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dpa-AFX: Aktien Frankfurt: Kaum Bewegung - Lufthansa aber leiden unter Gewinnwarnung

17.06.2019 - 15:10:33
FRANKFURT (dpa-AFX) - Miese Laune unter Lufthansa-Aktionären konnte dem Dax
am Montag nur geringfügig etwas anhaben. Bis zum frühen
Nachmittag gab der deutsche Leitindex um lediglich 0,08 Prozent auf 12 086,36
Punkte nach. Die zuletzt verhaltene Stimmung in Asien sei nun auch auf die
europäischen Märkte übergeschwappt, erklärte Analyst David Madden vom
Handelshaus CMC Marktes UK die aktuelle Lage.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen verlor 0,07 Prozent auf
25 241,57 Punkte. Der EuroStoxx 50 stand zuletzt minimal im Plus.

Am Dax-Ende sackten die Aktien der Lufthansa um rund 11
Prozent auf 15,76 Euro ab. Damit bewegen sich die Anteilsscheine inzwischen auf
dem Niveau von April 2017. Die Airline bekommt den starken Preiskampf im
europäischen Luftverkehr zu spüren und rechnet auch wegen fallender Ticketpreise
für 2019 nur noch mit einem operativen Gewinn von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro.
Analyst Daniel Roeska von Bernstein Research fürchtet, dass mit dieser
Gewinnwarnung das kurzfristige Vertrauen der Investoren verloren geht.

Unter den Favoriten hingegen stiegen die Papiere von SAP um
fast 1 Prozent. Die britische Investmentbank HSBC hatte die Anteilscheine zum
Kauf empfohlen. Dank Kostensenkungen erschienen die neuen Steigerungsziele des
Softwarekonzerns für die operativen Marge nun erreichbar, schrieb der Experte
Antonin Baudry.

An der Dax-Spitze machten die Aktien der Deutschen Bank einen Teil ihrer jüngsten Kursverluste wett und gewannen knapp 2 Prozent. Einem
Bericht der "Financial Times" ("FT") zufolge will Konzernchef Christian Sewing
im Rahmen des geplanten Konzernumbaus Risiken von Wertpapieren in Milliardenhöhe
loswerden. Dabei sei geplant, vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum
Ertrag abgeworfen haben, im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro in eine
interne Abwicklungseinheit ("Bad Bank") auszulagern oder zu verkaufen,
berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute
Personen. Die Bank selbst wollte den Bericht nicht konkret kommentieren, sondern
verwies auf frühere Aussagen zu diesem Thema.

Die Aktien von 1&1 Drillisch und der Mutter United Internet
hingegen setzten den Abschwung aus der Vorwoche am Montag fort.
1&1 rutschten um mehr als 7 Prozent ab, United Internet verloren gut 5 Prozent.

Am vergangenen Donnerstag hatten beide Papiere zunächst positiv auf das Ende der langen 5G-Mobilfunkauktion reagiert. Die Erleichterung verflog jedoch
schnell und gerade bei 1&1 wurde die Unsicherheit über die genauen Pläne des
Neueinsteigers betont, der bislang über kein eigenes Netz verfügt. Trotz der
ersteigerten Frequenzen ist es nämlich für Experten keinesfalls sicher, dass
Drillisch selbst zum Netzbetreiber wird.

Die rote Laterne im Nebenwerte-Index SDax hielten die Aktien
von S&T mit einem Minus von mehr als 7 Prozent. Ein Börsianer
begründete den Verkaufsdruck vor allem mit der Meldung, dass sich Vorstandschef
Hannes Niederhauser von Papieren des IT-Dienstleisters im Wert von mehr als 5
Millionen Euro getrennt hatte.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von einem Rekordtief bei minus 0,30
Prozent am Freitag auf minus 0,29 Prozent. Der Rentenindex Rex
fiel um 0,06 Prozent auf 144,32 Punkte. Der Bund-Future gab um
0,15 Prozent auf 171,51 Punkte nach.

Ein Euro kostete zuletzt 1,1242 US-Dollar. Die Europäische
Zentralbank hatte den Referenzkurs für den Euro am Freitag auf 1,1265 Dollar
festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8877 (0,8858) Euro gekostet./kro/la/stk

--- Von Karolin Rothbart und Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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