem Jahr stagnieren oder allenfalls um bis zu zwei Prozent wachsen. Dabei sollen 2 bis 4 Prozent des Erlöses als bereinigter operativer Gewinn hängen bleiben. Die vollständigen Zahlen zum dritten Jahresviertel will Norma wie geplant am 3. November veröffentlichen.

Der Konzern will sein weltweites Produktions- und Standortnetzwerk umbauen, um etwa Anlagen besser auszulasten. So will das Unternehmen seine Produktion in Mexiko bündeln. Die Norma Group hatte im vergangenen Jahr bereits zwei Werke in China geschlossen und wollte bis 2028 zuletzt rund 400 Stellen weltweit streichen. Gleichzeitig aber stärke das Unternehmen den Shared-Service-Standort im serbischen Novi Sad, hieß es.

Ein weiterer Fokus liegt auf Europa. Die bestehenden neun Produktionsstandorte wiesen derzeit eine strukturelle Unterauslastung auf, teilte Norma weiter mit. Deshalb werde der Konzern die Produktion stärker bündeln und die Fertigung auf weniger Standorte konzentrieren. Diese Maßnahmen sollen ab 2031 jährlich ein zusätzliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern von rund 20 bis 30 Millionen Euro bringen.

"Wir brauchen 100 Millionen Euro Umsatz in einem Produktionsstandort", sagte Unternehmenschefin Birgit Seeger der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. In Europa mache Norma etwas mehr als 500 Millionen Euro Umsatz. Damit könnte Norma rein rechnerisch vier Produktionsstandorte schließen.

Welche Werke von einer Schließung betroffen sein werden, hänge von verschiedene Kritierien ab, sagte die Norma-Chefin. So gehörten neben der Produktivität auch die Nähe zum Kunden, Zugang zu Rohstoffen und qualifiziertem Personal, Energiepreise und Anreize eines Landes dazu.

Zu dem bereits geplanten weltweiten Stellenabbau komme "eine weitere Welle" hinzu. Wahrscheinlich würden auch weitere Stellen in Deutschland gestrichen. "Mir persönlich ist ein respektvoller Umgang mit unseren Mitarbeitern sehr wichtig", betonte Seeger. "Deshalb kommunizieren wir mögliche Maßnahmen erst einmal mit Betriebsräten und Gewerkschaften."

Auch will Norma im Rahmen eines Umbauprogramms seine Kosten senken. Dazu vereinfacht der Konzern unter anderem seine Organisation und standardisiert und automatisiert zentrale Prozesse. Ende September teilte der Konzern mit, im Zuge des Konzernumbaus den Vorstand zu verkleinern. Nach dem Verkauf des Wassermanagement-Geschäfts richtet Norma sich mittlerweile verstärkt auf Fahrzeughersteller und Industriekunden aus. Insgesamt wollen die Maintaler die operativen jährlichen Kosten bis 2031 um 70 bis 90 Millionen Euro senken.

Derweil richtet der Norma-Vorstand um Unternehmenschefin Birgit Seeger die Dividendenpolitik neu aus. Ab 2027 sollen mindestens 10 Prozent des bereinigten Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden, sofern die wirtschaftliche Lage und Liquidität des Unternehmens dies erlauben. Möglich seien auch Aktienrückkäufe. Bisher betrug die Ausschüttungsquote etwa 30 bis 35 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses./mne/men/jha/


Quelle: dpa-AFX

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