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Nachrichtenübersicht

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, -2-

22.01.2018 - 13:30:17
DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Bundesbank sieht hohe Grundynamik in der deutschen Wirtschaft

Die Bundesbank attestiert der deutschen Wirtschaft ein "ausgesprochen hohes konjunkturelles Grundtempo". Im letzten Quartal 2017 könnte die Wachstumsrate allerdings im Vergleich zu den Sommermonaten leicht niedriger ausgefallen sein, wobei die im Oktober durch zwei Brückentage vorübergehend gedämpfte wirtschaftliche Aktivität eine Rolle gespielt habe, erklärt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für Januar. Der in der Grundtendenz starke und breit abgestützte konjunkturelle Aufschwung in Deutschland wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.

US-Steuerreform könnte nächste Wirtschaftskrise verschärfen

Durch die Steuerreform dürfte das jährliche Haushaltsdefizit der USA in den kommenden Jahren auf 1 Billion Dollar steigen. Kurzfristig dürfte die Reform zwar für mehr Wachstum sorgen, die nächste Wirtschaftskrise könnte dadurch jedoch umso schmerzhafter ausfallen. Im Krisenfall hat die US-Regierung traditionell Steuern und Zinsen gesenkt oder ihre Ausgaben erhöht. Haushaltsexperten warnen jedoch, dass Politiker in Zukunft weniger Spielraum für solche Maßnahmen haben werden, da die Steuerreform die Staatsschulden noch schneller nach oben treiben werde.

Auslandsfirmen sehen auch Nachteile durch US-Steuerreform

Auslandskonzerne wiegen zunehmend Kosten und Nutzen der US-Steuerreform gegeneinander auf. Die neuen Regeln - etwa die Besteuerung der Zahlungen von Großkonzernen an ausländische Töchter - lassen mitunter Alarmglocken schrillen. Derweil sorgen sich die Unternehmen auch um striktere Regeln, was die Abzugsfähigkeit von Zinsen oder Abschreibungen im Zusammenhang mit einer Verringerung des Werts von aufgeschobenen Steuerguthaben angeht.

Euro und Yen driften wegen Zinserwartungen auseinander

Japan und die Eurozone erheben beide Strafzinsen und können sich über ein inzwischen stärkeres Wirtschaftswachstum freuen. Doch ihre Währungen bewegen sich in unterschiedliche Richtungen. Das liegt daran, dass die Märkte höhere Zinsen vor allem für die Eurozone erwarten. Eben dieser Faktor dürfte den Kursverlauf beider Devisen künftig noch stärker als bisher auseinandertreiben, wie Analysten erläutern.

Unicredit: EZB hat keinen Grund, Euro schwach zu reden

Die EZB dürfte am Donnerstag im Anschluss an ihr Treffen eher keine Kommentare von sich geben, die den Euro schwächen würden, glauben die Analysten der Unicredit. "Der Euro ist zum Dollar aus den richtigen Gründen gestiegen", sagen sie. Vom Währungsstandpunkt aus gebe es wenig Anreiz für EZB-Präsident Mario Draghi, den Euro schwach zu reden. Die Experten erwarten den Euro auch am Donnerstag im Bereich des aktuellen 1,22-Dollar-Niveaus.

Union und SPD streiten über Nachverhandlungen

Nach der Zustimmung der SPD zu erneuten Koalitionsverhandlungen mit der Union hat sich zwischen den beiden Partnern die Diskussion über die von der SPD geforderten Nachbesserungen verstärkt. Während SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil für Forderungen im ARD-Morgenmagazin bekräftigte, lehnte CDU-Vize Julia Klöckner Nachbesserungen in der selben Sendung ab. "Die erste Sondierung war ein Abtasten - jetzt kommt es zu den Koalitionsverhandlungen", meinte Klingbeil.

Schulz: SPD berät diese Woche über Struktur und Fahrplan der Verhandlungen

SPD-Chef Martin Schulz hat einer schnellen Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der Union noch in dieser Woche eine Absage erteilt. "Ich treffe heute Abend mit Frau Merkel und Herrn Seehofer zusammen, und dann werden wir über die weiteren Fahrpläne reden", sagte er nach einer Fraktionssitzung in Berlin. "Aber die SPD wird nach diesem Parteitag erst einmal auch beraten müssen über die Struktur und die Fahrpläne, die mit unseren Vorstellungen korrespondieren."

Wirtschaft warnt vor Zugeständnissen an die SPD

Vertreter der deutschen Wirtschaft und der Mittelstandspolitik haben nach der Zustimmung der SPD zu erneuten Koalitionsverhandlungen mit der Union vor Nachbesserungen entscheidender Punkte aus der Sondierungsvereinbarung beider Partner gewarnt. Der Wirtschaftsrat der Union wandte sich gegen weitere Zugeständnisse an die SPD im Zuge der Koalitionsgespräche. "Keinen Millimeter kann die Union der SPD mehr entgegenkommen, nachdem schon insbesondere beim Europa-Kapitel teure Wechsel auf die Zukunft ausgestellt wurden", sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der Bild-Zeitung.

