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dpa-AFX: Verbot der Spekulation auf fallende Wirecard-Aktien beendet

19.04.2019 - 14:13:12
BONN (dpa-AFX) - Die Finanzaufsicht Bafin hat ihre Vorsichtsmaßnahmen gegen
zeitweilig befürchtete illegale Attacken von Börsenspekulanten auf den Dax
-Konzern Wirecard beendet. Das zweimonatige Verbot,
neue Netto-Leerverkaufspositionen in Wirecard-Aktien aufzubauen oder bestehende
Netto-Leerverkaufspositionen zu erhöhen, lief am Donnerstagabend um Mitternacht
aus, wie die Behörde auf ihrer Webseite mitteilte.

Die Bafin hatte das Verbot am 18. Februar erlassen und damit für großes
Aufsehen in der Börsenszene gesorgt. Denn damit hatte die Aufsicht zum ersten
Mal überhaupt für die Aktien eines einzelnen Unternehmens ein solches Verbot
verkündet. Grund war der Verdacht der Marktmanipulation: Die Bafin fürchtete,
dass dies den gesamten deutschen Aktienmarkt in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Negativberichte der Londoner "Financial Times" über Gesetzesverstöße von
Wirecard-Mitarbeitern in Singapur hatten zuvor mehrfach Kursstürze ausgelöst.
Zeitweise hatte die Aktie des im Münchner Vorort Aschheim ansässigen
Bezahldienstleisters innerhalb kürzester Zeit über ein Drittel ihres Werts
verloren. Der Wirecard-Vorstand hatte die Berichte zunächst wütend
zurückgewiesen und von Diffamierung gesprochen.

Mittlerweile hat die von Wirecard selbst beauftragte Untersuchung einer
Singapurer Anwaltskanzlei jedoch ergeben, dass Mitarbeiter in dem
südostasiatischen Inselstaat tatsächlich gegen Bilanzregeln verstoßen haben -
allerdings weniger gravierend als von der Zeitung berichtet.

In der Zwischenzeit ist nicht nur die Börsenaufsicht eingeschritten: Auch
die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es bei den Kursturbulenzen
nicht mit rechten Dingen zuging. Beide Behörden ermitteln. Die Bafin hatte
Anfang der Woche rund ein Dutzend mutmaßlich Beteiligter bei der
Staatsanwaltschaft angezeigt. Um wen es sich handelt, teilte die Bafin nicht
mit.

Short-Attacken sind ein Kursmanöver, bei dem Spekulanten eine Aktie gezielt
zum Absturz bringen. Die Leerverkäufer leihen sich gegen Gebühr Aktienpakete und
verkaufen diese. Sinkt anschließend der Kurs, können sie die Papiere günstiger
einkaufen und den Eigentümern zurückgeben, die Differenz zwischen Ver- und
Einkaufspreis bleibt als Gewinn. Wirecard war bereits 2008 und 2016 Ziel von
"Short"-Attacken geworden./cho/DP/he

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
±
±%
Kurs
vom
WIRECARD AG 747206
Xetra
120,100
EUR
-2,40
-1,96%
18.04.19
17:35:14
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