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WOCHENAUSBLICK: Nach Rekordjagd rückt Geldpolitik wieder in den Fokus

07.08.2026 - 15:19:41
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax muss sich in der neuen Woche an seiner jüngsten Rekordrally messen. Die Stellschrauben dafür, ob weitere Bestmarken möglich sind, dürften neben der Berichtssaison, dem KI-Thema und dem Unsicherheitsfaktor Iran-Krieg auch wieder stärker von der geldpolitischen Perspektive gestellt werden. Am Mittwoch stehen US-Inflationsdaten auf der Agenda - mit vielleicht weitreichenden Erkenntnissen für eine mögliche Zinserhöhung im September.

"Mit der nun auslaufenden US-Gewinnsaison dürfte ein wichtiger positiver Treiber an Kraft verlieren, so dass wir in den kommenden Wochen für die Aktienmärkte Verschnaufpausen auf den erreichten Niveaus erwarten", sagte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Seit dem Juli-Tief hat der Dax binnen drei Wochen um mehr als sieben Prozent zugelegt und ein noch etwas größeres Jahresplus wieder hergestellt.

In den USA rechnet Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck damit, dass die Inflationsrate im Juli weitgehend stabil bei 3,5 Prozent geblieben ist und damit weit über dem eigentlichen 2-Prozent-Ziel verbleibt. Der Experte glaubt aber, dass für die Notenbank Fed zunächst eher der Arbeitsmarkt entscheidend ist, der am Freitag mit einer gesunkenen Beschäftigung ein Warnsignal sendete. Dies würde vorerst für eine abwartende Haltung der US-Währungshüter sprechen.

In puncto Iran-Krieg glaubt Greil, dass die Trump-Regierung vor den im November anstehenden Zwischenwahlen kompromissbereit geworden ist, um die Energiepreise und damit die Inflation niedrig zu halten und die Chance zu erhöhen, dass die Republikaner ihre knappe Mehrheit im US-Senat verteidigen können. Der eskalierende Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen könnte aber eine Friedenslösung erschweren.

"Es gibt keinen Durchbruch bei den amerikanisch-iranischen Verhandlungen. Also warten die Finanzmärkte weiter auf eine baldige Verständigung", beschrieb Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank die Lage. Zuletzt wurde eher zwischen dem Iran und dem Oman über eine Öffnung der Straße von Hormus gesprochen. Laut der Commerzbank ist es noch nicht sicher, ob die USA einer möglichen Einigung zwischen diesen Ländern zustimmen werden.

"Seit Ende Februar dauert der Konflikt um die Straße von Hormus an und das Erstaunliche ist, mit welchem Gleichmut die Anleger beinahe im Wochentakt zwischen Krieg und Friedenshoffnungen hin- und herspringen", schrieb Helaba-Ökonomin Claudia Windt. Das Ergebnis davon ist, dass die Anleger beim Dax neuerdings auf die nächste Tausendermarke von 27.000 Punkten schielen dürfen.

Maßgeblich auf dem Weg dahin dürfte auch die Berichtssaison der Unternehmen bleiben, die sich in ihren Ausläufern aber stärker auf Europa konzentriert. Aus dem Dax berichtet am Montag der Maschinenbauer Gea , gefolgt von dem Energiekonzern Eon , dem Chemikalienhändler Brenntag und dem Versicherer Hannover Rück am Mittwoch sowie dem Versorger RWE am Donnerstag. Teilweise sind von diesen Unternehmen schon Eckdaten bekannt. Aus den USA steht zum Ende der Woche Applied Materials auf der Agenda.

In konjunktureller Hinsicht mehren sich derzeit die Warnungen vor den Auswirkungen des Niedrigwassers in deutschen Flüssen. Was weitere Wirtschaftsdaten betrifft, ist der Terminplan in der neuen Woche neben den US-Verbraucherpreisen eher dünn bestückt. Auch aus Deutschland werden am Mittwoch Erkenntnisse zur Inflation erwartet. Aus den USA folgen am Donnerstag die Erzeugerpreise sowie am Freitag Einzelhandelsdaten./tih/ajx/he


Quelle: dpa-AFX

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