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dpa-AFX: ROUNDUP: Aufsicht und Staatsanwalt reagieren auf Wirecard-Kursturbulenzen

18.02.2019 - 15:31:54
MÜNCHEN/ASCHHEIM (dpa-AFX) - Nach dem Kursbeben bei Wirecard
gehen die Münchner Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht Bafin weiter gegen
mutmaßliche Kursmanipulationen vor. Die Bafin untersagte am Montag weitere
Spekulationen auf fallende Aktienkurse bei dem im deutschen Leitindex Dax
notierten Zahlungsdienstleister. Ab sofort sei es für zwei Monate
verboten, neue Netto-Leerverkaufspositionen in Aktien der Wirecard AG zu
begründen oder bestehende Netto-Leerverkaufspositionen zu erhöhen, teilte die
Behörde in Bonn mit. Es bestehe das Risiko, dass sich die Marktverunsicherung
ausweite.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit mutmaßlichen
Manipulationen des Aktienkurses inzwischen gegen einen Journalisten der
"Financial Times". Es liege die Strafanzeige eines Anlegers vor, "aufgrund der
Strafanzeige haben wir ein Ermittlungsverfahren eingetragen", teilte die
Staatsanwaltschaft mit.

Mehrere Berichte der "Financial Times" hatten den Aktienkurs des
Zahlungsdienstleisters in den vergangenen Wochen immer wieder stark fallen
lassen. In den Artikeln werden einem Wirecard-Mitarbeiter Kontomanipulationen
und Dokumentfälschungen vorgeworfen. Es wird zudem der Vorwurf von
Scheinumsätzen mit verschobenen Geldern erhoben. Wirecard dementiert, dass
Regelverstöße festgestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat eigenen Angaben
zufolge keinen Anfangsverdacht auf Manipulationen durch die Konzernspitze.

Doch die Aktie schwankte nach den Veröffentlichungen extrem - was für einen
Dax-Wert eher selten ist. Über sogenannte Leerverkäufe sollen davon auch
Spekulanten profitiert haben, die auf fallende Kurse der Aktie gesetzt haben.

Der Staatsanwaltschaft liegt eigenen Angaben zufolge die Aussage eines
Kaufinteressenten von Wirecard-Aktien vor, der Informationen über einen
bevorstehenden Bericht der "FT" erhalten haben soll. Solche Informationen hätten
dazu genutzt werden können, auf die fallenden Kurse zu setzen. Der erste
kritische Bericht war am 30. Januar erschienen. Die Finanzaufsicht Bafin hat vor
allem ab dem 1. Februar und an den Tagen danach deutlich steigende
Leerverkaufspositionen festgestellt.

Die "FT" wies am Montag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg
Manipulationsvorwürfe als "unbegründet" und "falsch" zurück.

Die Bafin untersucht derzeit, ob es sich um eine gezielte Attacke von
Spekulanten handelte. Auch die Münchner Staatsanwaltschaft hatte bereits ein
Ermittlungsverfahren wegen Kursmanipulation gegen unbekannt eingeleitet. Wegen
angeblicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze wurden bereits erste Sammelklagen
in den USA eingereicht, die sich aber gegen Wirecard richteten.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte den
Schritt der Bafin vom Montag. "Damit besteht endlich die Chance, in Ruhe zu
analysieren, was an den erhobenen Vorwürfen dran ist", teilte
DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler mit. "Wirecard muss die Zeit aber nun auch
nutzen, die Karten auf den Tisch zu legen. Die Vorfälle hätten gezeigt, dass man
"klare, börsenunabhängige Vorschriften" brauche, wann der Kurs einer Aktie
auszusetzen sei./maa/men/DP/fba

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
±
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Kurs
vom
WIRECARD 747206
Xetra
114,850
EUR
+14,95
+14,96%
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16:58:57
DAX ® 846900
Xetra
11.300,28
PKT
+0,48
+0,00%
18.02.19
16:58:59
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