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dpa-AFX: POLITIK/ROUNDUP: Flüchtlinge aus Venezuela - Kolumbien fordert UN-Beauftragten

22.08.2018 - 07:19:58
BOGOTÁ (dpa-AFX) - Weil immer mehr Menschen aus dem südamerikanischen
Krisenland Venezuela flüchten, hat Kolumbien einen Sonderbeauftragten der
Vereinten Nationen für die Flüchtlingskrise gefordert. Die Nachbarländer müssten
gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um der Lage Herr zu werden, sagte der
kolumbianische Außenminister Carlos Holmes Trujillo am Dienstag. Bei einem
Besuch in New York in den kommenden Tagen werde er UN-Generalsekretär Antonio
Guterres bitten, einen Sondergesandten zu bestellen. Ecuador lud die
Außenminister von 13 süd- und zentralamerikanischen Länder zu einem
Krisentreffen ein.

Wegen der schweren wirtschaftlichen und politischen Krise in Venezuela
fliehen immer mehr Menschen aus dem südamerikanischen Land. Nach UN-Angaben
haben bislang 2,3 Millionen Venezolaner in anderen Ländern Zuflucht gesucht. Das
sind über sieben Prozent der Gesamtbevölkerung.

Venezuelas Nachbarland Kolumbien hat bereits über 800 000 Menschen
aufgenommen. Auch Ecuador registrierte in der vergangenen Woche Tausende
Venezolaner an der Grenze von Kolumbien nach Ecuador. Bis zu 3000 Venezolaner
passierten die Grenze täglich.

Als Folge müssen Venezolaner nun bei der Einreise nach Ecuador Reisepässe
vorlegen. Auch Peru will dies ab dem Wochenende verlangen. Nur wenige
Venezolaner besitzen Reisepässe, bisher konnten sie mit Personalausweisen
einreisen.

Der "Economist" spricht von der möglicherweise größten Fluchtbewegung in der Geschichte Lateinamerikas. Allerdings sind die selbst armen Anrainer mit der
Integration der Geflüchteten zunehmend überfordert. In Brasilien kam es zuletzt
bereits zu fremdenfeindlichen Angriffen auf Venezolaner.

Bei dem Krisentreffen der 13 süd- und zentralamerikanischen Länder gehe es
um eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Regierungen bei den "ungewöhnlichen
Migrationsströmen", teilte das ecuadorianische Außenministerium am Dienstag
(Ortszeit) mit.

An dem Treffen in der Hauptstadt Quito am 17. und 18. September sollen neben Vertretern von Argentinien, Brasilien, Bolivien, Costa Rica, Chile, Kolumbien,
Mexiko, Peru, Paraguay, Panama, der Dominikanischen Republik, Uruguay und
Venezuela auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) und der Hohe
Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen teilnehmen.

Die kolumbianische Regierung unterstütze zudem eine Dringlichkeitssitzung
des Ständigen Rates der Organisation Amerikanischer Staaten, sagte Außenminister
Carlos Holmes Trujillo dem kolumbianischen Sender "RCN Radio"./rr/DP/jha
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