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dpa-AFX: ROUNDUP: USA erhöhen Druck auf Iran - Merkel dringt auf friedliche Lösung

18.06.2019 - 16:17:29
WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) - Nach den mysteriösen Angriffen auf zwei Tanker
im Golf von Oman erhöhen die USA den Druck auf den Iran. Der amtierende
US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan kündigte in Washington an, zu
"Verteidigungszwecken" rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu
entsenden. Shanahan betonte zugleich: "Die Vereinigten Staaten streben keinen
Konflikt mit dem Iran an." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drang am Dienstag
in Berlin auf eine friedliche Lösung des Konflikts.

Die USA werfen dem Iran vor, für die ungeklärten Zwischenfälle am Golf
verantwortlich zu sein. Merkel sagte dazu: "Wir nehmen diese Ausführungen
natürlich sehr ernst und es gibt auch hohe Evidenzen." Trotzdem seien
Verhandlungen wie mit der Reise von Außenminister Heiko Maas (SPD) der richtige
Weg. Sie rief zugleich die iranische Führung dazu auf, an dem internationalen
Atomabkommen festzuhalten. Wenn das nicht der Fall sei, werde das Folgen haben.

Moskau reagierte besorgt auf die US-Pläne. Eine starke Konzentration von
Kräften und Mitteln erhöhe das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer
unerwünschten Zuspitzung, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in
Moskau. Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Washington mit einem solchen
Schritt abziele.

Der Iran zeigte sich vorbereitet auf eine weitere Eskalation. "Der Druck der Feinde auf unser Land ist gewachsen, genauso aber auch unsere Reaktionen",
teilte Präsident Hassan Ruhani mit. Diesen Kampf werde der Iran letztlich
gewinnen. "Wir kämpfen ja gegen keine Länder, sondern nur gegen ein paar
unerfahrene Politiker." Ruhani bezog sich auf die politische Führung in den USA,
Israel und Saudi-Arabien, die Teheran für den Konflikt verantwortlich macht.

Der Iran hatte bereits am Montag unmittelbar vor der Ankündigung des
US-Verteidigungsministers Bemühungen der EU um eine Deeskalation der Krise im
Nahen Osten einen Dämpfer versetzt. Die Führung in Teheran kündigte an, bereits
vom 27. Juni an einen Teil ihrer Verpflichtungen aus dem internationalen
Atomabkommen nicht mehr zu erfüllen.

In Shanahans Mitteilung hieß es, die jüngsten iranischen Angriffe
bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten der
iranischen Streitkräfte und mit ihnen verbündeter Gruppen. Mit der Entsendung
der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in
der Region geschützt werden.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen seit Monaten zu.
Washington hatte im vergangenen Jahr das Atomabkommen mit dem Iran einseitig
gekündigt. Das US-Militär verlegte unter anderem einen Flugzeugträgerverband und
eine Bomberstaffel in die Region, was Sorgen vor einem militärischen Konflikt
aufkommen ließ. Zudem verstärkten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der
"anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten.

Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte am Montag neue Fotos zu den
Angriffen auf die beiden Tanker im Golf von Oman, die die Vorwürfe gegen die
iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder zeigen nach
Pentagon-Angaben unter anderem das Loch, das eine Haftmine oberhalb der
Wasserlinie in den Rumpf eines der Schiffe namens "Kokuka Courageous" gerissen
haben soll.

Ein weiteres der insgesamt elf neuen Fotos zeigt nach US-Darstellung
Rückstände einer weiteren, nicht explodierten Haftmine, die nach dem Angriff von
Soldaten der Revolutionsgarden vom Schiffsrumpf entfernt worden sein soll, um
Beweise zu vernichten. Auf einem von einem US-Hubschrauber aus aufgenommenen
Foto soll das Schnellboot mit den Soldaten zu sehen sein, die die Mine
entfernten.

Bereits am Donnerstag hatte das US-Zentralkommando ein Video dazu
veröffentlicht. Das Pentagon machte am Montag erneut den Iran verantwortlich.
Als Begründung führte das Ministerium das Video an - und die "Ressourcen und
Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen".

Bei den schweren Zwischenfällen im Golf von Oman waren am Donnerstag zwei
Tanker beschädigt worden. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet
nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous"
berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang
unklar./cy/jac/fmb/cht/bnk/cn/DP/tav
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