Energieverband will Extragewinne für Windräder und Solarfelder streichen

Der Bundesverband der Energiewirtschaft BDEW hat vorgeschlagen, den Betreibern von Windrädern und großen Photovoltaikanlagen die Gewinne zu kürzen. Damit sollen die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien für Privathaushalte und die Wirtschaft sinken, die ihn automatisch mit der Stromrechnung bezahlen. "Mit unserem Modell schöpfen wir die Mehrerlöse der Erneuerbaren ab", sagte BDEW-Chef Steffen Kapferer bei der Präsentation des neuen Reformvorschlags seines Verbandes für die Energiewende.

Bundestag und Nationalversammlung feiern 55. Jahrestag des Elysée-Vertrags

Mit einer gemeinsamen Sitzung im Berliner Reichstagsgebäude haben der Bundestag und die französische Nationalversammlung den 55. Jahrestag des Elysée-Vertrags gefeiert. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagte dabei, der 1963 unterzeichnete deutsch-französische Freundschaftsvertrag habe die Beziehungen beider Länder "glücklich verändert". Weil die Welt sich beständig ändere, müssten die bilateralen Beziehungen aber weiterentwickelt werden.

Deutsches Todesopfer bei Anschlag in Kabul

Bei dem Anschlag auf ein Luxushotel am Wochenende in Kabul hat es nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein deutsches Todesopfer gegeben. "Ich muss Ihnen leider bestätigen, dass es bei dem furchtbaren Anschlag im Hotel Intercontinental in Kabul auch ein deutsches Todesopfer gegeben hat", sagte Außenamtssprecherin Maria Adebahr bei einer Pressekonferenz in Berlin. Nähere Angaben zur Person und Einzelheiten wollte sie aus Gründen des Identitätsschutzes nicht machen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es später ergänzend, es handele sich um eine Frau.

Italienische Eliten sehen Wahlen nervös entgegen

Massimo d'Azeglio, einer der ersten Staatsmänner Italiens, beschrieb 1861 ein großes Problem des Mittelmeerstaates: "Wir haben Italien geschaffen, jetzt müssen wir Italiener schaffen." Er erkannte damit an, dass die Wiedervereinigung der Halbinsel ein Projekt der Eliten war und nicht das Ergebnis nationalistischer Begeisterung für einen gemeinsamen Staat.

Puigdemont erneut als Regionalpräsident nominiert

Der katalanische Parlamentspräsident Roger Torrent hat den abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont zur Wiederwahl vorgeschlagen. Die Kandidatur des im belgischen Exil lebenden Politikers sei "vollkommen legitim", sagte Torrent am Montag in Barcelona. Er sei sich der "persönlichen und juristischen Lage" Puigdemonts bewusst. Die Wahl des neuen Regionalpräsidenten muss spätestens bis zum 31. Januar erfolgen.

EU-Minister besorgt über türkische Militäroffensive in Nordsyrien

Mehrere europäische Länder haben sich beim Treffen der EU-Außenminister beunruhigt über die türkische Militäroffensive in Nordsyrien gezeigt. "Wir sehen das mit großer Sorge", sagte der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), am Montag in Brüssel. "Wir können hier keine Eskalation gebrauchen." Er rief alle Beteiligten zur Mäßigung auf. "Darüber sind wir auch im Dialog mit unseren türkischen Partnern."

Bundesregierung sorgt sich um Lage in Nordsyrien

Der Einmarsch türkischer Truppen nach Nordsyrien sorgt die Bundesregierung. Die militärische Konfrontation bringe "unkalkulierbare Risiken" mit sich, erklärte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, am Montag in Berlin mit Blick eine Erklärung von Außenminister Sigmar Gabriel am Wochenende.

Türkische Artillerie beschießt weiter kurdische Stellungen in Afrin

Am dritten Tag ihrer Offensive in der syrischen Region Afrin hat die türkische Artillerie erneut kurdische Stellungen unter Beschuss genommen. Dabei seien in der Nacht zu Montag auch zwei Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zerstört worden, von denen Raketen auf die türkische Grenzstadt Reyhanli abgeschossen worden seien, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Armee.

EU beschließt Sanktionen gegen Vertreter von Venezuelas Führung

Wegen des Konfliktes mit der Opposition hat die EU erstmals Sanktionen gegen hochrangige Vertreter der Führung in Venezuela verhängt. Die EU-Außenminister beschlossen am Montag bei ihrem Treffen in Brüssel Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen sieben Minister und Beamte, wie der EU-Rat mitteilte. Unter ihnen befindet sich Diplomaten zufolge unter anderem der Innenminister des südamerikanischen Landes.

Von Riad angeführte Militärkoalition stellt Milliardenhilfe für den Jemen bereit

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition stellt Hilfszahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar für den Jemen bereit. Die UN-Behörden und internationale Hilfsorganisationen würden mit 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) unterstützt, teilte die Allianz am Montag mit. Zudem werde eine Luftbrücke von Riad in die Provinz Marib eingerichtet.

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January 22, 2018 07:30 ET (12:30 GMT)

DJG/DJN/AFP/apo

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