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dpa-AFX: CECONOMY IM FOKUS: Umsatzschwund gestoppt - Gelingt der radikale Konzernumbau?

12.02.2019 - 10:12:22
DÜSSELDORF (dpa-AFX Broker) - Aufatmen bei Ceconomy : Nach
drei Quartalen mit Umsatzrückgängen ist die Muttergesellschaft von Media Markt
und Saturn wieder zu Wachstum zurückgekehrt. Ab März ist Ceconomy nach
turbulenten Zeiten auch wieder unter regulärer Führung. Insgesamt wurden jüngst
16 Manager im Unternehmen ausgetauscht. Für die Nachfolger gibt es viel zu tun,
Ceconomy steht erst am Anfang eines umfassenden Konzernumbaus. Die wichtigsten
Punkte für den Elektronikhändler, was die Experten sagen und wie es für die
Aktie läuft.

DAS IST LOS BEI CECONOMY:

Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2018/19 (bis Ende
September) sind ein Hoffnungsschimmer für Ceconomy nach schweren Zeiten. Der
Umsatz konnte im wichtigen Weihnachtsquartal um 1,7 Prozent auf knapp 6,9
Milliarden Euro zulegen. Insbesondere in Deutschland, aber auch in West- und
Südeuropa liefen die Geschäfte wieder besser. Allerdings fiel der Gewinn
geringer aus als ein Jahr zuvor - ein Nebeneffekt der massiven Veränderungen in
der Chefetage. Satte 34 Millionen Euro Abfindungen im Zuge des Führungswechsels
schmälerten das operative Ergebnis (Ebit) deutlich, es sank um knapp 20 Prozent
auf 234 Millionen Euro. Mehrere Gewinnwarnungen binnen kürzester Zeit kosteten
vergangenes Jahr zahlreichen Manager den Job.

Ab 1. März übernehmen Jörn Werner als Vorstandsvorsitzender und Karin
Sonnenmoser als Finanzvorstand die Geschicke von Ceconomy. Sie müssen den Umbau
vorantreiben, der bereits begonnen hat. Kurz vor Weihnachten strich der
Elektronikhändler die Dividende, obwohl Analysten im Schnitt mit 21 Cent je
Aktie gerechnet hatten. Das Geld soll in den Umbau fließen. Investitionen in
Verwaltung, Logistik und Computersysteme sollen das Unternehmen wieder in die
Spur bringen. Es werde etwa ein halbes Jahr dauern, um die grundsätzlichen Dinge
zu richten, vermeldete Ceconomy kurz vor dem Jahreswechsel.

Im Weihnachtsgeschäft hat Ceconomy schon aus Fehlern der Vergangenheit
lernen können. So konnte das Unternehmen den Black Friday, mittlerweile ein
wichtiger Verkaufstag im November, besser steuern als ein Jahr zuvor und agierte
disziplinierter. Im Jahr 2017 hatte Ceconomy mit massiven Rabatten gelockt, die
das Ergebnis belastet hatten. Außerdem blieben so die Kunden im darauffolgenden
Weihnachtsgeschäft weg und die Lager somit voll. Diese Form der
Umsatzverschiebung gab es auch 2018 wieder, allerdings fiel sie deutlich
schwächer aus. Der Druck durch starke Konkurrenz im Internet, wie etwa Amazon
, bleibt für Ceconomy dennoch enorm.

Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Elektronikhändler vergangene Woche
noch einmal bestätigt. Fürs laufende Geschäftsjahr 2018/19 stellte der Vorstand
ein leichtes Umsatzplus in Aussicht. Trotz der überraschenden Zahlen zum ersten
Quartal bleibt es für Ceconomy also bei den bisherigen Jahreszielen. Der
Konzernumbau werde die Entwicklung belasten. Das Maßnahmenpaket will Ceconomy
spätestens mit der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal Ende Mai
vorstellen.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die Bilanz des Weihnachtsquartals hat die Mienen der Analysten etwas
aufgehellt. Die Zahlen fielen nach einhelliger Meinung besser aus als
befürchtet. "Das erste Quartal war ein solider Start in eine bessere Zukunft des
Unternehmens unter neuem Management", brachte es Analyst Jürgen Elfers von der
Commerzbank auf den Punkt. Der neue Vorstand müsse aber an der Kostenstruktur
arbeiten. Analystin Georgina Johanan von JPMorgan lobte die besonders starken
Umsätze im Online-Handel.

Das flächenbereinigte Wachstum sei nach drei Quartalen in Folge mit
Rückgängen die erfreulichste Überraschung gewesen, schrieb Volker Bosse von der
Baader Bank. Analyst Tushar Jain von Goldman Sachs führte die Entwicklung vor
allem auf die Werbekampagne zum "Black Friday" zurück, die besser als im Vorjahr
gelaufen sei. Wegen der nur beibehaltenen Jahresziele von Ceconomy rechnet er
aber nicht mit sonderlich steigenden Konsensschätzungen.

Eine Mehrheit von 7 der 10 im dpa-AFX Analyser erfassten Experten rät zum
Halten der Ceconomy-Aktie. 3 Analysehäuser empfehlen den Verkauf des Papiers, zu
einer Kaufempfehlung reicht es für die meisten Experten also nicht. Zwar sei der
Elektronikhändler auf vergleichbarer Basis ordentlich gewachsen, schrieb
Analystin Fabienne Caron vom Analysehaus Kepler Cheuvreux. Das habe gegen den
Margendruck aber nicht geholfen. Der Weg sei noch weit, betonte auch Analyst
Andrew Porteous von der britischen Investmentbank HSBC. Durch die Veränderungen
im Management seien aber immerhin die Unsicherheiten über die neue Organisation
ausgeräumt.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Mehrere Gewinnwarnungen und der Ergebniseinbruch hatten die Ceconomy-Anleger vergangenes Jahr vergrault. Die Aktie verlor satte 75 Prozent an Wert und wurde
der größte Flop 2018 im SDax . Großaktionär Freenet
, der als drittgrößter Anteilseigner rund 9 Prozent der Papiere
hält, wurde unruhig und übte Druck auf das damalige Management aus.

Die frischen Quartalszahlen nähren nun die Hoffnung auf eine
Geschäftserholung beim Elektronikhändler. Die Aktie schoss am vergangenen
Freitag über 26 Prozent ins Plus, die Marke von 5 Euro erwies sich aber als zu
hoch. Verluste zu Wochenbeginn lassen die Euphorie etwas abflauen. Seit
Jahresbeginn hat die Ceconomy-Aktie dennoch deutlich mehr als die Hälfte an Wert
gewonnen./niw/mne/jha/



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