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dpa-AFX: ROUNDUP 2: Zwischenfälle vor Irans Küste - Tanker von deutscher Reederei in Not

13.06.2019 - 13:05:28
(neu: Iran untersucht Vorfälle - "Kokuka Courageous" unter der Flagge
Panamas)

MANAMA (dpa-AFX) - Inmitten der Spannungen mit dem Iran ist es nahe der
Küste des Landes zu schweren Zwischenfällen mit Handelsschiffen von Reedereien
aus Deutschland und Norwegen gekommen. Im Golf von Oman geriet der Öltanker
"Front Altair" der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach
einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. Die
deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte zudem
mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter "Kokuka
Courageous" gebracht worden. Das Schiff sei am Morgen beschädigt und ein
Crewmitglied leicht verletzt worden. Die Hintergründe der Vorfälle waren
zunächst unklar.

Der Iran untersucht die schweren Zwischenfälle. Mehrere Expertenteams seien
mit Hubschraubern über das Seegebiet geflogen, in dem es Explosionen gegeben
habe, sagte ein Sprecher der Rettungsabteilung der iranischen Flotte in der
südiranischen Hormusgan-Provinz. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollten schon
bald bekanntgegebenen werden, zitierte die Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag
den Sprecher weiter. Zuvor hatten Irna zufolge iranische Rettungsteams die
Rettung von 44 Seeleuten der beiden Schiffe - "Front Altair" unter der Flagge
der Marschallinseln und "Kokuka Courageous" unter der Flagge Panamas - mit
koordiniert. Die iranischen Behörden sprechen bis jetzt von einer Explosion,
nicht aber von einem Angriff.

Die US-Marine erklärte, sie habe zwei Notrufe erhalten. US-Schiffe seien in
der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in
Bahrain mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien.

Die norwegische Seefahrtsbehörde meldete weiter, es sei von drei Explosionen auf der "Front Altair" berichtet worden. Die Reederei bestätigte eine Attacke
auf den Öltanker "Front Altair" zunächst nicht. Bisher sei nur klar, dass es
eine Explosion und einen Brand an Bord der "Front Altair" gegeben habe, sagte
ein Sprecher der Tankerreederei Frontline der Deutschen Presse-Agentur.
Berichte, das Schiff sei bereits gesunken, stimmten nicht. "Es ist nicht
gesunken", sagte er.

Nach Angaben der Reederei BSM besteht auch keine Gefahr, dass die "Kokuka
Courageous" sinkt. Die Ladung sei "intakt". Der Schaden sei auf der
Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21
Seeleute seien mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden,
die "Coastal Ace". Der leicht verletzte Seemann habe dort Erste Hilfe bekommen.
Bei den Seeleuten handele es sich ausnahmslos um Philippiner. Deutsche seien
keine an Bord gewesen.

Der Zwischenfall ereignete sich diesen Angaben zufolge in etwa 70 Seemeilen
Entfernung vom arabischen Emirat Fudschairah und etwa 14 Seemeilen entfernt von
der iranischen Küste. Weiterer Anrainer der dortigen Meerenge ist das arabische
Sultanat Oman. Die BSM gehört zur Hamburger Reederei Schulte Group.

Der 2016 gebaute Öltanker "Front Altair" fährt unter der Flagge der
Marschallinseln. Er war nach Angaben des Dienstes "Marine Traffic" auf dem Weg
von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Taiwan. Frontline gilt als
die größte Tankerflotte der Erde. Sie ist im Besitz des norwegischen Milliardärs
John Frederiksen. Die "Kokuka Courageous" hatte "Marine Traffic" zufolge vor
drei Tagen in Saudi-Arabien abgelegt und war unterwegs nach Singapur.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier
Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden
zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch
unklar.

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen,
für die "fast sicher" der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine
Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf
zurück und sprach von "lächerlichen Behauptungen".

Die USA hatten zusammen mit ihren Verbündeten Saudi-Arabien und den VAE in
den vergangenen Wochen den Druck auf den Iran massiv erhöht. Das sunnitsche
Saudi-Arabien sieht in dem schiitischen Nachbarn einen Erzfeind. Riad wirft der
Regierung in Teheran vor, sich in die inneren Angelegenheiten der arabischen
Länder einzumischen.

Saudi-Arabien beschuldigt den Iran unter anderem, in Jemens Bürgerkrieg die
Huthi-Rebellen zu unterstützen. Diese hatten in den vergangenen Wochen
Saudi-Arabien wiederholt mit Drohnen angegriffen. An diesem Donnerstag endet der
Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der im Atomkonflikt
mit den USA vermitteln will./jku/DP/jha
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