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dpa-AFX: ROUNDUP: Lufthansa verprellt Anleger mit Quartalsverlust

16.04.2019 - 09:32:05
FRANKFURT (dpa-AFX) - Teures Kerosin und ein Preiskampf in Europa haben die
Lufthansa zum Jahresstart überraschend tief in die roten Zahlen
gelenkt. Dennoch will Finanzchef Ulrik Svensson an seiner Gewinnprognose für
2019 keine Abstriche machen. "Wir sehen für das kommende Quartal eine gute
Buchungslage. Zugleich haben wir unser Wachstum deutlich reduziert", sagte der
Manager bei der unerwarteten Vorlage der Eckdaten am Montagabend in Frankfurt.
In den kommenden Monaten rechnet er wieder mit einem Anstieg der Ticketpreise.

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an. Nach Handelsstart in
Frankfurt sackte der Kurs der Lufthansa-Aktie am Dienstag um gut 4 Prozent ab
und konnte das Minus dann auf 2,7 Prozent eindämmen. Der operative
Quartalsverlust sei noch höher ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten
unter den Experten erwartet hätten, schrieb Analyst Michael Kuhn von der
französischen Bank Societe Generale.

Nach vorläufigen Zahlen musste die Lufthansa im ersten Quartal einen
operativen Verlust (bereinigtes Ebit) von 336 Millionen Euro hinnehmen, nachdem
sie ein Jahr zuvor hier noch 52 Millionen Euro Gewinn erzielt hatte. Dass es so
schlecht lief, lag dem Management zufolge vor allem an einem Anstieg der
Treibstoffkosten, der allein mit 202 Millionen Euro zu Buche schlug.

Hinzu kam ein Preiskampf unter den Airlines in Europa. Nachdem die Pleite
der einst zweitgrößten Fluglinie Air Berlin der Lufthansa Ende 2017 und Anfang
2018 eine Sonderkonjunktur beschert hatte, gingen die Ticketpreise Anfang 2019
wieder spürbar zurück. "Zudem haben marktweite Überkapazitäten in Europa zu
einem hohen Preisdruck geführt", erklärte das Management die Entwicklung. Der
Umsatz stieg dennoch um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

Bei den Netzwerk-Airlines des Konzerns - Lufthansa, Swiss und Austrian
Airlines - gingen die Durchschnittserlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um
5,2 Prozent zurück. Bei der Billigtochter Eurowings, die vor allem auf den
umkämpften Europastrecken unterwegs ist, belief sich der Rückgang sogar auf 8,5
Prozent. Zwar konnten der Konzern die Stückkosten bei den Netzwerk-Airlines um
0,8 Prozent und bei Eurowings um 7,2 Prozent senken. Allerdings sind die stark
gestiegenen Treibstoffkosten in diesen Zahlen nicht enthalten.

Geht es nach dem Lufthansa-Vorstand, soll sich die Entwicklung jedoch schon
im angelaufenen zweiten Quartal deutlich drehen. "Da sich das Wachstum im
europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren wird, rechnen wir wieder mit
einem Anstieg der Stückerlöse", sagte Svensson. "Dazu trägt auch die weiterhin
gute Nachfrage auf Langstreckenflügen insbesondere nach Nordamerika und Asien
bei."

Für das laufende Jahr rechnet der Manager daher weiterhin damit, dass die
Lufthansa eine bereinigte Ebit-Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent erreicht. Gemessen
an dem bisher geplanten Umsatzplus von rund 5 Prozent entspricht dies nach
früheren Angaben einem operativen Gewinn von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro.

Damit würde die Lufthansa trotz mehr Flügen und höherer Erlöse eher weniger
verdienen als 2018. Da hatte sie ein bereinigtes Ebit von 2,8 Milliarden Euro
erreicht und ihren Rekord von knapp 3 Milliarden Euro von 2017 um vier Prozent
verfehlt. Seine Wachstumspläne hatte der Konzern bereits im März eingedampft und
will sein Flugangebot in diesem Jahr nur um gut drei Prozent
ausweiten./stw/nas/fba

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
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LUFTHANSA AG VNA O.N. 823212
Frankfurt
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EUR
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