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dpa-AFX: Aktien Frankfurt: Asien-Gewinne und Optimismus im US-Haushaltsstreit treiben an

12.02.2019 - 11:46:34
FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger am Dienstag
weiter optimistisch. Kursgewinne in Asien und positive Signale im
US-Haushaltsstreit geben den Indizes Auftrieb.

Der Dax setzte sich von der zuletzt noch umkämpften Marke von 11 000 Punkten weiter klar nach oben ab. Mit einem Plus von 1,14 Prozent auf 11
139,83 Punkte ließ der Leitindex auch die Marke von 11 100 Punkten hinter sich.
Der MDax für die mittelgroßen Unternehmen gewann 1,15 Prozent auf
23 745,33 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um
0,85 Prozent.

In der Vorwoche war der Dax angesichts wieder verstärkter Sorgen um den
Handelsstreit zwischen den USA und China bis auf 10 863 Punkte abgetaucht, bevor
er sich zum Wochenauftakt wieder etwas stabilisieren konnte. Asiens
Handelsplätze trieben weiter an. So legten am Dienstag in China die Börsen, die
sich tags zuvor sehr stark aus einer einwöchigen Feiertagspause zurückgemeldet
hatten, weiter zu. Auch der Nikkei-225 ist nach
dem durch einen Feiertag verlängerten Wochenende in Japan wieder auf
Erholungskurs Richtung 21 000 Punkte.

Die Charttechnik-Experten von Index Radar machten deutlich, dass der Dax in
den Vorwochen oberhalb von 11 320 Punkten durch die Verkaufsbereitschaft der
Anleger gestoppt worden sei, gleichzeitig aber auch die jüngste Schwäche wieder
rechtzeitig über der 10 800er-Marke gestoppt worden sei. In der Summe ergebe
sich eine Seitwärtsbewegung, die noch einige Zeit anhalten könnte.

Während der amerikanisch-chinesische Handelsstreit mit dem Besuch der
hochrangigen US-Delegation in Peking in der zweiten Wochenhälfte wieder in den
Fokus rückt, gibt es positive Signale zum US-Haushaltsstreit: Mehrere US-Medien
berichteten unter Berufung auf die führenden Unterhändler über eine
"grundsätzliche Einigung" zwischen Demokraten und Republikanern im US-Kongress.
Diese Hoffnung, aber auch erste zaghafte Signale, dass im Handelsstreit
Fortschritte erzielt und noch binnen Monatsfrist eine Einigung erzielt werden
könne, treibe den Dax an, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Aber: Es
sei bislang nur die Hoffnung, da die Fakten fehlten.

Zum Brexit-Thema wird Großbritanniens Premierministerin Theresa May
voraussichtlich am frühen Nachmittag eine Erklärung im Parlament über den Stand
der Verhandlungen abgeben. Es dürfte dabei aber nicht viel zu verkünden geben,
glaubt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Der
Brexit werde immer mehr zum Geduldsspiel. Am Ende werde May wohl nichts anderes
übrig bleiben, als den Brexit zu verschieben, womit sich die Unsicherheit weiter
hinziehe.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt legten Fresenius SE an der Dax-Spitze um 3,8 Prozent zu und bieten charttechnisch weiter ein
positives Bild. Der Anfang Dezember nach der zweiten Gewinnwarnung gestartete
Aufwärtstrend ist intakt. Analyst Gunnar Romer von der Deutschen Bank geht davon
aus, dass der Medizinkonzern das Jahr 2018 in robuster Verfassung beendet haben
wird und rät mit einem Kurziel von 65 Euro weiter zum Kauf. Zurzeit kosten
Fresenius-Anteile um die 47,40 Euro.

Die Continental-Aktien wurden von der positiven Kursreaktion
auf die Zahlen des Konkurrenten Michelin mit nach oben befördert.
Der französische Reifenhersteller hatte trotz schlechter Branchenstimmung seinen
Umsatz im vergangenen Jahr gesteigert. Michelin gewannen im Pariser Leitindex
Cac 40 fast 11 Prozent, Continental im Dax 3,6 Prozent. Auch der
gesamte europäische Autosektor präsentierte sich stark.

In den schwer angeschlagenen Wirecard-Aktien bleibt der
Handel nervös: Die Papiere des im Fokus von Vorwürfen stehenden
Zahlungsabwicklers setzten ihre Erholung vom Zwölfmonatstief zunächst um bis zu
4,5 Prozent auf 107,85 Euro fort. Danach gaben sie die Gewinne nahezu komplett
ab, liegen nun aber wieder mit 2,5 Prozent vorn.

Vorbörslich nach Quartalszahlen im Plus, drehten Thyssenkrupp im Xetra-Handel ins Minus. Mit einem Verlust von zuletzt 1,9 Prozent waren sie
im Dax das Schlusslicht. Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader wertet es
zwar positiv, dass der Industrie- und Stahlkonzern auch nach den Gewinnwarnungen
der Konkurrenz an seiner Prognose für das Gesamtjahr festhält, andere
Marktbeobachter wiesen aber darauf hin, dass Thyssenkrupp den Ausblick
vorsichtiger formuliert habe.

Im MDax präsentierten sich die Aktien des Handelskonzerns Metro AG
nach Vorlage der Quartalsbilanz mit plus 3,8 Prozent sehr fest.
Auch auf die Zahlen und die bestätigte Jahresprognose des
Online-Portalbetreibers Scout24 reagierten die Anleger zunächst
erfreut. Zwischenzeitlich drehten die Papiere ins Minus, standen zuletzt aber
wieder um mehr als ein halbes Prozent im Plus. Sie kämpfen mit der
200-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den längerfristigen Trend
gilt./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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