Volksbank in der Hohen Mark eG

Bitte mindestens 3 Zeichen eingeben.

Nachrichtenübersicht

dpa-AFX: ROUNDUP 2: US-Börsenaufsicht verklagt VW und Ex-Chef Winterkorn im Abgas-Skandal

15.03.2019 - 17:07:58
(Neu: Februar-Verkaufszahlen)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Börsenaufsicht SEC hat Volkswagen
und den ehemaligen Konzernchef Martin Winterkorn im Dieselskandal
wegen angeblicher Verstöße gegen amerikanische Wertpapiergesetze verklagt.
Tochterfirmen von VW sollen bei der Ausgabe von Anleihen und
anderen besicherten Wertpapieren gegen Informationsvorschriften verstoßen haben.
VW kündigte am Freitag jedoch an, sich mit "Nachdruck" zur Wehr zu setzen. Die
Klage weise "erhebliche juristische und inhaltliche Mängel auf". Die Vorwürfe
der Behörde stehen im Zusammenhang mit der im September 2015 in den USA
aufgeflogenen Software-Manipulation von Abgastests.

Die SEC erhebt indes heftige Anschuldigungen. Volkswagen habe ein über zehn
Jahre andauerndes Abgas-Komplott betrieben und währenddessen Anleihen in
Milliardenwert zu überhöhten Preisen an Investoren verkauft, sagte Stephanie
Avakian, die Co-Direktorin der Börsenaufsicht. Der Klageschrift zufolge geht es
um Wertpapieremissionen, mit denen zwischen April 2014 und Mai 2015 über 13
Milliarden Dollar am US-Kapitalmarkt eingesammelt wurden. Dem damaligen
Top-Management um Winterkorn wirft die SEC vor, gewusst zu haben, dass während
dieser Zeit schwere Verstöße gegen Umweltgesetze begangen worden. Deshalb seien
Anleger getäuscht worden.

Ein VW-Sprecher verwies darauf, dass die Klage der SEC sich auf Wertpapiere
beziehe, die ausschließlich an erfahrene, institutionelle Profi-Investoren
ausgegeben wurden. "Diese Großanleger wurden in keiner Weise geschädigt und
haben alle Zahlungen von Kapital- und Zinsbeträgen vollständig und fristgerecht
erhalten." Zu den Vorwürfen gegen Winterkorn sagte der Sprecher, hier wiederhole
die SEC lediglich unbewiesene Anschuldigungen gegen den damaligen
Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, der in die Verkäufe der Anleihen in
keiner Weise involviert gewesen sei. Winterkorn war zurückgetreten, kurz nachdem
der Skandal aufgedeckt worden war, hat aber stets abgestritten, über die
Manipulationen Bescheid gewusst zu haben.

"Volkswagen hat bereits vor über zwei Jahren milliardenschwere
Vergleichsabkommen mit dem US-Justizministerium, fast allen US-Bundesstaaten
sowie beinahe 600 000 Verbrauchern in den USA geschlossen", sagte ein
VW-Sprecher. "Bedauerlicherweise versucht die SEC, nun noch einmal
draufzusatteln." VW hatte mehr als 23 Milliarden US-Dollar gezahlt, um die
Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu räumen. Ein wesentlicher Teil davon entfiel
auf einen Vergleich mit dem Justizministerium, zu dem auch ein
Schuldeingeständnis des Konzerns zählte, gegen US-Gesetze verstoßen zu haben.

Volkswagen sieht sich - neben Klagen von Autokäufern - einer Reihe von
Anlegerklagen gegenüber, vor allem im Kapitalanlegermusterverfahren von
Aktionären vor dem Oberlandesgericht Braunschweig. Zuletzt bezifferte VW die
Risiken aus solchen anhängigen Anlegerklagen weltweit im Geschäftsbericht auf
rund 9,6 Milliarden Euro. Volkswagen hat immer wieder bestritten, gegen
Informationspflichten verstoßen zu haben. Auch mit einigen klagenden
US-Anlegern, die in sogenannte Aktienhinterlegungsscheine investiert hatten,
hatte sich der Konzern bereits auf einen Vergleich von knapp 50 Millionen Dollar
geeinigt.

Im Geschäftsbericht hatte VW am Dienstag auch mitgeteilt, dass die
US-Börsenaufsicht den Konzern im Januar 2017 informiert hatte, dass sie rund um
die Begebung von Anleihen und vermögensbesicherten Wertpapieren (sogenannte ABS
- Asset Backed Securities) ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet habe.
Eigentlich hatte es bis zuletzt so ausgesehen, als ob der Konzern die
rechtlichen Folgen der Abgas-Affäre, von der weltweit rund elf Millionen
Dieselwagen betroffen waren, zumindest in den USA weitgehend abgehakt hätte.
Nach den milliardenschweren Vergleichen hatte sich die US-Justiz eher der
strafrechtlichen Verfolgung verantwortlicher Mitarbeiter gewidmet.

Im Februar verkaufte der Konzern weltweit weniger Fahrzeuge als im
Vorjahresmonat. Die Auslieferungen an Kunden gingen um 1,8 Prozent auf 724 400
Fahrzeuge zurück, wie VW am Freitag mitteilte. Besonders der Verkauf in China
erhielt mit minus 7,4 Prozent einen Dämpfer. Das Land ist der wichtigste
Einzelmarkt des Konzerns, hier verkauft Volkswagen fast 40 Prozent seiner Autos
und Nutzfahrzeuge. In China belastet der Zollstreit zwischen den USA und Peking
die Stimmung der Autokäufer schon seit Monaten, vor allem die Kernmarke VW hat
damit zu kämpfen./men/hbr/DP/edh

Bezeichnung
WKN
Börse
Kurs
Währung
±
±%
Kurs
vom
VOLKSWAGEN AG VZO O.N. 766403
Xetra
142,860
EUR
+0,86
+0,61%
24.05.19
17:35:20
Seitenanfang